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Stadt Fulda: Wildpinkeln ist rund um das „Bermuda-Dreieck“ ein Ärgernis

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - In vielen Großstädten in Hessen ist öffentliches Urinieren ein wiederkehrendes Problem. Aber auch in Fulda ist das so genannte Wildpinkeln in Teilen der Innenstadt ein Ärgernis, wie die Stadt Fulda auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt. Dabei gibt es – anders als zum Beispiel in Frankfurt – ausreichend öffentliche Toiletten.

Von unserem Redaktionsmitglied Leon Schmitt

„Insbesondere für Anwohner ist das Wildpinkeln in bestimmten Teilen der Innenstadt durchaus ein Ärgernis“, sagt Stadtsprecher Johannes Heller. In der Vergangenheit seien die Fälle rund um das „Bermuda-Dreieck“ konzentriert gewesen – zum Beispiel in der kleinen Grünanlage an der Stadtmauer in der Brauhausstraße, aber auch der Schlossgarten war wiederholt betroffen. Es ist davon auszugehen, dass es sich zumeist um Kneipenbesucher handelt, die nachts in die Stadt pinkeln, bestätigt Heller.

„Im Jahr 2018 ist 14-mal gemeldet worden, dass jemand in der Öffentlichkeit uriniert hat“, so der Stadtsprecher. In den Vorjahren sei die Zahl der Fälle „relativ konstant“ gewesen. Wer beim Wildpinkeln ertappt wird, zahlt in Fulda ein sogenanntes Verwarngeld in Höhe von 50 Euro.

Urin richtet Schäden an

In Frankfurts Innenstadt sind durch Wildpinkeln bereits Schäden entstanden, berichtet Claudia Gabriel, Leiterin der Stabstelle Sauberes Frankfurt. Am Kaiserdom beispielsweise hätten schon Steine ausgetauscht werden müssen, weil ihnen der Urin zu sehr zugesetzt hatte. In der neu aufgebauten Altstadt sollen Teile des Mauerwerks verfärbt und angegriffen sein.

Die Schäden im öffentlichen Bereich in Fulda halten sich laut Stadt bislang in Grenzen: „Nach früheren Angaben des Amts für Stadtservice und Grünflächen sind jedenfalls die Schäden an Pflanzen und Gebäuden, die durch Hunde-Urin verursacht werden, deutlich größer“, sagt Heller.

In Frankfurt werden das Partyvolk und Touristen verantwortlich gemacht. Im Sommer strömt Besuchergruppe nach Besuchergruppe durch die Gassen der Frankfurter Altstadt. An öffentlichen Toiletten mangelt es jedoch, wie Gastronomen vor Ort kritisieren. Deshalb werde oft wild gepinkelt. Viele Sommertouristen in der Stadt – das kennt auch Kassel. Die Stadt betreibt wegen des zusätzlichen Andrangs im Sommer fünf zusätzliche Toilettenanlagen, wie ein Sprecher sagt.

Genug Toiletten in Fulda?

Und wie sieht die Situation in Fulda aus? Im gesamten Stadtgebiet gibt es 21 öffentliche Toiletten, von denen aktuell zwei geschlossen sind (Stadtschloss und Ochsenwiese). Verglichen mit anderen Städten ist die Zahl der öffentlichen Toiletten hoch, wie Johannes Heller erklärt: „Vorgeschrieben ist eine Toilettenanlage pro 10.000 Einwohner.“

Alle Toilettenanlagen sind voll funktionsfähig und für Nutzer kostenlos. Die meisten stammen laut Heller allerdings noch aus den 1990er Jahren und entsprechen zum Teil nicht mehr dem heute gewünschten Standard. Im Haushalt 2019 seien deshalb Mittel für Modernisierung und Sanierung von Toilettenanlagen eingestellt, unter anderem soll noch in diesem Jahr die Toilette im Museumshof auf Vordermann gebracht werden. Darüber hinaus gibt es Planungen, bestehende, in die Jahre gekommene Anlagen durch neue zu ersetzen. So soll beispielsweise die derzeit geschlossene Toilette im Stadtschloss-Innenhof im Zuge der geplanten Sanierung des Schlossturms in die Neugestaltung mit einbezogen werden.

Service:

In der eigentlichen Innenstadt gibt folgende öffentlichen Toilettenanlagen: Bushahnhof-Heertorplatz, Bonifatiusplatz, Domplatz, Kanzlerpalais, Museumshof, Bahnhof-ZOB und Stadtschloss (derzeit geschlossen).

In der näheren Umgebung befinden sich noch die Standorte: Weimarer Straße, Ochsenwiese (derzeit geschlossen), Parkhaus Rosengarten, Wasserspielplatz/Wiesenmühle, Fulda-Aue/Olympiastraße.

Weitere öffentliche Toiletten im Stadtgebiet befinden sich in Horas, am Aschenberg (Abenteuerspielplatz und Aschenbergplatz), an verschiedenen Friedhöfen (Frauenberg, Zentralfriedhof, Friedhof West) sowie in Kleingartenanlagen (In den Straußwiesen/Maberzeller Straße und Am Sonnenhang/Horas; diese beiden Anlagen werden von den Vereinen betreut). Außerdem gibt es noch eine öffentliche Toilette im Naherholungsgebiet Gerloser Häuschen, die bei Veranstaltungen im Sommer bei Bedarf geöffnet ist.

Die Stadt rät: „Touristen könnten sich in Notfällen auch an die Gastronomie und den Einzelhandel wenden, dort sind sie in der Regel willkommen.“

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