Beim Absturz eines Segelfliegers kam der 66-jährige Pilot aus Petersberg ums Leben.
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Beim Absturz eines Segelfliegers kam der 66-jährige Pilot aus Petersberg ums Leben.

Vereinskollegen tief betroffen

Nach Segelfliegerabsturz: Unfallopfer galt als erfahrener und besonnener Pilot

  • Volker Feuerstein
    vonVolker Feuerstein
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Der am Pfingstmontag in Fulda tödlich verunglückte Pilot war Mitglied im Aeroclub Rhön, der seinen Sitz in der Johannisau hat. Die Trauer und das Entsetzen über das Unglück ist bei den Vereinskollegen groß. Der 66-Jährige galt als ein sehr erfahrener Pilot.

  • Elmar Kümmel, Vorsitzender des Aeroclubs Rhön Fulda, war zutiefst schockiert, nachdem er vom tödlichen Absturz erfahren hatte.
  • Der 66-Jährige aus Petersberg hätte unmittelbar nach einem Flugschüler landen sollen. Die Behörden ermitteln jetzt, wie es zu dem Unglück kommen konnte.
  • Der Verunglückte war seit mehr als 20 Jahren aktiv im Verein und habe als erfahrener und besonnener Pilot gegolten.

Fulda - „Das ist der GAU!“, war die spontane Aussage von Elmar Kümmel, dem Vorsitzenden des Aero-Clubs Rhön Fulda, der zutiefst schockiert war, nachdem er vom tödlichen Absturz seines Vereinskollegen erfahren hatte. Zunächst habe man von der Landebahn des Segelflugvereins bei den Aueweihern aus in der Ferne nur eine Rauchsäule aufsteigen gesehen.

Kurz zuvor hatten sich die am Boden gebliebenen Mitglieder des Clubs noch über den schönen Frühsommertag unterhalten. Nachdem ein Flugschüler sicher gelandet war, vermisste man den 66-jährigen Freund und beliebten Vereinskollegen, der unmittelbar danach hätte landen sollen.

Segelflugzeugabsturz in Fulda: Verunglückter seit mehr als 20 Jahren im Verein

„Wo bleibt er denn nur?“, hätten sich die Wartenden gefragt. Dann aber ahnten sie Schlimmes, als sie den Rauch gerade mal 800 Meter von der Landebahn entfernt am Himmel über der Kleingartenanlage Johannisau sahen.

Der Verein

Der Aeroclub Rhön e.V. Fulda wurde im Jahr 1951 gegründet, heißt es auf der Internetseite des Vereins.

Anfangs war noch kein eigenes Fluggelände vorhanden, so dass auf diversen Flugplätzen geflogen werden musste, ehe der Verein 1955 seinen Sitz in der Johannisau am westlichen Stadtrand von Fulda fand. Für kurze Zeit war auch der ehemalige Militärflugplatz in Sickels Heimat des Vereins.

Nachdem das Fluggelände Johannisau mit amerikanischer Hilfe benutzbar gemacht wurde, begann 1956 der Bau der Flugzeughalle, welche die Winde nebst Lepo (Flugplatz Fahrzeug) und vier Segelflugzeuge nebst Transporthänger aufnehmen konnte.

1968 wurde dann der erste Motorsegler, eine ASK 14, erworben. Es folgten im Laufe der Jahre weitere Motorsegler-Anschaffungen.

Mit einem tödlichen Unfall hatte niemand gerechnet, als sie in der Ferne das Flugzeug des 66-Jährigen etwas tiefer fliegen sahen als den Segelflieger des Schülers, der kurz darauf sicher landete – zumal der Verunglückte seit mehr als 20 Jahren aktiv im Verein fliege und als erfahrener und besonnener Pilot gegolten habe.

Segelflugzeugabsturz in Fulda: Vereinskollegen ist der Unfall völlig rätselhaft

Für die Vereinskollegen ist der Unfall deshalb völlig rätselhaft. Sie waren am Montag zutiefst deprimiert, weil sie wussten, dass der Pilot eine Frau und zwei Kinder hinterlässt.

Die Kriminalpolizei und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung haben die Ermittlungen aufgenommen. 

Während Elmar Kümmel an der Unfallstelle bei den Experten der Flugunfalluntersuchung war, nahmen die übrigen Anwesenden des Clubs alle Flieger von der Startbahn zurück und tauschten sich in bedrückter Stimmung über das dramatische Geschehen aus. Auch an der Unfallstelle war bei den Mitgliedern von Polizei und Feuerwehr das Entsetzen über den Absturz zu spüren.

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