Sind gemeinsam im Streaming-Konzert zu erleben: Sabrina Auer und Mark Seibert.
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Sind gemeinsam im Streaming-Konzert zu erleben: Sabrina Auer und Mark Seibert.

Weihnachten mit Robin Hood

Musical-Star Mark Seibert über Corona, ein Konzert und eine neue CD

  • Anke Zimmer
    vonAnke Zimmer
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Lockdown bedeutet für Künstler nicht zwingend Stillstand. Mark Seibert (41) zum Beispiel legt die Hände nicht in den Schoß. Seine Zusage für den Fuldaer Musicalsommer 2021, bei dem er dann endlich als Robin Hood zu erleben sein wird, ist nicht die einzige Neuigkeit, die er im Gespräch mit unserer Zeitung verrät.  

Fulda/Wien - Eigentlich würde Mark Seibert dieser Tage in Fulda üben, wie man Pfeil und Bogen spannt. „Ja, die Proben hätten jetzt begonnen“, sagt der Sänger und Schauspieler am Telefon. Er sollte nämlich in wenigen Wochen als Robin Hood auf der Bühne des Schlosstheaters stehen, war neben Sascha Kurth und Philipp Büttner einer der drei Hauptdarsteller und hätte die Welturaufführung übernommen. Dann kam Corona, und das neue spotlight-Musical mit der Musik von Dennis Martin und Chris de Burgh musste für ein Jahr auf Eis gelegt werden. Umso mehr freut er sich, dass er nun für 2021 seine Zusage geben konnte.

„Die Termine für meine Shows werden so schnell wie möglich bekannt gegeben“, verspricht er. Eines steht aber fest: Auch im kommenden Jahr wird er die Premiere übernehmen. „Wir sind übrigens alle drei wieder mit dabei“, fügt er hinzu.

Seibert hat sich finanzielles Polster schaffen können

Ach ja, Corona. „Das war ganz schön seltsam, als Mitte März plötzlich alle Termine abgesagt wurden“, erzählt Seibert. „Seltsam, aber auch ganz nett.“ Nett?„Ich meine die Pause“, erklärt er schnell. „Ich gehöre zu den Menschen, die eher etwas zu viel arbeiten. Der Lockdown ist für mich die persönliche Chance, kürzer zu treten.“ Keine Frage: Seibert, der in Fulda als Gerold in „Die Päpstin“ zu erleben war, bleibt gelassen. Aus zwei Gründen. Zum einen, und das ist das Wichtigste: „Ich bin gesund.“ Und zum anderen hat er sich ein finanzielles Polster schaffen können. „Ich habe 20 tolle Jahre hinter mir mit hervorragenden Engagements. Und ich habe ein glückliches Händchen im Umgang mit Geld. Deswegen waren Rücklagen möglich.“ Eines war ihm nämlich von vornherein klar, als er sich entschloss, Sänger und Schauspieler zu werden: „Ein gewisses Maß an Unsicherheit ist Teil dieses Berufs. Keine Bühne, kein Geld. So ist das nunmal.“

Viele Künstler gingen vernünftig mit Durststrecke um

Nicht nur „Robin Hood“ ist ihm von jetzt auf gleich weggebrochen. Mit „This Is The Greatest Show“ wollte er auf Tour sein, Fulda stand mit auf dem Plan. Auch das Musical „Elisabeth“ wurde verschoben. „Das wäre kreativ gesehen ein spannendes Jahr geworden“, sagt er und seufzt. „2020 kann man in die Tonne hauen.“ 

Kein Hoffnungsschimmer auf den Herbst? „Niemand weiß, wie sich das alles entwickeln wird. Aber große Bühnenshows? Die sehe ich nicht, solange es kein Medikament gibt.“ Seibert wird ernst: „Die Kultur hat außerdem einfach keine Lobby, anders als Gastwirte und Friseure zum Beispiel. Unsere Branche wird in der Wahrnehmung einfach vergessen.“ Und da helfe es auch nichts, dass gerade der Unterhaltungssektor derzeit stark genutzt würde. „Als sei Entertainment nicht so wichtig.“ Hinzu komme, dass viele Künstler mit der derzeitigen Durststrecke relativ vernünftig umgehen würden.

„Kultur ist systemrelevant“

„Deswegen ist unser Hilfeschrei nicht laut genug, denke ich. Doch man stelle sich eine Welt ohne Entertainment nur mal vor“, betont er. „Kultur ist systemrelevant. Und kulturelle Leistungen sind nicht gratis.“ Das sagt er im Hinblick auf die grassierende Umsonstkultur. „Die geht gegen meine Berufsmoral.“ In Zeiten, in denen beispielsweise Musik und Videos auf einschlägigen Kanälen frei verfügbar seien, sei es schwer zu vermitteln, dass Kunst natürlich was koste.

Deswegen reiht er sich auch nicht ein in die Riege derer, die in Coronazeiten Hauskonzerte oder Ähnliches online frei zugänglich machen. Was nicht heißt, dass er nicht auch ein Konzert gestemmt hätte. Er hat ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt mit Pop-Cover-Songs, eigenen Stücken und Sabrina Auer als Special Guest. Aufgenommen wurde es „ganz professionell“ in einem Tonstudio. „Ich wollte nämlich klotzen, nicht kleckern.“

„Das bisherige Feedback ist toll“

Den entsprechenden Stream kann sich nun jeder kaufen. „Das bisherige Feedback ist toll“, sagt Seibert. Und ergänzt schmunzelnd: „In diese ganze Streaming-Thematik habe ich mich erst richtig reinarbeiten müssen.“ Reich werde er damit nicht, aber „das ist eine langfristige Geschichte, und meine Kosten kommen schon wieder rein.“

Und außerdem ist da noch Weihnachten. Beim letzten Gespräch mit unserer Zeitung im Januar hatte er noch davon geträumt, einmal ein Weihnachtsalbum aufnehmen zu können. Aber bis zu Corona fehlte ihm einfach die Zeit dazu. „Jetzt ist sie gekommen“, jubelt er.

Und eines ist jetzt schon sicher: Corona hin oder her, Weihnachten wird deswegen garantiert nicht abgesagt.

Der Stream

Das Konzert kann man über folgenden Weg streamen: Auf Mark Seiberts Homepage einfach auf „Buy“ unter dem Trailer-Video klicken, E-Mail-Adresse und ein Passwort eingeben. Der Stream kostet 22 Euro, Lesern dieser Zeitung bietet Seibert einen Rabatt an, der bis einschließlich Sonntag, 31. Mai, 23.59 Uhr gültig ist. Wenn man als Gutscheincode FULDAER ZEITUNG (bitte Großschreibung und Leerzeichen beachten) eingibt, werden automatisch 20 Prozent abgezogen, und man zahlt bequem per Kreditkarte oder PayPal. Dann öffnet sich darunter ein Fenster auf dem das Video läuft. Für 48 Stunden hat man Zugriff auf das Video.

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