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Seniorenticket in Hessen: Großes Interesse in Fulda und Region

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Seit Anfang des Jahres gibt es für den öffentlichen Personennahverkehr in Hessen das Seniorenticket. Es kostet 365 Euro im Jahr und soll mehr Menschen in Busse und Bahnen locken. Die Verkaufszahlen sind gut, doch das gilt längst nicht überall.

Von unserem Redaktionsmitglied Marius Scherf

„Das Ticket für Senioren soll zusätzliche Möglichkeiten schaffen, sodass immer mehr vom Auto wegkommen“, beschreibt Thomas Grünkorn, CWE-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, die Ziele des neuen Tickets. Dieses ist landesweit in allen öffentlichen Verkehrsmitteln des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) und des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) gültig und gilt für alle Personen ab 65 Jahren.

Seniorenticket soll stärker in den Fokus

Bislang halte sich die Nachfrage nach dem Seniorenticket abseits der städtischen Ballungszentren jedoch in Grenzen, wie es in einer Pressemitteilung des Landkreises heißt. Dies könnte auch daran liegen, dass das Angebot noch zu wenig bekannt ist. Deshalb hat der Kreistag, auf Antrag der CWE hin, beschlossen, verstärkt über das Seniorenticket zu informieren.

Der RMV hat nach eigenen Angaben hessenweit mehr als 40.000 Tickets verkauft, seit man im November 2019 die Tickets bestellen konnte. „Aus unserer Sicht sind dies hervorragende Zahlen“, sagt Vanessa Rehermann, Leiterin der Pressestelle.

Großes Interesse in Fulda

Ein Sprecher der RhönEnergie, die die Tickets für den RMV in Fulda vertreibt, berichtet von großen Interesse und spricht von mehr als 200 verkauften Tickets.

Die RMV-Vertriebsstellen in Lauterbach und Schlüchtern berichten ebenfalls von einem überraschend guten Verkaufsstart und einem hohen Beratungsbedarf, gleichwohl sie keine konkreten Zahlen nennen konnten. Michael Ziegler vom gleichnamigen Reisebüro in Bad Soden-Salmünster, das die Tickets in der Stadt vertreibt, spricht sogar davon, dass das neue Ticket besser angenommen werden würde als bisherige Angebote des RMV.

9-Uhr-Regelung als Hindernis?

Doch nicht überall verkauft sich das Seniorenticket so gut. Stephan Kratz vom Reisebüro Happ im Konrad-Zuse-Bahnhof in Hünfeld berichtet: „Grob gesagt ist der Verkauf in den ersten zwei möglichen Verkaufsmonaten mittelmäßig gewesen.“

Er führt dies jedoch nicht auf mangelndes Interesse zurück: „Die Nachfrage war hoch, allerdings ist für viele Interessenten die 9-Uhr-Regelung ein Kauf-Hindernis und die Komfort-Variante ohne Zeitbegrenzung dann doch zu teuer.“

Komfort-Variante kostet 625 Euro

Die neue Jahreskarte gilt montags bis freitags ab 9 Uhr bis Betriebsschluss, und nur an Wochenend- und Feiertagen ganztägig. Die Komfort-Variante berechtigt hingegen zur ganztägigen Nutzung, auch der ersten Klasse. Allerdings kostet diese 625 Euro.

„Viele Senioren stehen morgens früh auf, um ihre Termine zu erledigen. Nehmen sie den Zug gegen 9, sind sie erst um halb 11 beim Arzt“, sagt Kratz. „Für die paar Mal, die sie dann nach noch vielleicht nach Frankfurt fahren, lohnt sich das Ticket leider nicht.“

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