Patricia Unger auf ihrer kleinen Oase.
+
Patricia Unger auf ihrer kleinen Oase.

Ein Stück Heimat

Der schönste Balkon (2): Die kleine Oase von Studentin Patricia Unger in Fulda

  • Anke Zimmer
    vonAnke Zimmer
    schließen

Auf dem Balkon von Patricia Unger reichen schon sechs Quadratmeter für ein grünes Stück Heimat. Er ist das zweite Beispiel, das wir auf der Suche nach dem schönsten Balkon der Region vorstellen wollen.

  • Unsere Leser haben uns ihr schönen Gärten und Balkone geschickt. Wir stellen die sechs schönsten Garten und die sechs schönsten Bakone vor.
  • Schnittlauch, eine Aster, Chrysanthemen: Studentin Patricia Unger pflegt eine Vielfalt an Pflanzen auf ihrem Balkon.
  • Nebenbei hat Patricia Unger auch eine Vielfalt in ihrer Ein-Zimmer-Wohnung: 70 verschiedene Pflanzenarten finden sich dort.

Fulda - Studentenbuden sind eine Bleibe für kurze Zeit und darum klein, nüchtern und unpersönlich? Was für ein Klischee. Patricia Unger jedenfalls tritt den Gegenbeweis an – und hat sich ein Stück Heimat mitgebracht. Denn die 22-Jährige kommt eigentlich aus Leipzig und studiert derzeit an der Hochschule Fulda Soziale Arbeit.

Der schönste Balkon: Studentin Patricia Unger wartet mit Pflanzenvielfalt auf

Auf der Suche nach einer Bleibe hatte sie (nach einem anfänglichen Desaster) 2018 Glück und wohnt nun in der Marquardstraße. Ein Raum, ein Bad – und ein Balkon. „Der ist das I-Tüpfelchen“, sagt sie – eines, das sie nicht einfach mit Stühlen, Tisch und Blumentopf zugestellt hat. Im Gegenteil: Ganz bewusst hat sich Unger die Pflanzen ausgesucht, sie frönt ihren Vorlieben, „und der Klee stammt aus dem Garten meiner Oma, er ist ein Stück Heimat“, sagt sie.

Von 8 Uhr bis 14.30 Uhr scheint die Sonne auf Patricia Ungers kleine Oase. Diese liegt nicht allzu hoch, ein Dach und eine Steinwand bieten ein bisschen Schutz, ohne den Balkon zur Höhle zu machen. „Aber natürlich musste ich bei den Blumen darauf achten, dass sie einigermaßen Hitze- und Sonnen-resistent sind.“ Da kamen ihr Petunien gerade richtig – zumal ihre in unterschiedlichen Violett-Tönen leuchten. „Diese Blüten halten einiges aus“, sagt die junge Frau. Und sie schützen ihren Balkon vor allzu neugierigen Passanten, denn auch wenn relativ nah die Straße verläuft: Blicke kommen hier nicht durch.

Ein duftendes Jasminbäumchen („auch von meiner Oma“), ein Ahornbäumchen, eine Sonnenblume, ein Hibiskus, außerdem Schnittlauch, Pfeffer-, Erdbeer- und Ananasminze, eine Aster, Chrysanthemen, eine Echinacea: „Ich habe auf große Vielfalt geachtet“, erklärt Unger, „und darauf, dass sich auch Früh- und Spätblüher auf meinem Balkon wiederfinden, damit ich immer was davon habe.“ Das Wissen um die Natur hat sie von ihrer Mutter mitbekommen. „Sie ist Biologin.“

Vorwärts rein, rückwärts raus: Hummel im Fingerhut

Aktion „Sommer in der Heimat“

Unter dem Motto „Sommer in der Heimat“ sucht unsere Zeitung mit der RhönEnergie Fulda, offizieller Partner der Aktion, in diesem Jahr den schönsten Garten und den schönsten Balkon der Region. Dem Gewinner des schönsten Balkons und dem Besitzer des schönsten Gartens winken attraktive Preise.

In anderen Teilen der schönsten Balkone hat Familie Frischkorn aus Fulda ihren Balkon mit Blumen, Kräutern und einem kleinen Tümpel vorgestellt. Außerdem hat Studentin Patricia Unger einen Einblick in den Balkon ihrer Ein-Zimmer-Wohnung gegeben. Trudi Derstappen hat einen Einblick in ihre grüne Oase auf dem sieben Quadratmeter großen Balkon gegeben. Und: Bei den Wuttkes auf der Dachterrasse hat man einen herrlichen Ausblick. Sonja Diethei vereint auf ihrem Balkon den Sylter Strand und Spanien.

In anderen Teilen der schönsten Gärten hat Helmut Mai seinen Obst- und Gemüsegarten vorgestellt. Und einer der schönsten Gärten ist Christina Lattkas Paradies in Schlitz. Birgit Henkel hat in ihrem Garten in Arzell sowohl Gemüse- und Heilpflanzen als auch wunderschöne Blumen. Im Sommer wird sie zur Selbstversorgerin . Karin Baier aus Schmalnau stellt dank der Kräuter in ihrem Garten eigene Salben und Tinkturen her. In Ursula Webers Garten fühlen sich Insekten pudelwohl.

Kein Wunder, dass die Studentin gerne auf ihrem Balkon sitzt, dort lernt und arbeitet. Es ist ein ruhiges Refugium an der frischen Luft. In dem es aber gerne mal summt und brummt. Patricia Unger lacht. Denn sie hat durch Zufall einen Fingerhut bekommen. „Der stammt von einer Freundin, die sich eine Katze zugelegt hat. Weil Fingerhut aber giftig ist, musste er weg und kam so zu mir.“ Jetzt steht er neben ihrem bevorzugten Sitzplatz – und ist bei Hummeln sehr beliebt. „Die lassen es sich hier richtig gut gehen.“

70 verschiedene Pflanzenarten pflegt Patricia Unger in ihrer Ein-Zimmer-Wohnung

Ein kleines Studienobjekt sind die fast flauschigen Insekten für Unger geworden. „Hummeln krabbeln vorwärts rein in die Blüte, und es war so lustig zu sehen, wie sie dann in dem Kelch versucht haben, sich umzudrehen.“ Dafür waren sie allerdings ein bisschen zu pummelig. „Sie mussten erst lernen, dass es nur rückwärts wieder rausgeht“, erzählt die Studentin. Dass beim Besuch auf ihrer Oase prompt ein Exemplar demonstriert, wie das aussieht und sich anhört, nennt man dann wohl Volltreffer.

Patricia Unger achtet darauf, Früh- und Spätblüher auf ihrem Balkon zu haben.

Nebenbei sei abschließend erwähnt, dass Unger in ihrem kleinen Zimmer 70 verschiedene Pflanzenarten hegt und pflegt. Florale Vielfalt braucht eben keine Riesenfläche.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema