An heißen Tagen wäre das Nichtschwimmerbecken im Fuldaer Rosenbad sonst proppenvoll gewesen. Am Montag war noch genug Platz.
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An heißen Tagen wäre das Nichtschwimmerbecken sonst proppenvoll gewesen. Am Montag war noch genug Platz.

Rosenbad in Fulda

Freibad-Besuch in Corona-Zeiten: Es ist leiser und leerer - aber es gibt lange Schlangen

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Schon mit weitem Abstand von den Schwimmbecken hört und sieht man, dass dieses Freibadjahr ein anderes ist: Das fröhliche Gejohle von Kindern ist viel leiser, und die Liegewiesen sind viel leerer als sonst. Dennoch gibt es Schlangen am Eingang.

  • Das Rosenbad in Fulda bietet drei Zeitfenster für den Schwimmbad-Besuch an.
  • Der stellvertretende Betriebsleiter des Rosenbades zieht eine positive Zwischenbilanz.
  • Auch von den Badegästen im Rosenbad gab es am Montag nur Lob.

Fulda - Die Schlangen sind eine Folge des Corona-Hygienekonzepts des Freibadbetreibers RhönEnergie. Für die Gäste gibt es täglich drei Zeitfenster: Von 9 bis 12 Uhr, von 13 bis 16 Uhr und von 17 bis 19 Uhr. Zu Beginn eines jeden Zeitfensters bilden sich Schlangen am Eingang. Dort geht es aber schnell, denn die Eintrittskarte muss man vorher online gekauft haben. An der Kasse zeigt man das Ticket als Ausdruck oder auf dem Handy.

Maximal 600 Gäste dürfen gleichzeitig aufs Gelände. Im Bad wird noch einmal gezählt, nämlich beim Zugang zu den Schwimmbecken. Maximal 360 Besucher dürfen gleichzeitig in die Becken.

Im Fuldaer Rosenbad gibt es in Corona-Zeiten so gut wie keine Beschwerden - auch an heißen Tagen nicht

„Es gibt so gut wie keine Beschwerden. Das Klima ist angenehmer, als ich gedacht hatte. Selbst wenn es heiß ist und die Plätze begehrt sind“, sagt Peter Bolz, stellvertretender Betriebsleiter. „Die veränderten Abläufe im Rosenbad haben sich gut eingespielt und die große Mehrheit der Badegäste hält sich diszipliniert an Abstands- und Hygieneregeln“, äußert auch die RhönEnergie-Pressestelle.

Wegen der restriktiven Vorgaben sind die Besucherzahlen deutlich niedriger als in Vorjahren. „In anderen Hochsommern hatten wir 30.000 bis 40.000 Besucher pro Monat und an Spitzentagen bis zu 5800 Badegäste. Im gesamten Juli 2020 waren es hingegen nur 12.000 Gäste“, sagt die RhönEnergie.

Corona-Beschränkung: Plätze im Fuldaer Rosenbad reichen meist aus - nur fünf Zeitfenster im Juli waren ausverkauft

Dass die Plätze nicht reichen, kommt vor, ist aber selten: „Im Juli haben wir 85 Zeitfenster angeboten, davon waren fünf ausverkauft. Am Samstag und Sonntag des vergangenen sehr heißen Wochenendes waren jedoch sämtliche Slots belegt und wir hatten jeweils 1600 Besucher im Bad, am Freitag 1400“, berichtet die RhönEnergie.

Immer, wenn einer der täglich drei Zeitblöcke für Besucher beginnt, bilden sich am Eingang Schlangen – Schlangen, in denen manche nicht immer den Mindestabstand einhalten.

Mit den Buchungsverfahren kommen die meisten Besucher gut zurecht, erklärt die RhönEnergie:„Der Ticketkauf sowie das Versenden der QR-Codes verlaufen weitestgehend problemlos. Bisher haben wir 14.000 Online-Tickets verkauft. Kritik gab es lediglich von Badegästen, die keinen Internetzugang haben und bei der Ticket-Buchung deshalb auf die Hilfe Dritter angewiesen sind.“ Besucher können die Karten bis zwei Stunden vor ihrem Zeitfenster umbuchen, und in Einzelfällen versuchen Gäste noch vor dem Freibad, per Handy den Eintritt zu buchen.

Lob von den Besuchern des Rosenbades: „Organisation ist sehr gut“

Auch von Besuchern gab es am Montagnachmittag nur Lob: „Die Organisation ist sehr gut. Beim Warten am Eingang hält sich allerdings niemand an Mindestabstände“, sagt Ulrike Lakhdari (57) aus Fulda. „Gut ist, dass man durch das Online-Buchen schon vorher weiß, ob man einen Platz bekommt oder nicht“, sagt Iris Weber (49) aus Eichenzell. Sie kam spontan ins Bad, weil ihr Sohn ein Ticket gebucht hatte und krank wurde. „Eigentlich zahle ich nur bar. Aber die Buchung hier ist unkompliziert, und der Einlass ging schnell“, äußert Marcel Larbig (47) aus Flieden. „Der Freibadbesuch ist entspannter, und der Geräuschpegel ist niedriger als sonst“, lobt Michel Scheuber (65) aus Flieden.

Nicht alle Schwimmer sind glücklich, räumt die RhönEnergie ein: „Einige Stammkunden bedauern, dass es in diesem Jahr keine Saisonkarten gibt, womit sich bei Vielschwimmern die Eintrittskosten gegenüber den Vorjahren erhöhen.“

Neben dem Rosenbad haben auch weitere Freibäder in der Region geöffnet. Welche das sind, erfahren Sie in unserer Übersicht. Auch einige Badeseen haben geöffnet. Unterdessen fürchtet die DLRG durch Corona mehr Badeunfälle. Der Landkreis hat das Corona-Badeverbot für den Guckaisee bei Poppenhausen gerechtfertigt. . Das letzte Badewochenende könnte für Osthessen dann jedoch gekommen sein, denn: Am dritten Augustwochenende schlägt das Wetter um.

Lesen Sie hier: Noch gibt es keine Pläne für die Öffnung der Hallenbäder - Droht das nächste Fiasko?

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