Fotos: Biosphärenreservat, Carolin Müller

Rotmilan-Projekt ausgezeichnet: Fast 400 Brutpaare in der Rhön

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Gersfeld - Hohe Anerkennung für den Schutz des Charaktervogels der Rhön: Das Artenhilfsprojekt „Rotmilan in der Rhön“ ist als offizielles Projekt der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet worden. Dr. Volker Scherfose vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat Projektmanager Julian Oymanns von der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön die Urkunde überreicht.

In erster Linie geht es bei dem Projekt darum, für den Rotmilan so gute Nahrungs- und Lebensgrundlagen zu schaffen, dass er sich wohlfühlt und der Bestand nicht nur stabil bleibt, sondern im besten Fall vergrößert wird. Die Nahrungssituation soll zum Beispiel in der immer monotoner werdenden Agrarlandschaft verbessert werden. Wildbiologe Julian Oymanns geht davon aus, dass es knapp 400 Brutpaare des Greifers in der Rhön gibt. Voriges Jahr habe die große Trockenheit dazu geführt, dass nur wenige Bruten erfolgreich waren, in diesem Jahr sei es viel besser gewesen.

Mehr als 100 ehrenamtliche Helfer

Mit der Auszeichnung nimmt das Artenhilfsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Rhöner Landkreise (ARGE Rhön) unter Oymanns’ Leitung eine besondere Vorbildfunktion zum Schutz der biologischen Vielfalt ein. Seit 2014 werden der Charaktervogel der Rhön und sein Lebensraum genauer untersucht. Mehr als 100 ehrenamtliche Rhöner helfen jedes Jahr bei der Lokalisierung der Brutstandorte, um frühzeitig Störungen am Nest vorbeugen zu können.

Menschen für Schutz der Biodiversität begeistern

Zwei Jahre lang darf das Projekt nun den Titel „Ausgezeichnetes UN-Dekade-Projekt“ führen. Ziel der UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020 in Deutschland ist es, möglichst viele Menschen für den Schutz und den Erhalt der Biodiversität zu begeistern. Die Vereinten Nationen hatten die Dekade ausgerufen, um den überwiegend durch menschliches Handeln verursachten Rückgang der weltweiten Artenvielfalt aufzuhalten. Am Ende des Jahrzehnts sollen mehr Menschen wissen, was biologische Vielfalt ist, warum wir sie brauchen und wie jeder etwas dazu beitragen kann, sie zu erhalten. Die deutsche UN-Dekade Biologische Vielfalt wird im Auftrag vom Bundesumweltministerium (BMU), dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Geschäftsstelle der UN-Dekade umgesetzt. Zentrales Instrument ist die Zertifizierung von vorbildlichen Projekten und Beiträgen.

Austausch über Forschungsergebnisse

Dr. Volker Scherfose, Leiter des Fachgebietes Gebietsschutz/Großschutzgebiete beim BfN, überreichte Rotmilan-Projektmanager Julian Oymanns und Kollegen der Rhöner Verwaltungsstellen die Urkunde in Fulda, wo diesmal das Jahrestreffen der AG Forschung und Monitoring von EUROPARC Deutschland stattfand. Mitarbeiter der Verwaltungsstellen der deutschen UNESCO-Biosphärenreservate haben sich mit Experten aus ganz Deutschland über aktuelle Forschungsergebnisse ausgetauscht. Auch ein Workshop zum Thema „Forschung und Monitoring in den Naturdynamikzonen der Nationalparke und Kernzonen der Biosphärenreservate“ des BfN war Teil der Tagung.

Mehr zu dem Projekt – unter anderem über den scheidenden Leiter Oymanns – lesen Sie am Mittwoch in einem ausführlicheren Bericht in der gedruckten Ausgabe der Fuldaer und Hünfelder Zeitung sowie in der digitalen E-Paper-Ausgabe. / lea

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