Fotos: Papillon

Rhöner Flugschule: Besuche liegen wegen Corona auf Eis

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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WASSERKUPPE/WUHAN - Das Corona-Virus hat Auswirkungen auf Unternehmen – auch auf die Flugschule Papillon auf der Wasserkuppe. Diese kooperiert mit einer Flugschule in China, genauer gesagt in Wuhan. Die Einrichtung dort steht seit Wochen still.

Von unserem Redaktionsmitglied Jessica Vey

Von Wuhan aus hat sich das Corona-Virus in der ganzen Welt verbreitet. Die Elf-Millionen-Metropole gleicht seitdem einer Geisterstadt. Das weiß auch Boris Kiauka – und zwar aus erster Hand. Der Geschäftsführer der Gleitschirmflugschule Papillon auf der Wasserkuppe ist regelmäßig in Kontakt mit der chinesischen Flugschule, die auch Papillon heißt.

Ende 2016 hat das Rhöner Unternehmen in Wuhan eine Kooperation geschlossen. „Wir sind kein Eigentümer – weder von der Einrichtung noch von Gebäuden dort. Aber wir arbeiten eng zusammen. Wir unterstützen den Betrieb und die Schulungen mit unserem breiten Wissen zum Thema Gleitschirmfliegen. Außerdem liefern wir Material, zum Beispiel unsere Gleitschirme“, erklärt Kiauka.

Reise vor drei Wochen abgesagt

Erst vor knapp drei Wochen wollte der Geschäftsführer nach Wuhan fliegen, um dort Gespräche zu führen. Doch aus der zehntägigen Reise wurde nichts. „Der Vorsitzende der chinesischen Flugschule, Xie Yi, hat mich frühzeitig angerufen und über die Situation vor Ort aufgeklärt. Er hat mich davor gewarnt, zu kommen. Denn ich hätte vielleicht nicht mehr aus China ausreisen dürfen“, berichtet Kiauka.

Flugschule in Wuhan geschlossen

Die Flugschule dort wird im Moment nicht betrieben. „Es steht alles still“, erklärt der Rhöner. „Von den circa 30 Mitarbeitern ist so weit ich weiß niemand infiziert. Aber alle müssen zu Hause bleiben und dürfen maximal eine Stunde aus dem Haus, um ihre Familie mit dem Nötigsten zu versorgen. Das ist schon dramatisch. Die haben alles rigoros abgeschottet.“

Auch im Juni und im Herbst waren Reisen geplant. „Im Juni sollten zehn Piloten aus China zum Fliegen zu uns kommen – wir wollten uns dafür in Südtirol treffen. Und im Herbst ist wiederum eine Reise von einer deutschen Gruppe nach China geplant. Das ist alles erst mal auf Eis gelegt. Wir haben zwar wöchentlich Kontakt. Aber es kann keiner sagen, wie es weitergeht“, so Kiauka. „Unser Material können wir im Moment nicht an die Flugschule in Wuhan verkaufen. Aber bislang hält sich ein finanzieller Schaden für uns noch in Grenzen“, erklärt er.

Kooperation seit 2016

Die Flugschule Papillon mit ihren Geschäftsführern Boris Kiauka und Andreas Schubert hat im Dezember 2016 in Wuhan einen Kooperationsvertrag geschlossen.

Ziel war es, dass die erfahrenen Rhöner Gleitschirmpiloten dabei helfen, eine Flugschule in der chinesischen Metropole aufzubauen. Damals war am Stadtrand von Wuhan ein Berg, etwa so groß wie die Wasserkuppe, zur Tourismusförderung aus der militärischen Nutzung herausgenommen worden.

Das Zentrum in Wuhan heißt auch Papillon. Die Rhöner Flugschule ist allerdings nicht Eigentümer, sondern hat ausschließlich beratende Funktion. Papillon gibt Schulungen und verkauft Flugsportmaterial. Laut Boris Kiauka hat das Flugschulzentrum in Wuhan mittlerweile circa 30 Mitarbeiter.

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