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Unruhe in Mittelkalbach: Bistum sagt nach Durchsuchungen Pfarrfest ab - Pfarrer freigestellt

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Von: Suria Reiche, Leon Schmitt

Die Polizei hat am Donnerstag Räumlichkeiten des Pfarrhauses in Mittelkalbach durchsucht und dabei Speichermedien sichergestellt. (Archivfoto)
Bei Durchsuchungen im Pfarrhaus in Mittelkalbach wurden Speichermedien sichergestellt. (Archivfoto) © Jessica Vey

In Mittelkalbach herrscht aktuell große Aufregung: Ermittler haben am Donnerstag das dortige Pfarrhaus durchsucht und dabei Speichermedien sichergestellt. Das Bistum Fulda hat den Pfarrer vom Dienst freigestellt und das Pfarrfest abgesagt.

+++ 14.46 Uhr: Das Bistum Fulda hat Pfarrer André Viertelhausen in dem Zusammenhang mit den Durchsuchungsmaßnahmen im Mittelkalbacher Pfarrhaus „nach Gesprächen und nach Abwägung der bisher bekannten Sachverhalte“ einstweilig vom Dienst freigestellt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bistums hervor.

„Bis auf Weiteres ist der mitarbeitende Priester der Pfarrei, Schulpfarrer Sebastian Bieber, mit der Administration der Pfarrei St. Kilian in Kalbach beauftragt worden“, heißt es außerdem. Einzelheiten zum Verfahren oder Ergebnisse der Durchsuchung lägen dem Bistum nicht vor.

Fulda: Durchsuchungen in Mittelkalbach - Bistum reagiert, Pfarrer reist ab

Update vom 8. Juli, 12.35 Uhr: Während die Hintergründe für die Durchsuchungen im Mittelkalbacher Pfarrhaus am Donnerstag weiterhin unklar sind, hat das Bistum Fulda nun das für Sonntag geplante Pfarrfest in Mittelkalbach abgesagt. Bistumssprecher Matthias Reger sprach auf Nachfrage unserer Zeitung von „gravierenden Gründen“. Weitere Angaben machte das Bistum zunächst nicht.

Wie Mittelkalbachs Ortsvorsteher Arnd Rössel auf Anfrage unserer Zeitung am Freitagmorgen verriet, ist Pfarrer André Viertelhausen indes in seine Heimatstadt Marburg aufgebrochen. Ob die Durchsuchungen der Auslöser für diesen Schritt waren, ist unklar.

Update vom 7. Juli, 17.39 Uhr: Das Bistum Fulda hat jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung mitgeteilt, dass die Durchsuchungen am Donnerstag im Mittelkalbacher Pfarrhaus stattfanden und damit die bereits kursierenden Medienberichte (siehe Erstmeldung) bestätigt.

Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens habe die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt im Laufe des Vormittages Räumlichkeiten durchsucht. „Einzelheiten zum Verfahren oder Ergebnisse der Durchsuchung liegen dem Bistum Fulda zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht vor“, heißt es.

Erstmeldung vom 7. Juli, 17.02 Uhr:

Mittelkalbach - Diversen Medienberichten zufolge soll es sich bei den Geschäftsräumen, die am Donnerstag durchsucht wurden, um welche in der Pfarrgemeinde St. Kilian in Mittelkalbach handeln. Das wollte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Donnerstag aber weder bestätigen noch dementieren.

Fulda: Durchsuchungen in Kalbach - Ermittler stellen Speichermedien sicher

Auch, was die Beamten auf den Speichermedien gesucht haben, wurde auf Nachfrage unserer Zeitung nicht mitgeteilt. Lediglich, dass es keine Festnahme gegeben hat und dass die Durchsuchungen aufgrund eines Hinweises stattgefunden haben, berichtete Staatsanwalt Sebastian Zwiebel. (Lesen Sie auch: Fulda: Polizei findet Waffen und NS-Relikte in Schumannstraße)

Die beschlagnahmten Speichermedien sollen nun ausgewertet werden, um zu überprüfen, ob sich ein bestehender Tatverdacht erhärtet. Welcher Person die Medien gehören, in welcher Funktion sie arbeitet und was gesucht wurde, dazu wollte Zwiebel am Donnerstag ebenfalls noch nichts sagen.

Der Grund dafür: Mit solchen Aussagen würde das Persönlichkeitsrecht des Tatverdächtigen nicht gewahrt werden, weil schnell Rückschlüsse auf den Menschen und die Tat gezogen werden könnten. Staatsanwalt Sebastian Zwiebel gehört der Zentralstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität (ZIT) an.

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