Fotos: privat, Alina Hoßfeld

Sogar Elvis Presley hatte wohl Kirmes-Hut aus Hettenhausen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hettenhausen - Der November ist traditionell Kirmesmonat. Viele Orte im Landkreis feiern dieses und nächstes Wochenende. Auch die Kirmesgesellschaft Hettenhausen – aber nicht ohne die knallbunten auffälligen Hüte, denn die sind seit den 30er Jahren Tradition.

Von unserem Redaktionsmitglied Alina Hoßfeld

„Wir basteln die Hüte selbst. Da hat jeder seine eigene Technik, um den Hut besonders hoch und leicht zu bekommen“, erklärt Vanessa Müller (25), die seit zehn Jahren bei der Kirmesgesellschaft dabei ist. Auch auf Nachfrage verrät sie nicht, wie der Hut aufgebaut ist.

„Das ist ein Geheimnis, denn es ist ein kleiner Wettbewerb, wer den höchsten Hut hat“, erklärt sie. Jedes der 16 Kirmes-Paare bastle seinen Hut selber. Der Hut von Mirko Maul, dem Tanzpartner von Müller, ist 75 Zentimeter hoch und wiegt 2,5 Kilogramm. Er ist verziert mit vielen bunten Blumen, Federn und sogar einem Kuscheltier.

„Ohne Hut keine Kirmes“

Es sei eine Herausforderung, mit den Hüten zu tanzen, erklärt der 26-Jährige. Aber „Ohne Hut keine Kirmes“, betont Christian Frohnapfel (47), der stellvertretende Vereinsvorsitzende. „Die Hüte werden gehegt und gepflegt. Wenn man nicht mehr dabei ist, dann wird er sicher verstaut. Jeder Hut ist individuell und ein Heiligtum für den Besitzer.“

Dass die Hüte, die einen Wert von 200 Euro haben, zu Hause sicher aufbewahrt werden, zeigte sich im letzten Jahr bei der Mehrgenerationenkirmes: Bei diesem Fest haben 56 Paare mitgemacht und alle haben dabei ihre Hüte getragen. „Man erzählt sogar, dass Elvis Presley auch einen Hut besaß. Nach einem Manöver in Wildflecken Ende der 50er soll er einen Hut mitgenommen haben“, erzählt Frohnapfel schmunzelnd.

Baum steht das ganze Jahr über

Neben den Hüten gibt es noch einige weitere Traditionen bei der Kirmesgesellschaft. „Unser Kirmesbaum wird per Hand aufgestellt. Das hat immer etwas von einem kleinen Dorffest“, sagt Frohnapfel. Anders als in anderen Dörfern steht der Baum in Hettenhausen das ganze Jahr über und bekomme lediglich drei Wochen vor Kirmesbeginn eine neue Spitze.

Am Freitagabend (8. November) findet traditionell die Disko in der Mehrzweckhalle statt. Die Vorbereitungen dafür laufen seit September, wie Vanessa Müller erzählt. Am Sonntag (10. November) beginnt der Tag mit einem Gottesdienst. Danach findet der Dreireihentanz statt. „Dieses Jahr sind 16 Paare dabei. Es sind viele junge Menschen dazugekommen, die Spaß daran finden – das ist toll“, sagt Frohnapfel.

„Kirmesliesel“ wird am Mittwoch verbrannt

Am Montag (11. November) zieht die Kirmesgesellschaft durch das Dorf und besucht die Schule und den Kindergarten. „Wir singen und tanzen mit den Kindern. Und wir spielen Fußball – da freuen die Kinder sich besonders drauf. Nach der vierten Stunde ist dann Schulschluss“, sagt Maul.

„Manchmal ziehen die Kinder dann auch die Hüte an und ein Zwerg mit einem der Hüte – das sieht schon witzig aus“, erzählt Frohnapfel. Dienstags wird dann die „Kirmesliesel“, eine Puppe, gebaut, die am Mittwoch (13. November) verbrannt wird, um die Kirmes zu beerdigen. Dann müssen die Paare ein Jahr warten, bis es wieder losgeht.

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