Archivfoto: Ralph Leupolt

Silvesterfeuerwerk in Fulda ohne neue Auflagen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Fuldaer Feuerwerk-Fans müssen an Silvester keine neuen Einschränkungen fürchten. Das versichert die Stadtverwaltung unserer Zeitung. Die Deutsche Umwelt-Hilfe (DUH) hatte die Stadt aufgefordert, das Feuerwerk zum Jahresende wegen der Feinstaubbelastung zu verbieten. Die Stadt folgt dem nicht – zumindest nicht in diesem Jahr.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Die Forderung machte bundesweit Schlagzeilen: Der Verein „Deutsche Umwelthilfe“ beantragte, dass in Fulda und 97 weiteren deutschen Städten das Silvesterfeuerwerk durch die zuständige Stadtverwaltung verboten wird. Sie begründete den Antrag damit, dass Feuerwerk viel Feinstaub freisetze.

Feinstaubbelastung im Fokus

Die DUH ist bekannt geworden, weil sie in einigen Städten durch Klagen Diesel-Fahrverbote durchgesetzt hat. Nun nahm der Verein das Silvesterfeuerwerk ins Visier: „Binnen weniger Stunden setzen Feuerwerkskörper zum Jahreswechsel 5000 Tonnen Feinstaub frei – 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge.“

Die Umwelthilfe argumentiert, die Feinstaubbelastung in Fulda betrage im Jahresschnitt 21 Mikrogramm pro Kubikmeter. Das liege über dem von den Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Höchstwert von 20 Mikrogramm, sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Der Fuldaer Wert liegt aber unter der gesetzlichen Obergrenze von 40 Mikrogramm, räumt Resch ein.

„Feuerwerk erhöht Belastung kaum“

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) weist die DUH-Argumente zurück. „Alle 98 Städte, in denen die DUH ein Verbot will, halten die Grenzwerte ein“, sagt VPI-Geschäftsführer Klaus Gotzen. Das Feuerwerk erhöhe die Feinstaubbelastung kaum: „Die Tageswerte am 1. Januar sind nur leicht erhöht. Der höchste Wert wurde nicht am 1. Januar, sondern am 24. Januar gemessen. Es kann also nicht das Feuerwerk sein, das zu hohen Feinstaubwerten führt.“ DUH-Geschäftsführer Resch entgegnet, Feuerwerk setze viel Feinstaub frei. Sei es jedoch sehr windig, zeige sich das aber nicht im Messwert.

Das Bundesumweltministerium äußerte sich skeptisch zum Vorschlag für die Silvesternacht. Das Ministerium erklärt, es wolle die Feinstaubbelastung verringern: „Im Vordergrund stehen Maßnahmen, die ganzjährig und überregional zur Senkung der Feinstaubbelastung beitragen.“

Grenzwerte in Fulda noch nie überschritten

Auch die Stadt Fulda sieht den Antrag der DUH skeptisch. „Das Thema ‚Maßnahmen zur Reduktion der Feinstaubbelastung durch Silvesterfeuerwerke‘ wird in Fulda sehr ernst genommen“, versichert Johannes Heller von der Stadtverwaltung. Das Hessische Umweltministerium habe der Stadt Fulda allerdings mitgeteilt, dass die derzeit gültigen Feinstaub-Grenzwerte noch nie überschritten wurden.

Die Stadt hat über den DUH-Antrag noch nicht endgültig entschieden, aber in diesem Jahr wird es keine Einschränkungen geben, sagt Heller: „Die Stadt Fulda wird die rechtlichen Möglichkeiten einer Einschränkung oder eines Verbotes von Silvesterfeuerwerken – auch unter Beobachtung entsprechender EU-Vorgaben – prüfen. Für das Silvesterfeuerwerk 2019/2020 wird es eine kommunale Regelung zur Einschränkung oder eines Verbotes des Silvesterfeuerwerkes in Fulda vor dem Hintergrund der Rechtslage noch nicht geben können.“

Verantwortungsbewusster Feuerwerk-Einsatz

Allerdings gelten in der Fuldaer Innenstadt aus Gründen des Brandschutzes weiter umfangreiche Beschränkungen für Abbrennen von Feuerwerkskörpern. Danach ist das Böllern in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern verboten. Wegen der Feinstaubbelastung durch Silvesterfeuerwerke werde die Stadt die Bevölkerung zusätzlich um einen verantwortungsbewussten Einsatz von Feuerwerk bitten, kündigt Pressesprecher Heller an.

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