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Mordfall Gabriele Schmidt bei „Aktenzeichen XY“ - Polizei Fulda bittet nach 40 Jahren erneut um Hinweise

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Von: Sebastian Reichert

Mit dem ungeklärten Mordfall Gabriele Schmidt aus Fulda beschäftigt sich „Aktenzeichen XY“ (ZDF) mit Rudi Cerne in der nächsten Sendung am 13. April 2022.
Mit dem ungeklärten Mordfall Gabriele Schmidt aus Fulda beschäftigt sich „Aktenzeichen XY“ (ZDF) mit Rudi Cerne in der nächsten Sendung am 13. April 2022. © Nadine Rupp/ZDF, Staatsanwaltschaft/Polizei Fulda

Mit einem „Cold Case“-Fall aus Fulda hat sich „Aktenzeichen XY“ (ZDF) mit Rudi Cerne in der Sendung am 13. April 2022 beschäftigt. Es ging um einen bislang ungeklärten Mordfall, zu dem es vor fast 40 Jahren kam. Um den Mordfall Gabriele Schmidt.

Update vom 14. April, 7.34 Uhr: In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ gingen am Mittwochabend mehrere Hinweise zum Mord an Gabriele Schmidt ein.

Erstmeldung vom 7. April, 11.09 Uhr:

Fulda - „Der brutale Mord an einer Fünfjährigen 1983 beschäftigt Rudi Cerne in der nächsten Ausgabe“, schreibt das ZDF zu der „Aktenzeichen XY... ungelöst“-Sendung, die am nächsten Mittwoch (13. April 2022) ab 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. „Er und die Kripo hoffen auf Hinweise der Zuschauerinnen und Zuschauer.“

Gemeint ist der „Cold Case“-Mordfall in Fulda von Gabriele Schmidt aus dem Jahr 1983. In einer gemeinsamen Pressemitteilung informierten die Staatsanwaltschaft Fulda und und das Polizeipräsidium Osthessen am Donnerstag (7. April 2022), darüber dass der Mordfall, der vor fast 40 Jahren passierte, in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ thematisiert wird.

Fulda: Mordfall Gabriele Schmidt - Polizei bittet bei Aktenzeichen XY (ZDF) um Hinweise

„Mord verjährt nicht“, schreiben Dr. Christine Seban, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Fulda, und Sandra Hanke, Pressesprecherin am Polizeipräsidium Osthessen. Der Mordfall erschüttert die Menschen 1983 in der Region Fulda und darüber hinaus auf das Tiefste - und tut das auch noch fast 40 Jahre später. Er ist immer noch ungeklärt.

„In einem regional bekannten Mordfall aus dem Jahr 1983 suchen die Staatsanwaltschaft Fulda und das Polizeipräsidium Osthessen weiterhin gemeinsam nach Zeuginnen und Zeugen sowie Hinweisen aus der Bevölkerung auf den oder die Täter“, heißt es in Bezug auf die geplante erneute Darstellung des Falles durch einen Ermittler der Kriminalpolizei Fulda am 13. April 2022 in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“.

Laut Staatsanwaltschaft und Polizei war die fünfjährige Gabriele Schmidt ein kleines und ruhiges Mädchen, das sich des Öfteren im Bereich des Mehrfamilienhauses und des dahinter liegenden Gartens in der Magdeburger Straße 27 in Fulda aufhielt (Lesen Sie auch hier: FZ-Redakteurin Daniela Petersen über ihr neues Buch: „Ungeklärte Mordfälle gehen unter die Haut“).

„Nach derzeitigen Erkenntnissen spielte die Fünfjährige auch am Nachmittag des 3. Juni 1983 auf dem Grundstück, das an den Wasserkanal Galgengraben angrenzt.“ Wenige Stunden später meldeten ihre Eltern sie als vermisst. Lediglich die Kleidung des Mädchens habe man zu diesem Zeitpunkt noch in dem Garten des Hauses gefunden.

Im Rahmen einer groß angelegten Suchaktion sei dann in den frühen Morgenstunden des Folgetages die Leiche von Gabriele Schmidt mehrere Meter tief in einem unterirdisch verlaufenden Teil des Wasserkanals entdeckt worden (Lesen Sie auch hier: Spektakuläre Kriminalfälle aus der Region - Hat Monika Weimar vor 35 Jahren ihre Töchter ermordet?).

Mit diesem Bild einer gestellten Szene weist das ZDF auf den Mordfall Gabriele Schmidt in der „Aktenzeichen XY“-Sendung am 13. April 2022 hin.
Mit diesem Bild einer gestellten Szene weist das ZDF auf den Mordfall Gabriele Schmidt in der „Aktenzeichen XY“-Sendung am 13. April 2022 hin. © Screenshot, Saskia Pavek/ZDF

Das kleine Mädchen sei nur noch mit einem Hemdchen bekleidet gewesen. „Eine anschließende Obduktion ergab: Die Fünfjährige wurde sexuell missbraucht und regelrecht zu Tode geschlagen.“ Auch fast 40 Jahre nach diesem erschütternden Mord an einem Kind ermitteln die Staatsanwaltschaft Fulda und die Polizei Osthessen nach wie vor.

„Da alle bisherigen Maßnahmen nicht zur Identifizierung von tatbeteiligten Personen führten, wird ein Ermittler des K10 Fulda die bisherigen Erkenntnisse des Falls am 13. April 2022 in der Sendung „Aktenzeichen XY“ darlegen und um Hinweise aus der Bevölkerung bitten“, erklärten Dr. Christine Seban und Sandra Hanke zu den „Cold Case“-Ermittlungen.

„Die Angehörigen können nicht abschließen. Das ist wirklich schlimm“, sagt Daniela Petersen zu dem ungeklärten Mordfall Gabriele Schmidt. Die Redakteurin der „Fuldaer Zeitung“ hat jüngst ein Buch mit dem Titel „Tatort Osthessen: Spektakuläre Kriminalfälle in der Region“ geschrieben. Unter anderem die Recherchen zu dem Mord an Gabriele Schmidt seien ihr dabei besonders unter die Haut gegangen.

Video: „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ – Alle Fakten zur Sendung

Für Angaben, die zur Ermittlung und Ergreifung des Täters beziehunsgweise der Täter führen, setzte die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 5000 Euro aus. Die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung erfolge unter Ausschluss des Rechtswegs. Die Belohnung sei ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Beamtinnen und Beamte bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.

Für Hinweise zu dem Mordfall Gabriele Schmidt hat die Polizei in Fulda eine Erreichbarkeit unter der Telefonnummer (0661) 1054447 oder im Internet unter der E-Mail-Adresse rki-fulda.ppoh@polizei.hessen.de eingerichtet. „In begründeten Ausnahmefällen können diese auch vertraulich behandelt werden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei abschließend mit.“

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