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Weg für SPD-Mann Wendelin Enders? Kontroverse um Straßennamen in Petersberg

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Petersberg - Im Petersberger Neubaugebiet Gehausküppel könnte eine Straße nach dem langjährigen SPD-Bundestagsabgeordneten Wendelin Enders (1922-2019) benannt werden. Ein Vorstoß dazu gab es vom Ortsbeirat, dessen Empfehlung mittlerweile aber revidiert wurde.

„Aber bisher war es bei uns üblich, dass nur historische Personen, Ehrenbürger oder Menschen, die sich in herausragender Weise um die Gemeinde Petersberg verdient gemacht haben, diese Würdigung erhalten haben.“

„Wir haben die Namensgebung nicht abgelehnt“

Er nennt als Beispiel August Pleischl, der verantwortlich für die Errichtung der Siedlung Götzenhof war und nach dem deshalb eine Straße in dem Ort benannt ist. „Wendelin Enders war einige Jahre Gemeindevertreter und sehr engagiert in Vereinen. Seine Leistungen in der Gemeinde Petersberg sind im Vergleich zu seinen anderen Errungenschaften somit eher gering“, erklärt Froß.

Zugleich betont der Bürgermeister: „Wir haben die Namensgebung nicht abgelehnt. Das können wir auch gar nicht – darüber müssen die politischen Gremien entscheiden.“ Das sei dem Ortsvorsteher auch in einem Schreiben mitgeteilt worden.

Zweites Mal abgestimmt

Dennoch hat der Ortsbeirat ein zweites Mal über den Straßennamen abgestimmt. Dabei entschied sich die Mehrheit gegen einen Wendelin-Enders-Weg.

„Bei der ersten Abstimmung war uns nicht bewusst, wie die Verfahrensweise bei Straßen, die nach Bürgern aus dem Ort benannt werden sollen, genau ist. Mit dem Schreiben der Gemeinde hatten wir eine neue Faktenlage. Deswegen haben wir entschieden, ein weiteres Mal abzustimmen“, erläutert Ortsvorsteher Stefan Will (CDU).

Unmut bei manchen Ortsbeiratsmitgliedern

Das führt jedoch nun zu Unmut bei manchen Ortsbeiratsmitgliedern. Rainer Dargatz (CWE) sagt: „Wir haben unter falschen Voraussetzungen abgestimmt.“ Das Schreiben der Gemeinde sei nicht komplett verlesen worden. „Es entstand der Eindruck, dass es gar nicht möglich sei, die Straße nach Wendelin Enders zu benennen“, berichtet er.

Noch Hoffnung

Dargatz hat das auch bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Anfang März kritisiert. Andere Mitglieder des Gremiums sahen das genauso – der Ausschuss musste sein Votum über den Straßennamen deshalb vertagen. Dargatz will das Thema erneut in den Ortsbeirat bringen.

Ortsvorsteher Will hingegen sieht dazu keinen Anlass: „Wir haben demokratisch abgestimmt. Das Thema bedarf für mich keiner weiteren Klärung.“ Er verweist zudem auf ein weiteres Problem: „Es ist nicht klar, ob die Familie von Wendelin Enders das überhaupt möchte.“

„Das hätte Wendelin verdient“

Unabhängig davon, ob es erneut im Ortsbeirat diskutiert wird: Im Ausschuss und in der Gemeindevertretung muss die Namensgebung auf jeden Fall besprochen und beschlossen werden. Der Ortsbeirat empfiehlt nämlich nur.

Es gibt also noch Hoffnung, dass ein Weg nach Enders benannt wird. Rainer Dargatz will sich dafür einsetzen: „Das hätte Wendelin verdient.“

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