An der Protestaktion der Seebrücke Fulda nahmen etwa 50 Menschen teil. Demo
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An der Protestaktion der Seebrücke Fulda nahmen etwa 50 Menschen teil.

Demo auf dem Buttermarkt

Seebrücke Fulda fordert Evakuierung der Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln

  • Lea Marie Kläsener
    vonLea Marie Kläsener
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50 Menschen nahmen am Samstagmittag an einer Protestaktion der Seebrücke Fulda auf dem Buttermarkt in Fulda teil. Mit der Aktion beteiligte sich die Seebrücke Fulda am europaweiten Aktionstag „Evakuiert alle Lager!“ des Bündnisses „Seebrücke – Schafft sichere Häfen“.

Fulda - Die Teilnehmenden forderten die sofortige Evakuierung der Lager an den EU-Außengrenzen. Damit machte die Seebrücke Fulda auf die Situation der Geflüchteten aufmerksam, die derzeit auf den griechischen Inseln in Lagern auf engstem Raum ohne Schutzmaßnahmen dem Coronavirus ausgeliefert sind und warnten vor einer humanitären Katastrophe. Das schreibt die Seebrücke Fulda in einer Pressemitteilung.

Seebrücke fordert Aufnahme von Geflüchteten

Im Aufruf zum Aktionstag heißt es vonseiten der Fuldaer Seebrücke: „Während über 150 Städte sich in Deutschland aufnahmebereit erklärt haben, holte die Bundesregierung kürzlich gerade einmal 47 Minderjährige aus dem Lager Moria auf Lesbos nach Deutschland. 47 Menschen aufzunehmen ist ein peinlicher Versuch, das nationale Gewissen rein zu waschen. […] Für mehrere Zehntausend Menschen ändert es aber nichts: Sie sind dem Virus in Lagern und Sammelunterkünften schutzlos ausgeliefert – ob in Griechenland, auf dem Balkan oder in deutschen Massenunterkünften, in denen der empfohlene Mindestabstand und die Hygienevorschriften zu einer Farce werden. Dieses vorsätzliche Versagen der Bundesregierung und der EU nehmen wir nicht hin. Wir lassen uns mit 47 aufgenommenen Menschen nicht ruhigstellen. Unser Protest endet erst, wenn alle Menschen in Sicherheit sind.“

Seebrücke: „Fulda soll ,Sicherer Hafen‘ werden“

Unter strikter Beachtung der Hygiene- und Infektionsschutzregeln (Mund-Nasen-Schutz und mindestens 1,5 Meter Abstand voneinander) forderten die Teilnehmenden außerdem die Stadt Fulda auf, ein „Sicherer Hafen“ zu werden und sich bereit zu erklären, weitere geflüchtete Menschen aufzunehmen. Bereits 150 Städte in Deutschland haben sich dem Bündnis „Sichere Häfen“ angeschlossen und sind bereit, die Geflüchteten aus den Lagern aufzunehmen, schreibt die Seebrücke. Eine Entscheidung der Stadt Fulda steht noch aus.

Im Rahmen der Aktion kamen nicht nur Aktivistinnen und Aktivisten der Seebrücke Fulda zu Wort. Auf dem Buttermarkt waren auch Statements von Geflüchteten aus dem Lager Moria zu hören, die über ihre Situation berichteten und Hilfe und Unterstützung forderten.

lea

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