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Bad Salzschlirfs Gemeindevertreter befürworten einen freiwilligen Polizeidienst

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Bad Salzschlirf - Die Gemeindevertreter Bad Salzschlirfs haben die Einführung des freiwilligen Polizeidienstes beschlossen – unter Bedingungen: Um Kosten zu sparen, sollen Großenlüder und Schlitz mit ins Boot geholt werden. Tun sich die drei Kommunen nämlich zusammen und gründen eine Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ), würden Fördermittel fließen.

Von unserem Redaktionsmitglied Hanna Wiehe

Die Zahl der Straftaten in Bad Salzschlirf ist gering, Brennpunkte gibt es im Kurort nicht – da sind sich Gemeindepolitik und Polizei einig. Aber: „Die Zahl der Vorfälle und Schäden von Vandalismus sind angestiegen“, sagte Bürgermeister Matthias Kübel (CDU). Unerfreuliches jüngstes Beispiel: der Fund von Buttersäure im Park der Generationen.

Die Gemeinde habe verschiedene Maßnahmen geprüft, darunter zusätzliche Polizeistreifen und Videoüberwachung. Bernhard Jäger, Leiter der Polizeidirektion Fulda, stellte daraufhin den Gemeindevertretern eine Alternative vor: den Freiwilligen Polizeidienst. Im Landkreis Fulda nutzten diesen laut Jäger inzwischen zwölf Städte und Gemeinden. 20 freiwillige Helfer gebe es. „Unsere Erfahrung ist: Die Bevölkerung respektiert die Helfer, die Akzeptanz ist groß“, sagte Jäger.

Freiwilliger Polzeidienst zeigt Präsenz und gibt Sicherheitsgefühl

Diese würden oft in Grünanlagen, an Spielplätzen oder bei Veranstaltungen eingesetzt. Zum Selbstschutz seien sie mit Pfefferspray ausgerüstet. „Sie zeigen Präsenz und geben den Bürgern das Gefühl: Es ist jemand da“, erklärte Jäger. Die sieben Euro, die die Ehrenamtlichen für ihren Einsatz bekommen, zahlt die Gemeinde, die die Helfer einsetzt.

Zur besseren Finanzierung schlug Bürgermeister Kübel den Gemeindevertretern vor mit Großenlüder und der Stadt Schlitz eine Interkommunale Zusammenarbeit im Bereich des Freiwilligen Polizeidienstes zu gründen. Dafür gebe es eine Förderung von 25 000 Euro pro teilnehmende Kommune.

Gemeindevertretung stimmt unter Vorbehalt zu

Die Ehrenamtlichen könnten dann in den jeweiligen Kommunen zum Einsatz kommen und bei Bedarf – zum Beispiel bei Ortsfesten – aufgestockt werden. Mit der Fördersumme könnte eine Doppelstreife bei zehn Einsatzstunden pro Woche drei Jahre lang finanziert werden. Einstimmig beschloss die Gemeindevertretung die Einrichtung des Freiwilligen Polizeidienstes – sofern es eine Förderung für eine IKZ gibt.

Eingeführt wurde der Freiwillige Polizeidienst in Hessen im Juni 2000. Das Gesetz sieht vor, dass die Polizeihelfer in Uniform Personen befragen, Personalien aufnehmen, Platzverweise aussprechen und verdächtige Gegenstände sicherstellen dürfen. Die Ausbildung umfasst mindestens 50 Stunden. Zuständig für die Koordination der Einsätze ist die Polizei in Absprache mit der Stadt oder der Gemeinde. Weitere Details zu dem Freiwilligen Polizeidienst in Bad Salzschlirf, unter anderem welche weiteren Problemstellen es in der Kurstadt gibt, erfahren Sie in der Freitagsausgabe der Fuldaer Zeitung.

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