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Sieben Autoren und eine Preisverleihung: „Literatur im Stadtschloss“ startet am 17. März

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FULDA - „Literatur im Stadtschloss“ geht in die 31. Runde. Die renommierte Lesereihe startet am 17. März mit Raoul Schrott, vier „normale“ Lesungen folgen, bis der Reigen mit der Verleihung des Fuldaer Literaturpreises an Nadine Schneider und Olivia Wenzel am 26. Mai endet.

Von unserem Redaktionsmitglied Anke Zimmer

Freunden hochkarätiger Literatur geht einmal mehr das Herz auf: Auch in diesem Jahr stehen bei „Literatur im Stadtschloss“ Namen auf dem Programm, die Garanten für hervorragende Qualität sind. Entsprechend stolz präsentierten denn auch die Organisatoren gestern die inzwischen schon 31. Auflage der Lesereihe, die in zu einer „tollen Tradition“ geworden ist, wie Fuldas ehemaliger Oberbürgermeister Gerhard Möller betonte.

OB lobt literarische Vielfalt

Die literarische Vielfalt des diesjährigen Programms lobten im Gespräch mit unserer Zeitung unisono Dr. Heiko Wingenfeld, amtierender Oberbürgermeister, und Kulturamtsleiter Dr. Thomas Heiler. Sie hoben hervor, dass die Reihe unter anderem durch ihr außergewöhnliches Ambiente und das Angebot – alle Lesungen sind kostenfrei und finden im Fürstensaal des Stadtschlosses statt – weit über die Region hinaus Strahlkraft besitze. Gefördert wird die Reihe von der Jubiläumsstiftung der Sparkasse Fulda, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und Parzeller Buchverlag.

Zum Auftakt liest Raoul Schrott aus „Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal“. Der Autor – Prosaist, Essayist, Lyriker – erzählt darin von einer Nebenfigur der Weltgeschichte – Hannes aus Aachen, der vor 500 Jahren mit Magellans Flotte zu den Gewürzinseln aufbrach und sich von widrigen Ereignissen nicht abhalten ließ, auch später wieder in See zu stechen (17. März).

Sprachlich rhythmisch und sensibel

Mit Norbert Hummelt ist in diesem Jahr wieder ein Lyriker mit dabei. „Sonnengesang“ heißt sein aktueller Band, in dem er – sprachlich sehr rhythmisch und sensibel – dem Licht nachspürt, der Natur, den Träumen (24. März).

Hanns Zischler ist vielen nicht in erster Linie als Autor bekannt, sondern als Schauspieler, er drehte unter anderem mit Wim Wenders, Claude Chabrol und Steven Spielberg („München“). Zischler, der auch als Dramaturg, Sprecher, Fotograf (und und und) arbeitet, stellt seinen Roman „Der zerrissene Brief“ vor, in dem zwei Frauen in der Nachkriegszeit der eigenen Vergangenheit Schritt für Schritt nachspüren (31. März).

Zweiter Literaturpreis zum Finale

Mit „Winterbienen“ kommt Norbert Scheuer nach Fulda. In dem Roman geht es um einen Mann, der 1944 jüdische Flüchtlinge in präparierten Bienenstöcken über die deutsche Grenze bringt. Es ist der Traum von einer friedlichen, geordneten Welt, wie sie ein Bienenstaat repräsentiert, inmitten einer harten Realität, für die der NS-Staat steht (7. April).

Terézia Mora ist bereits zum zweiten Mal in Fulda zu erleben. Diesmal stellt sie „Auf dem Seil“ vor, den Abschluss einer Trilogie um den IT-Experten Darius Kopp (5. Mai).

Zum Finale des diesjährigen Lesereihe wird der zweite Literaturpreis der Stadt Fulda verliehen. Er ist mit insgesamt 10 000 Euro dotiert und geht zu gleichen Teilen an Nadine Schneider für „Drei Kilometer“ und Olivia Wenzel für „1000 Serpentinen Angst“. Die beiden Autorinnen haben mit diesen Büchern ihr jeweiliges Debüt vorgelegt und damit eine mehrköpfige Jury auf ganzer Linie überzeugt (26. Mai).

Termine

17. März: Raoul Schrott: „Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal“.

24. März: Norbert Hummelt: „Sonnengesang“

31. März: Hanns Zischler: „Der zerrissene Brief“

7. April: Norbert Scheuer: „Winterbienen“

5. Mai: Terézia Mora: „Auf dem Seil“

26. Mai: Literaturpreisträgerinnen der Stadt Fulda: Nadine Schneider, „Drei Kilometer“ und Olivia Wenzel, „1000 Serpentinen Angst“

Alle Lesungen finden um 20 Uhr im Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses statt, der Eintritt ist frei.

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