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„Robin Hood“-Musical: Riccardo Greco spielt den Guy von Gisbourne

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Riccardo Greco wird in „Robin Hood“, dem neuen spotlight-Musical, Guy von Gisbourne spielen. Dazu stand der 32-Jährige unserer Zeitung Rede und Antwort.

Von unserem Redaktionsmitglied Anke Zimmer

Guy von Gisbourne ist in der Robin-Hood-Legende wahlweise ein Mann, der angeheuert wird, den Helden zu töten, oder er ist verliebt in Marian, die ihn missachtet, was seinen Hass steigert. Wer ist er in dem spotligh-Musical?

Um nicht zu viel zu verraten, er ist ein bisschen von beidem (lacht). Nur wird er im Musical nicht angeheuert, er ist eine sehr selbstbestimmte Person, was die Rolle für mich auch sehr spannend macht.

Die Rollen der Bösewichte sind oft interessanter angelegt als die der Helden. So auch hier?

Das liegt natürlich im Auge des Betrachters. Meiner Meinung nach sind die Bösewichte vielschichtiger, da niemand von Grund auf böse ist. Im Stück wird sehr gut erklärt, warum Guy „böse“ wird. Ich mag den Ausdruck „böse“ nicht so gerne. Das trifft zu sehr ein Klischee, welches ich nicht bedienen möchte. Seine Taten entstehen aus einem Hass, der seinen Ursprung in einer tief empfunden Ungerechtigkeit hat, welche wiederum aus seiner sozialen Stellung und dem daraus entstanden unvermeidlichen Werdegang resultiert. Damals waren Biografien quasi schon vorgezeichnet. Man hatte keine große Wahl.

Beim neuen Musical hat Robin Hood mehrere Facetten, wie die Darsteller bereits andeuteten, er ist nicht immer der strahlende Held. Hat Gisbourne im Gegenzug vielleicht sympathische Seiten?

Absolut. Er ist sehr loyal und diszipliniert. Das Stück ist noch in der Entstehungsphase, und ich bin neugierig, ob es dem Regisseur gelingt, noch sympathische Charakterzüge herauszuarbeiten. Um die Komplexität der Rolle zu verstehen, sollte man wissen, dass es mit King John einen noch „böseren“ Charakter gibt, und Guy handelt oft im Auftrag von King John.

Können Sie schon sagen, wie umfangreich und wie facettenreich diese Rolle sein wird?

Das Stück ist, wie gesagt, noch in der Entstehungsphase. Deshalb kann ich dazu leider noch nicht viel sagen. Ich freue mich vor allem darauf, die Rolle facettenreich anzulegen. Das ist das Privileg, welches man in einer Welturaufführung hat.

Was wird für Sie die größte Herausforderung bei der Rolle sein?

Die Boshaftigkeit von Gisbourne dem Publikum als unausweichlich verständlich zu machen und sein Verhalten damit nachvollziehbar zu machen.

Meine Lieblingsfrage, die ich immer stelle, auch wenn sie nicht originell ist: Wo sind die Parallelen zu Ihnen und der Figur und wo liegen die größten Unterschiede? Gibt es Charakterzüge, in denen Sie sich wiedererkennen?

Schon. Ich habe auch einen sehr großen Ehrgeiz und Anspruch an mich selbst. Wenn ich ein Ziel habe, muss ich es erreichen. So weit wie Guy würde ich dabei aber niemals gehen.

Das spotlight-Musical ist komplett neu und damit auch Ihre Rolle. Gibt es dennoch Vorbilder, an denen Sie sich orientieren, etwa vom Film?

Generell mag ich es nicht, mir etwas abzuschauen. Mein Beruf ist so dankbar, und ich brenne dafür, Rollen Leben einzuhauchen und zu meinem zu machen.

In Fulda sind Sie zum ersten Mal dabei, sehe ich das richtig? Wenn ja: Was war für Sie der Reiz, sich hier zu engagieren?

Das Kreativteam ist großartig, und die Geschichte ist toll. Außerdem habe ich gehört, dass es im Sommer in Fulda ganz besonders schön sein soll. Freue mich darauf, die Stadt zu erkunden!

Werden Sie alle Vorstellungen spielen, oder gibt es ähnlich wie bei der Hauptrolle eine Mehrfachbesetzung?

Ich werde alle Vorstellungen bis auf die Dienstage spielen.

In Ihrer Vita stehen so viele Rollen, dass ich mich kaum getraue zu fragen, was Sie noch nicht gespielt haben und welchen Charakter Sie gerne mal übernehmen würden...

Tatsächlich habe ich noch nie den „Bösen“ gespielt. Das ist eine Premiere für mich. Solche Rollen würde ich in der Zukunft sehr gerne öfter spielen.

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