Foto: Michael Boehmlaender

Schaupieler Christian Schöne freut sich auf seine erste Hauptrolle

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Der Sänger und Schauspieler Christian Schöne, in Fulda vor allem bekannt als Anastasius aus „Die Päpstin“ und als Schah Karim aus „Der Medicus“, bricht auf zu neuen Rollen-Ufern. Aktuell steht er in Füssen auf der Musicalbühne in der Titelrolle von „Ludwig 2“, in einer Füssener Passion wird er Judas sein – und den Vater von Päpstin Johanna wird er in der bayerischen Inszenierung auch spielen.

Von unserem Redaktionsmitglied Anke Zimmer

„Es kommt immer anders, als man denkt“, sagt Musicaldarsteller und Sänger Christian Schöne im Gespräch mit unserer Zeitung gleich zur Begrüßung und erklärt, was er konkret meint: „Ich bin vor ein paar Monaten nach Fulda in die Innenstadt gezogen, um näher bei der spotlight zu sein, und auf einmal öffnen sich lauter Türen in Füssen.“ Statt seinen Arbeitsplatz mit nur ein paar Schritten zu erreichen, „sitze ich nun rund fünf Stunden im Zug“.

Es kam Schlag auf Schlag

Wie das kam? Bereits 2019 war er in Füssen als Märchenkönig zu erleben, allerdings nur viermal. Doch irgendwie passte dort die Chemie, und deswegen übernimmt Schöne in diesem Jahr an sieben weiteren Abenden, darunter am 11. Januar, die Rolle des „Kini“ (weitere Termine können noch hinzukommen). Und als er unlängst in der Stadt weilte, die für „ihren“ Ludwig ein großes Festspielhaus parat hält – der private Betreiber hatte sich daran finanziell beinahe verhoben –, kam es plötzlich Schlag auf Schlag. „Innerhalb einer Woche konnte ich vier Verträge unterschreiben“, sagt Schöne.

Er zählt die Stücke auf, in denen er dort zu sehen sein wird und für die er mehrfach die Zugfahrt von Fulda über München hin an den Forggensee in Kauf nehmen wird: „Ludwig 2“, „Die Päpstin“, „Passion 20:20“ und „Der Ring“. „Eigentlich dachte ich, dass Füssen nur mein zweites finanzielles Standbein sein würde“, sagt Schöne, „und dass mein Hauptauftraggeber in Fulda säße.“ Aber wie gesagt: Willst du Gott zum Lachen bringen, dann schmiede Pläne.

Die erste Hauptrolle

Eine Zusammenarbeit mit spotlight hat sich für dieses Jahr jedenfalls nicht ergeben. Stattdessen betritt Christian Schöne in Füssen Neuland. Der Märchenkönig in all seiner Zerrissenheit „ist meine erste Hauptrolle und eine Herausforderung“, erklärt er. Nicht nur, weil er permanent auf der Bühne stehen wird. Sondern weil er ihn als komplexen Menschen darstellen will, der sich „in seiner Sehnsucht nach dem Schönen den Menschen ab- und der Kunst zuwendet“.

Und nicht zu vergessen: der Kult um den Kini. „In Bayern, vor allem in Füssen, musst du schon aufpassen, wie du Ludwig darstellst. Du kannst dir nicht alles erlauben“, sagt er. Die Bajuwaren hegen genaue und hohe Erwartungen an ihren Ludwig. Ihn etwa zu komödiantisch oder zu exzentrisch zu gestalten, geht gar nicht. Die Frage, wohin er seine Liebe letztendlich fließen ließ, bleibt offen. „Es ist einfach eine Gratwanderung.“

Er spielt den Judas

Neue Facetten seiner eigenen Darstellungskunst wird Schöne aber auch in der Füssener „Päpstin“ herausarbeiten. „Dort bin ich nicht wie zuletzt in Fulda als Anastasius besetzt, sondern als Johannas Vater.“ Er sei zunächst überrascht gewesen, als ihm diese Rolle angetragen wurde. Und er freut sich: „Meine erste Vaterrolle!“

Mit der „Passion 20:20“ geht Schöne dann ganz neue Wege. Denn das wird ein Multimedia-Experiment der besonderen Klasse. Rundum Projektionen, die Bewegungen der Schauspieler und das Licht werden eine Einheit bilden, es gibt ein 360-Grad-Sounderlebnis. Die Ostergeschichte wird „ganz ohne Jesus erzählt“, verrät der Darsteller, „sondern nur anhand der um ihn herum agierenden Personen, Maria Magdalena etwa, oder eben Judas“. Den er spielen wird.

Noch in Verhandlung ist „Zeppelin“, ein Musical aus der Feder von Grand-Prix-Legende Ralph Siegel um den Flugschiffpionier und um die letzte Fahrt der Hindenburg, das ab November in Ludwigs Festspielhaus aufgeführt wird. „Das wird eine große Nummer, die mediale Aufmerksamkeit wird riesig.“

Konzert in Fulda geplant

Schlechte Karten also für die Fuldaer unter Christian Schönes Fans? Nicht ganz. Denn er hat vor, hier im Spätsommer ein Konzert zu organisieren: „Songs From The Heart“ wird es heißen. Dazu lädt er Kollegen und Kolleginnen ein, die mit ihm verschiedene Lieder singen werden, „nicht nur Musical-Songs“, wie er sagt. Er wird auch eigene Songs präsentieren, unplugged mit der Gitarre womöglich.

„Es wäre toll, wenn sich das in Fuldas jährlichem Kulturkalender etablieren könnte.“ Aber ein Schritt nach dem anderen. Termin und Ort für die Premiere stehen derzeit jedenfalls noch nicht fest. Nur eines ist gewiss: Sein Arbeitsweg wird dann endlich ein kurzer sein.

Karten für die Musicals in Füssen gibt es in allen Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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