Fotos: Florian Heitmann

Skisaison in der Rhön: Vorbereitungen laufen

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Rhön - Wer Skifahren möchte, muss nicht unbedingt in die Alpen fahren. Auch auf den Hügeln der Rhön werden Pisten präpariert – aber meist nur, wenn Kunstschnee produziert werden kann. Der Wunsch der Liftbetreiber ist es, an Weihnachten in die Skisaison zu starten.

Von unserem Redaktionsmitglied Jessica Vey

Vor einem Monat, am 9. November, ist der erste Schnee des Winters auf Hessens höchstem Berg gefallen. Acht Zentimeter dick lag die weiße Pracht auf der Wasserkuppe. Doch davon können die Rhöner Liftbetreiber aktuell nicht mehr profitieren. Der Schnee ist weggetaut und seitdem sind höchstens ein paar Flocken gefallen. In den vergangenen Jahren hat es sich aber ohnehin dahin entwickelt, dass sie vermehrt nachhelfen müssen: durch Kunstschnee.

Minusgrade, um Kunstschnee zu produzieren

Doch auch hier sind sie auf Mutter Natur angewiesen: „Minus drei Grad braucht man, um Schnee zu produzieren. Besser sind minus vier“, erklärt Florian Heitmann, stellvertretender Leiter der Ski- und Rodelarena Wasserkuppe, die von der Firma Josef Wiegand aus Rasdorf betrieben wird.

Vor einer Woche war es kalt genug auf dem Berg. Heitmann schaltete erstmals in diesem Winter die Schneekanonen ein. Von Samstagabend bis Montagfrüh liefen sie durchgängig. „Ein Viertel der Piste ist mit Schnee bedeckt“, sagt er.

Kommende Woche soll es wärmer werden

Drei Tage und drei Nächte Kunstschnee produzieren – das wäre laut Heitmann noch nötig, um auf einer Piste den Skibetrieb zu starten. Kommende Woche soll es jedoch wärmer werden. „Schlimm ist das nicht. Der Kunstschnee ist robust, wir lassen ihn auf einem Haufen, dann taut da nicht viel weg.“

Wasser-Situation dieses Jahr entspannt

Zum Schneeproduzieren braucht es Wasser. Das war im vergangenen Jahr ein Problem, denn wegen des trockenen Sommers 2018 hatten die Liftbetreiber enormen Wassermangel zu beklagen, so dass nur sehr wenig Kunstschnee produziert werden konnte. „Das hat sich dieses Jahr entspannt“, freut sich Heitmann.

Dem kann Harald Jörges vom Zuckerfeld-Lift am Fuße der Wasserkuppe in Gersfeld-Obernhausen zustimmen. Er führt dort einen Familienbetrieb. „Wasser haben wir genug, weil es im Herbst so viel geregnet hat“, zeigt er sich erleichtert. Dort und auf der Wasserkuppe sei man startklar, denn die Saison will vorbereitet sein: Unter anderem müssen die Lifte regelmäßig vom Tüv geprüft werden.

300.000 Euro investiert

Die Firma Wiegand hat zudem 300.000 Euro investiert.: Laut Heitmann wurden unter anderem der Teich als Wasserspeicher erweitert, zwei zusätzliche Schneekanonen angeschafft und der Skiverleih umgebaut. Dass die Rhöner Liftbetreiber jetzt noch nicht starten können, sei nicht schlimm. Die Leute hätten im Moment noch keine große Lust zum Skifahren, wissen Heitmann und Jörges.

Wunsch: Weihnachten öffnen

Harald Jörges betont: „Die sind noch im Vorweihnachtsstress. Für uns wird es ernst, wenn’s auf Weihnachten zugeht. Ideal wäre, wenn es zum nächsten Wochenende richtig kalt wird. Dann würden wir am Zuckerfeld beschneien, damit pünktlich zu Weihnachten, wenn die Menschen wieder mehr Zeit haben und die Ferien beginnen, die Skisaison in der Rhön starten kann. „Wenn dann noch ein bisschen Schnee von oben käme und die Landschaft weiß ist, wäre das optimal.“ Die Wettervorhersagen sind noch unklar. Es wird spannend, ob für die Liftbetreiber der Wunsch von weißer Weihnacht in Erfüllung geht.

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