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130 Sängerinnen und Sänger proben seit Wochen für das „Bonifatius“-Musical

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - „Bonifatius!“ „Bonifatius!“ Laut und klangvoll schallt es aus dem Saal des Pfarrzentrums am Fuldaer Dom. Nicht von ungefähr: Hier probt der 130-köpfige Chor, der ab Donnerstag das Open-Air-Musical stimmgewaltig begleiten wird.

Von unserem Redaktionsmitglied Anke Zimmer

Carsten Rupp steht in Socken auf einem Stuhl. Um den Überblick zu behalten und um von allen gesehen zu werden. Denn in dem Saal des Pfarrzentrums haben Männer und Frauen zwischen 17 und 78 Jahren Aufstellung genommen, um seinen Anweisungen zu folgen. Die Luft ist stickig, aber das fällt den Sängerinnen und Sängern gar nicht auf.

Mit Leidenschaft haben sie sich in eine Aufgabe gestürzt, die nicht alltäglich ist: Sie haben sich für einige Wochen zusammengerauft zum – wir nennen ihn jetzt mal so – Bonifatius-Chor. Ab Donnerstag werden sie auf der vom Publikum aus rechten Seite der Bühne vor dem Dom stehen und für ein „Wow“-Erlebnis sorgen, wie Helena Ryan, die Jüngste im Bunde, sagt.

Große Altersspanne

Die 17-Jährige ist jetzt schon ganz euphorisch, wenn sie an die Aufführungen denkt. In gleichem Maß aber schwärmt sie von dem Projektchor, der sich im Wesentlichen aus Mitgliedern der Winfridia, des Domchores Fulda, der Chores am Marianum und des Chores Loreley aus Engelhelms zusammensetzt. „Und natürlich Männern und Frauen, die in keinem Ensemble sind“, wie Rupp ergänzt. Sogar aus Thüringen und Gießen kommen sie. Was Ryan so begeistert: „Die Altersspanne ist groß, aber es gibt keinen, mit dem ich als Jüngste nicht reden kann.“ Und um das zu beweisen, stimmt ihr der Älteste, Michael Traut, gleich zu.

Bereits bei der Uraufführung dabei

Elf von insgesamt 19 Nummern unterstützt der Bonifatius-Chor, musikalisch ist die Spannbreite groß. Sie lassen an diesem Tag im Pfarrzentrum für die Besucherin die „Donareiche“ dunkel krachen, stimmen „Miserere“ an, das an die Renaissance erinnert. Und dann folgt das flott-poppige „Starke Frauen“.

„Musikalisch ist das kein Vergleich zu ,Bonifatius‘ von 2004“, bemerkt Stefanie Burghardt, und sie muss es wissen. Bereits bei der Uraufführung des Musicals waren heimische Sänger mit im Boot, sie auch. Die 47-Jährige lacht: „Damals, vor 15 Jahren, gehörte ich zu den Ältesten.“ Und mit einem schelmischen Blick zu Traut: „Wir mussten tanzen und deswegen jung sein.“ Er nimmt es mit Humor.

Proben finden zweimal in der Woche statt

Seit Juni proben die 130 Mitglieder zweimal die Woche. Und Carsten Rupp ist voll des Lobes für alle: „Jede Probe war immer gut besucht, keine, bei der nicht mindestens 80 Leute dabei waren. Auch in der Ferienzeit!“ Ganz zu schweigen von der Stimmung, die im Team herrscht. Stickige Luft hin oder her. Sie nennen es unisono die „Magie der Bühne“, die sie so begeistert.

Das Musical durften die Chormitglieder bei einem Probendurchlauf im Marianum bereits sehen. Denn wenn es ernst wird vor dem Dom, dürfen sie nicht von der Bühnenseite auf die Spielfläche linsen, sondern müssen Rupp im Blick behalten und auf seine Anweisungen achten, wie sie erklären. Er ist Spiegeldirigent der musikalischen Leiterin Inga Hilsberg, die auf der anderen Seite der Bühne das Orchester leitet.

Lieblingslieder der Chormitglieder

Haben die Chormitglieder Lieblingssongs? Ryan und Burghardt einigen sich prompt auf „Salz der Erde“. Und Michael Traut lacht: „,Starke Frauen‘ finde ich am besten. Als es darum ging, das Lied einzustudieren, war ich voller Eifer dabei. Um dann darauf hingewiesen zu werden, dass wir Männer bei dem Stück nichts zu sagen haben.“

Eines aber bedauern alle. Dass die Sängerinnen und Sänger nach dem 28. August wieder auseinander gehen werden. „Oh Gott, ja!“, entfährt es Helena Ryan. „Das ist ja schon bald. Dabei ist der Chor doch ein Teil meines Lebens geworden.“ Gibt es ein schöneres Kompliment an ein solches Team?

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