Die Ochsenwiese liegt im Fördergebiet. / Foto: FZ-Archiv

„Soziale Stadt“: Von der Bahn bis zur B 27 – Fördergebiet im Nordend steht fest

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Nach dem Aschenberg und dem Quartier Ziehers Süd/Ostend wird auch das Fuldaer Nordend „Soziale Stadt“. Fuldas Kommunalpolitiker haben jetzt die Grenzen des Fördergebiets festgelegt. Das Nordend soll als Wohnquartier aufgewertet werden.

Von unserem Redaktionsmitglied Eike Zenner

Die Erfahrungen mit dem Programm „Soziale Stadt“ – das offiziell inzwischen „Sozialer Zusammenhalt“ heißt – sind in Fulda positiv. Am Aschenberg lief die „Soziale Stadt“ in den Jahren 1999 bis 2008. Das Ostend und Ziehers Süd sind bis 2024 „Soziale Stadt“. Hier konnten bereits einige große Projekte wie der Umbau der Athanasius-Kircher-Sporthalle zu einem Stadtteilzentrum realisiert werden. Jetzt kommt für die nächsten acht bis zehn Jahre das Nordend dazu.

Im November vergangenen Jahres war das Quartier in das Städtebauförderprogramm aufgenommen worden. Fuldas Stadtpolitiker haben jetzt die Grenzen des Fördergebiets festgelegt. Es beginnt östlich der Bahnlinie und wird durch den Zieherser Weg, die B 27 und den Galgengraben begrenzt. Im Fördergebiet liegen unter anderem die Hochschule, die Ochsenwiese, das geplante Neubaugebiet am Waidesgrund, die Kirche St. Joseph und das Landratsamt.

Acht Millionen Euro Fördergelder

Die Stadt rechnet für den Gesamtzeitraum mit Fördergeldern in Höhe von rund acht Millionen Euro. Bund, Land und Stadt teilen sich die Projektkosten. Das Programm soll helfen, die Infrastruktur in dem betreffenden Stadtteil zu verbessern und Menschen zusammenzubringen. Es geht aber auch um konkrete Sozialarbeit vor Ort.

Im Nordend gibt es mehr Alleinerziehende als in jedem anderen Fuldaer Stadtquartier. Von den rund 600 Kindern und Jugendlichen lebt etwa ein Viertel in Haushalten, die auf Sozialleistungen angewiesen sind.

Knapper Wohnraum im Nordend

Das Quartier ist geprägt durch die zahlreichen Wohngebäude in Block- und Zeilenbauweise, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden sind, um eine große Zahl an Flüchtlingen aufzunehmen. Aktuell sorgt vor allem das Wachstum der Hochschule und die damit einhergehende Nachfrage nach Wohnungen und WG-Zimmern dafür, dass der Wohnraum im Nordend knapp ist. Ein weiteres großes Thema: die Belastung durch den Lkw-Verkehr auf der Leipziger Straße.

Als Grundlage für die Projektarbeit der nächsten Jahre wird im ersten Schritt ein sogenanntes Integriertes Handlungskonzept erstellt. Zudem wird es ein Stadtteilmanagement geben, das den Kontakt zu den Anwohnern sucht und Projekte koordiniert. Positiv sehen die Verantwortlichen im Stadtschloss, dass es mit dem Stadtteilarbeitskreis Nordend bereits eine „bestehende und bewährte Vernetzungsstruktur“ gibt.

Ausschuss

Am Mittwochabend ist das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ auch Thema im Sozialausschuss der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung. Die Sitzung ist öffentlich, beginnt um 18 Uhr und findet im Kurfürstenzimmer des Stadtschlosses statt.

Über die „Soziale Stadt“ beziehungsweise das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ sollen Stadtteile und -quartiere mit „besonderem Entwicklungsbedarf“ gefördert werden. Das Programm besteht seit Ende der 90er Jahre. Ein zentrales Kriterium der „Sozialen Stadt“ ist die Bürgerbeteiligung. Hessenweit werden dieses Jahr 14 Millionen Euro ausgeschüttet. / zen

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