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Wer soll Großenlüder/Hainzell noch stoppen?

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Großenlüder - Zuschauer, die in der Landesliga Nord am Sonntagabend ein enges Spitzenspiel erwartet hatten, wurden eines Besseren belehrt. In der ersten Spielhälfte überrollte Spitzenreiter Großenlüder/Hainzell den Zweitplatzierten aus Kassel und hat nun sechs Punkte Vorsprung auf Rang zwei.

Von unserem Redaktionsmitglied Ann-Katrin Hahner

„Mir fehlen ein bisschen die Worte“, gestand Trainer Joachim Bug, nachdem sein Team auch die nächste Mannschaft aus dem Favoritenkreis bezwang. Denn lange bevor Lukas Dimmerling in der 60. Minute mit seinem Treffer zum 37:29-Heimsieg den Schlusspunkt setzte, war die Partie entschieden. Sehr deckungsoffensiv waren die Gäste aus Fuldatal in die Partie eingestiegen und ließen den antrittschnellen Hausherren zu viel Spielraum, um sich zu entfalten.

Gerade Lukas Dimmerling oder Dominik Malolepszy nutzten die Lücken, um regelrecht durch die gegnerische Abwehr zu promenieren. Die Strafe für die doch recht gewagte Deckungsvariante der Gäste war ein 8:16-Rückstand, der bis zur Pause noch größer werden sollte, da Keeper Mike Decher einen herausragenden Tag erwischt hatte und sieben Großchancen des Tabellenzweiten vereitelte.

Spitzenspiel-Status ging fast verloren

Da weder die Konter saßen noch der Positionsangriff Mittel gegen die Großenlüder/Hainzeller Abwehr fanden, wirkte das Kasseler Team bald hilflos gegen die Übermacht des Gastgebers und der Spitzenspiel-Status ging beinahe komplett verloren. So konnte die HSG über den Halbzeitstand (20:13) auch in Durchgang zwei munter weitermarschieren und hielt ab der 36. Minute leicht einen Zehn-Tore-Vorsprung aufrecht. Zeit für Bug, um Spielern, die nicht zur Stamm-Sieben gehören, ein wenig Einsatzzeit zu gönnen.

„Der eine oder andere wird das wohl moniert haben, da wir in der Rückrunde noch nach Fuldatal müssen der direkte Vergleich zählt, falls es um die vorderen Plätze noch mal knapp wird. Dennoch wollte ich die Gelegenheit nutzen, auch den Spielern Anteile zu verschaffen, die sich dreimal in der Woche im Training den Hintern aufreißen und sonst eher weniger zum Einsatz kommen“, steht Bug zu seiner Entscheidung.

Ben Kirst verletzt sich

Die führte dazu, dass die HSG zwischenzeitlich nur mit zwei Stammspielern auf der Platte stand und so der deutliche Vorsprung noch mal auf 28:33 zusammenschmolz. Am Endergebnis änderten die Wechsel aufgrund der erdrückenden Leistung der Bug-Handballer in den ersten 30 Minuten jedoch nichts mehr. Einziger Wermutstropfen: Youngster Ben Kirst knickte bei einer Abwehraktion unglücklich um und musste Ende der ersten Halbzeit verletzt auf der Bank Platz nehmen.

Dass seine Handballer nun bereits sechs Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten haben, nimmt Bug aber nicht zum Anlass, um bereits von der Meisterschaft zu träumen. „Wir hatten gerade in den letzten Wochen ziemlich viele Highlight-Spiele, für die es nicht unbedingt schwer ist, sich zu motivieren“, heißt es vom Übungsleiter und weiter: „Auch, wenn wir uns in der Liga jetzt ordentlich Respekt verschafft haben, werden wir irgendwann auch mal ein Spiel verlieren.“

HSG Großenlüder/Hainzell: Decher, Herber; B. Dimmerling (3), H. Dimmerling (3), L. Dimmerling (9), Grosch (1/1), Kirst, Koch (2), Malolepzsy (7/3), L. Münker (3), S. Münker (6/2), Peppler (1), Sippel (2) , Wehner.

HSG Fuldatal/Wolfsanger: Huth, Schäfer; Barth, Fischer (1), Gericke, Grebe (4), Helbing (5), Krätzig, Pietz (5/1), Rudolph(7/2), Scholz (2), Simon (4/1), Welch, Witzel (1).

Schiedsrichter: Eichner/Henkel (Wiesbaden/Rüsselsheim). Zuschauer: 200. Zeitstrafen: 2/2. Beste Spieler: Mike Decher (HSG Großenlüder/Hainzell); Maximilian Simon (Fuldatal/Wolfsanger).

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