Ungewöhnlicher Unterricht in ungewöhnlichen Zeiten: In der Fuldaer Steinschule wird Musik momentan draußen unterrichtet.
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Ungewöhnlicher Unterricht in ungewöhnlichen Zeiten: In der Fuldaer Steinschule wird Musik momentan draußen unterrichtet.

Es hat sich vieles geändert

Schulalltag in der Corona-Pandemie: Zwischenfazit nach vier Wochen Unterricht im Landkreis Fulda

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Ziemlich genau vor einem Monat ist das neue Schuljahr losgegangen. Durch die Pandemie hat sich im Schulbetrieb viel geändert. Die Zwischenbilanz fällt recht positiv aus – sowohl bei den Schulträgern, beim Schulamt und auch in den Schulen selbst.

Kreis Fulda - In der Corona-Krise ist Kreativität gefragt: Ob beim Sport- oder im Musikunterricht – viele Schulen lassen sich etwas einfallen, damit der Stoff auch in Zeiten von Abstandsgebot und Hygieneregeln vermittelt werden kann. An der Fuldaer Freiherr-vom-Stein-Schule zum Beispiel wurde in den vergangenen Wochen draußen musiziert.

„So können unsere vier Bläsergruppen – die zwei Bläserklassen, die Young Band und das Blasorchester – üben. Drinnen ist das so nicht erlaubt“, erklärt André Müller, Musiklehrer und stellvertretender Schulleiter der Steinschule. Er hofft, dass das Wetter noch bis zu den Herbstferien gut ist. „In den Räumen dürfen wir nur Einzelvorträge zulassen. Gemeinsames Singen und Musizieren ist drinnen nicht möglich.“ Für die Corona-Maßnahmen zeigten die meisten Schüler Verständnis, hat er festgestellt: „Ich bin positiv überrascht, dass sich die Kinder doch so gut an die Vorgaben halten.“

In Corona-Zeiten: So läuft der Schulalltag an der Steinschule und an den Grundschulen ab

Auch im Grundschulbereich wird sich offenbar an die Corona-Vorgaben gehalten - zumindest an einer der größten Grundschulen der Region, der Florenbergschule Pilgerzell. „Auf dem ganzen Schulgelände ist Maskenpflicht. Am Anfang haben die Schüler die Maske auch mal vergessen. Aber inzwischen klappt es ganz gut, nachdem wir die Eltern noch einmal darauf hingewiesen haben“, sagt Sonja Wollrath, kommissarische Leiterin der Schule.

Kurz nach Schulstart seien einige Dinge noch einmal verbessert worden, weil sich Probleme ergaben: „Die Schulbusse waren viel zu voll. In Absprache mit dem Landkreis haben wir daher die Stundenpläne abgeändert, um das Ganze morgens zu entzerren. Die Schüler fangen nun zu unterschiedlichen Zeiten an“, sagt Wollrath.

Pausenzeiten und Hygienekonzept: Schulalltag in der Corona-Pandemie hat sich verändert

Auch die Pausenzeiten seien verändert worden, weil auf dem Pausenhof eine räumliche Trennung der Jahrgänge schwierig sei. „Beim Hygienekonzept haben wir geschaut, wie wir die Dinge umsetzen können. Aber nicht überall ist alles möglich“, erklärt die 43-jährige Wollrath und nennt ein Beispiel: Videokonferenzen, die im Corona-Hygieneplan aufgeführt sind, seien an der Florenbergschule nicht möglich, weil das WLAN noch nicht funktioniere.

Am Marianum sind die technischen Voraussetzungen besser, wie Schulleiter Steffen Flicker erklärt: „Wir machen Videokonferenzen und haben eine digitale Lernplattform, die wir während der Schulschließung wegen Corona bereits eingesetzt hatten. Auch jetzt nutzen wir sie weiter.“

Corona-Fälle an Schulen im Landkreis Fulda

Erst kürzlich war das nötig. Eine Klasse musste online beschult werden, weil sich ein Schüler oder eine Schülerin mit dem Coronavirus infiziert hatte. „Als wir davon erfahren haben, wurde die gesamte Klasse nach Hause geschickt. Wir haben die Eltern angerufen, die die Kinder dann abgeholt haben“, sagt Flicker. Das war vor zwei Wochen. Seit Donnerstag ist das sogenannte Betretungsverbot aufgehoben und die Klasse darf nun wieder vor Ort unterrichtet werden. Als der positive Test bekannt wurde, hätten viele Eltern in der Schule angerufen.

Neben dem Marianum traten während der gesamten Coronazeit auch Fälle an neun weiteren Schulen auf: der Johannes-Hack-Schule in Petersberg, der Ferdinand-Braun-, der Marien-, der Richard-Müller- und der Eduard-Stieler-Schule sowie dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft in Fulda, der Johannes-Kepler-Schule und der Schlossschule in Neuhof sowie der Bonifatiusschule in Bad Salzschlirf.

Corona-Maßnahmen werden von Eltern und Schülern akzeptiert

Abgesehen von diesen Einzelfällen, sei jedoch „bislang nicht festzustellen, dass Ansteckungen in der Schule in größerem Ausmaße erfolgt sind, stellt Rita Schmidt-Schales vom Staatlichen Schulamt Fulda heraus. Die Corona-Maßnahmen würden die meisten Schüler und auch deren Eltern akzeptieren. „Jede Schule verfügt über ein schulinternes Hygienekonzept, das an die besonderen räumlichen Bedingungen und an die Schülerzahl angepasst ist“, erklärt Schmidt-Schales.

Die Corona-Hygienepläne würden „grundsätzlich funktionieren“, erklärt auch Frederik Schmitt, Erster Kreisbeigeordneter (CDU). „Zwar hatten wir bislang bereits in zehn Schulen Fälle von positiv getesteten Schülerinnen und Schülern, die Umgebungstestungen haben jedoch ergeben, dass es in den Schulen glücklicherweise zu keinem Infektionsgeschehen gekommen ist“, erklärt Schmitt. Dass Schulen bislang offenbar keine Corona-Hotspots sind, diese Erkenntnis decke sich auch mit den Erfahrungen aus anderen Gesundheitsämtern in Hessen.

Landkreis und Stadt Fulda sind im Austausch mit Schulleitern - Abläufe in Corona-Zeiten optimieren

Der Landkreis ist neben der Stadt Fulda Schulträger. Beide stehen in engem Kontakt mit den Schulen. Erst kürzlich gab es ein Treffen zwischen Stadt und den Schulleitern. „Wir suchen nach Möglichkeiten, die Abläufe und Regelungen zu optimieren“, heißt es in einer Mitteilung der Magistratspressestelle. Bei dem Treffen sei zum Beispiel über das Corona-Hygienekonzept, die Belüftung von Klassenzimmern und die Schülerbeförderung gesprochen worden.

Die vollen Schulbusse wurden bereits kurz nach dem Schulstart von einigen Eltern kritisiert. Langfristig ändern wird sich daran aber offenbar wenig: Wie die Stadt mitteilt, sei eine schnelle Lösung durch den Einsatz von zusätzlichen Bussen nicht in Sicht ist: „Weder Busse noch Busfahrer sind in dem Umfang vorhanden, wie sie für einen Schülertransport unter Einhaltung der Abstandsregeln notwendig wäre“, heißt es in der Mitteilung.

Lesen Sie hier: Schulstart im Kreis Fulda: Bewährungsprobe für die Hygienepläne in Corona-Zeiten

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