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Sattelzug nach Siebenbürgen: Malteser schicken letzten Hilfstransport

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Kerzell - 30 Jahre lang haben die Malteser ihre Partner in Siebenbürgen mit Hilfslieferungen unterstützt. Im April soll es einen weiteren Transport geben. Danach werden die alljährlichen Hilfsgüter Transporte enden. Die Hilfe durch Spenden und Weihnachtspäckchen soll es weiter geben.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Im April diesen Jahres fährt der Malteser Hilfsdienst Kerzell seinen letzten Hilfstransport nach Rumänien. „Für die Einstellung nach drei Jahrzehnten gibt es drei Hauptgründe“, berichtet Georg Hornung aus Bronnzell, der viele Male dabei war, wenn Hilfsgüter in Osthessen gesammelt und in Siebenbürgen verteilt wurden.

„Es wird immer schwieriger, ehrenamtliche Helfer zu finden, denn das Zusammenstellen der Transporte war sehr viel Arbeit“, berichtet Hornung. In einem Treffen der beiden regionalen Malteser-Gruppen und Vertretern der nationalen Verbände habe man zudem festgestellt, dass die Hilfsgüter nicht mehr so benötigt werden wie vor 10 oder vor 20 Jahren.

Kerzell unterstützt Malteser in Rumänien auch weiterhin

„In Second-Hand-Läden kommen die Betroffenen oft auch günstig zu den Dingen, die sie brauchen“, berichtet Hornung. Schließlich kostet das Lager in Hattenhof und die Transporte Geld.

Nach ihrem letzten Transport im April wollen sich die Malteser darauf konzentrieren, Geld für die Partner in Siebenbürgen zu sammeln. „Die rumänische Partnergruppe der Malteser hat in den vergangenen Jahren viele gute Projekte angestoßen und auch schon umgesetzt. Die Malteser Ortsgruppe Kerzell wird auch in Zukunft die Arbeit der Malteser vor Ort in Rumänien mit Spenden und Wissen unterstützen“, erklären die Malteser.

Mit den eingehenden Spendengeldern werden inzwischen mehrere Projekte der rumänischen Malteser unterstützt. Unter anderem gibt es eine Mutter-Kind Gruppe in der alleinerziehende, minderjährige Mütter Unterstützung finden. Menschen, die sich keine adäquate medizinische Versorgung leisten können, werden in regelmäßig stattfinden Sprechstunden behandelt. Angehörige von älteren und hilfsbedürftigen Personen bekommen Unterstützung bei der Pflege.

Schulbildung für Minderheiten

Die Siebenbürger Malteser unterstützen 250 meist kinderreiche Familien und 100 Senioren, die am Rande des Existenzminimums leben. Die rumänischen Partner betreiben zudem mit den örtlichen Behörden eine Obdachlosenunterkunft. Hier können täglich rund 50 Personen übernachten.

„Dort werden sie auch ärztlich betreut, haben die Möglichkeit, sich zu waschen und werden mit sauberer Kleidung ausgestattet. „Eine Schule bekommt ebenso Hilfe. Dort werden die in Rumänien oft schlecht behandelten Minderheiten unterrichtet und dabei unterstützt, sich in der modernen Gesellschaft zurechtzufinden“, berichtet Hornung.

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