Fotos: Stadt Fulda, FZ

Schmittsche Villa für Franz Erhard Walthers Werke: Museum für „Sammlung Seng“ angemietet

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FULDA - Der Standort für ein Museum für Werke von Franz Erhard Walther ist gefunden. Die „Sammlung Seng“ wird in der Schmittschen Villa an der Pauluspromenade einen festen Platz bekommen. Die entsprechenden Mietverträge wurden nun unterzeichnet.

Von unserem Redaktionsmitglied Anke Zimmer

Seit Jahren schon steht ein extra Museum für Arbeiten des in Fulda geborenen und inzwischen hier wieder lebenden Künstlers Franz Erhard Walther auf der Wunschliste nicht nur von Freunden moderner Kunst, sondern auch der Stadt Fulda ganz oben. Nun endlich kann der Plan Gestalt annehmen, denn unlängst wurden alle Veträge, die zur Anmietung der Schmittschen Villa, die an der Pauluspromenade in unmittelbarer Nachbarschaft zur Orangerie steht, unterschrieben, wie die Stadt Fulda auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. Nachfolgend ein paar Fragen und Antworten zu dem neuen Museum. Die Auskünfte stammen von Johannes Heller, Pressesprecher des Fuldaer Magistrats.

Was zeichnet die Villa als geeigneten Standort und als geeignetes Haus aus?

Franz Erhard Walther und Gisbert Seng sowie die Stadt Fulda sind sich darüber einig, dass das Haus einen geeigneten Rahmen für die Präsentation der Sammlung bietet. Grundsätzlich ist die Lage des historischen Gebäudes geradezu ideal, schließlich sind in unmittelbarer Nähe auch die „Fünf Raumformen für Fulda“, die Inschrift am modernen Bau des Bistumsarchivs sowie in Kürze auch das König-Konrad-Denkmal als Zeugnisse des Waltherschen Schaffens in Fulda am Originalstandort zu sehen.

Wird die Villa der finale Standort sein?

Franz-Erhard-Walther-Foundation und Stadt sind zuversichtlich, dass mit der Schmittschen Villa zumindest für die nächsten Jahre ein geeigneter Standort gefunden wurde. Möglicherweise wird dieser auch einen dauerhaften Charakter bekommen.

Ab wann steht sie zur Verfügung?

Geplant ist, das Gebäude ab dem 1. Januar 2020 vom Bistum Fulda anzumieten. In den Wochen und Monaten danach wird dann die Detailkonzeption und Umgestaltung erfolgen.

Wie umfänglich werden Renovierungen oder sonstige Veränderungen sein?

Da das Gebäude vom bisherigen Mieter bereits umfangreich saniert wurde, sind Renovierungen nur in geringem Umfang erforderlich. Für künftige Nutzung werden jedoch einige Veränderungen in der Raumstruktur nötig werden, dabei sind insbesondere die Vorgaben des Denkmalschutzes und des Brandschutzes zu beachten.

Gibt es einen Zeitplan für das Museum? Konkret: Wann wird es eröffnet?

Angestrebt ist eine Eröffnung der Räumlichkeiten zum Jahreswechsel 2020/21.

Was kann man schon zu Budget, Personalstruktur und diversen Planungen, etwa was Dauer- und Sonderausstellungen betrifft, sagen?

Für konkrete Äußerungen dazu ist es noch zu früh.

Wird das Museum unter dem Dach des Kulturamtes Fulda laufen? Oder gibt es dafür ganz eigene Organisationsstrukturen?

Nach gegenwärtigem Stand soll die Zuständigkeit für die Ausstellungsräume unter dem Dach des städtischen Kulturamts in Verantwortung von Dr. Frank Verse verortet sein.

Setzt sich der Bestand des Museums im Wesentlichen aus Teilen von Walthers Archiv und Gisbert Sengs Besitz zusammen?

Ja. Gisbert Sengs Sammlung, die sich im Besitz der Franz-Erhard-Walther-Foundation befindet, wird den Kern der Präsentation ausmachen. Die gezeigten Kunstwerke bleiben im Besitz der Franz-Erhard-Walther-Foundation.

Was wird das Ganze kosten und aus welchen „Töpfen“ kommen die Gelder, gibt es eventuell Möglichkeiten zu Querfinanzierungen oder sonstigen Fördermitteln?

Was die Finanzierung der laufenden Kosten für die Präsentation betrifft, werden derzeit Fördermöglichkeiten durch Land, Bund und verschiedene Stiftungen ausgelotet. (Hinweis: Angaben zu den genauen Kosten wurden nicht gemacht.)

Zur Person

Franz Erhard Walther (1939 in Fulda geboren) ist ein deutscher Künstler (Bildhauer, Konzept-, Installations- und Prozesskünstler). Seit einigen Jahren erfährt Walthers Werk eine zunehmende internationale Anerkennung. 2017 erhielt er den Goldenen Löwen als bester Künstler.

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