Spaten in die Höhe: Die Projektbeteiligten gaben den Startschuss für den Bau des betreuten Wohnens unterhalb des Alten- und Pflegeheims St. Elisabeth. Foto: Norman Zellmer

Spatenstich für betreutes Wohnen: Beginn des 2,5-Millionen-Euro-Projekts

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Hosenfeld - Ein weitere sozialpolitischer Mosaikstein ist eingesetzt worden: Neben dem Altenpflegeheim St. Elisabeth in Hosenfeld entsteht ein Komplex für betreutes Wohnen.

Von unserem Redaktionsmitglied Norman Zellmer

Holzpflöcke, die die Hausecken der späteren Gebäude markieren werden, sind teils schon eingeschlagen, Betrachter brauchen aber etwas Fantasie, den Komplex auf der Brache zu erkennen. Der Aushub für die Fundamente und Keller soll in den kommenden Monaten erfolgen. Prominente Bauhelfer – an deren Spitze Bürgermeister Peter Malolepszy (CDU) – haben gestern Mittag schon einmal etwas Erde bewegt, beim symbolischen Spatenstich für das „Betreute Wohnen St. Elisabeth“.

55 bis 77 Quadratmeter große Wohnungen

In rund eineinhalb Jahren soll der Gebäudekomplex unterhalb des Alten- und Pflegeheims errichtet sein und ältere Menschen in die 21 barrierefreien Wohnungen einziehen können, kündigte Architekt Markus Swoboda an. Geplant ist ein gegliederter Baukörper. Er besteht aus zwei zweigeschossigen Häusern, die über einen Verbindungstrakt mit einem zentralen Treppenhaus verbunden sein werden. Der Komplex mit 1230 Quadratmeter Nutzfläche – die Ein- und Zwei-Personen-Wohnungen sollen 55 bis 77 Quadratmeter groß sein – soll neusten Energiestandards genügen. Investiert werden nach der Kalkulation von Investor Heinz Böse aus Großenlüder rund 2,5 Millionen Euro.

16 weitere Wohnungen im Blick

Und das könnte erst der Anfang sein. In einem weiteren Bauabschnitt – bislang ist das ein grober Plan – könnte auf auf dem insgesamt 4200 Quadrameter großen Grundstück der Gemeinde ein weiteres Gebäude für 16 weitere Wohnungen entstehen. „Aber wir schauen erst, wie das Projekt angenommen wird“, sagte Böse. Bislang wird die Fläche als Parkplatz genutzt.

Betreutes Wohnen einmalig in Hosenfeld

Bürgermeister Malolepszy lobte die Baupläne, die von Gemeinde, Investor und der Vinzenz Gruppe Fulda gemeinsam mit Behörden entwickelt worden waren und das „wegweisende Projekt“. „Damit bauen wir für die Zukunft unserer Gemeinde und schließen eine wichtige Versorgungslücke“, sagte er. Das betreute Wohnen eröffne den Hosenfeldern „neue Perspektiven“, bringe „mehr Lebensqualität“ und bereichere den Ort. Das Projekt ermögliche Einwohnern, „weiterhin und bis ins hohe Alter selbstständig in der gewohnten Umgebung ihrer Heimat wohnen bleiben zu dürfen“, sagte der Rathauschef. Bislang müssten ältere Bürger, die wegen Krankheiten, nicht mehr in den eigenen vier Wänden wohnen können, gleich ins Altenheim in Hosenfelds Ortskern ziehen oder aus der Gemeinde wegziehen. Das geplante betreute Wohnen ist bislang einmalig in Hosenfeld.

Projekt soll pflegende Angehörige entlasten

Ähnlich äußerte sich Sven Haustein, Geschäftsführer der St. Vinzenz Soziale Werke in Fulda, die wie schon das benachbarte Altenheim mit 60 Plätzen und 50 Beschäftigten auch das zukünftige Komplex mit dem betreuten Wohnen betreiben werden. Es sei wichtig, dass Kommunen neben Angebote für stationäre und ambulante Pflege auch das altersgerechte Wohnen für Senioren fördern. „Denn hier in der Gemeinde liegt der Sozialraum der Menschen aus Hosenfeld“, so Haustein. Das neue Projekt des betreuten Wohnens entlaste auch pflegende Angehörige.

Hintergrund

Das Projekt betreutes Wohnen in Hosenfeld geht laut Bürgermeister Peter Malolepszy (CDU) auf Ideen aus dem vorangegangenen Jahrzehnt zurück. Mit der Aufnahme der Gemeinde in das Dorferneuerungsprogramm des Landes im Jahre 2008 wurden die Pläne für ein Altenheim konkret. 2011 wurde ein Vertrag zwischen Gemeinde, Investor und Eigentümer des Areals zwischen Garten, Alte Vogt- und Amtshausstraße sowie Herrleinweg geschlossen; in der Folge konnte das Pflegeheim gebaut und 2012 unter der Leitung der St. Vinzenz Gruppe eröffnet werden. In der Folge wurde das Projekt des betreutes Wohnens vorangetrieben. Die ausgehandelten Verträge und die Bauleitplanung wurden 2018/19 aktualisiert.

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