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Stärkung des ICE-Standortes? Bad Kissingen will direkte Zugverbindung nach Fulda

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Bad Kissingen/Fulda - Eine direkte Zugverbindung von Fulda nach Bad Kissingen – das fordert der Kissinger Landrat Thomas Bold (CSU). In Fulda stößt die Idee einer solchen Verbindung auf grundsätzliche Zustimmung.

Von unserem Redaktionsmitglied Sebastian Kircher

Wer mit dem Zug von Fulda nach Bad Kissingen möchte, muss Zeit mitbringen: Da es keine direkte Verbindung zwischen den beiden Städten gibt, muss man in Würzburg oder in Gemünden umsteigen. Zwischen anderthalb und zwei Stunden dauert die Fahrt somit insgesamt – mit dem Auto ist man dank der A7 nur halb so lange unterwegs.

Das will der Landkreis Bad Kissingen ändern. Wie Pressesprecherin Lena Pfister erklärt, beschäftige sich das Landratsamt schon seit Längerem mit einer Direktverbindung Fulda–Bad Kissingen. Einerseits wolle man eine „alltagstaugliche Alternative zum Kfz“ schaffen, andererseits hätte eine solche Strecke Vorteile für verschiedenste Gruppen, erklärt Pfister: Bürger, Touristen, Geschäftsleute und Kurgäste.

Landrat will Fulda–Bad Kissingen–Schweinfurt

Der Kissinger Landrat Thomas Bold geht sogar noch weiter: Er fordert eine direkte Verbindung zwischen Fulda und Schweinfurt, die dann über Bad Kissingen führen soll: „Fulda und Schweinfurt sind starke Wirtschaftsräume. Wenn wir diese beiden miteinander verbinden können, und wir in der Mitte liegen, hat das für alle positive Effekte.“

Ziel ist, dass die Strecke in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird, der nächstes Jahr fortgeschrieben werden soll. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Bold, der für das Vorhaben die Unterstützung aller 26 Bürgermeister in seinem Landkreis hat, hat im Herbst 2019 den bayerischen Ministerpräsidenten und den bayerischen Verkehrsminister angeschrieben. Bold berichtet, dass der Freistaat Bayern nun eine Förderung für eine Machbarkeitsstudie zugesagt hat.

Zustimmung vom Landkreis Fulda

Diese Studie ist Grundvoraussetzung für die weiteren Planungen. Denn eine Verbindung zwischen Fulda und Bad Kissingen müsste komplett neu gebaut werden – ein Vorhaben, das wohl Jahrzehnte in Anspruch nehmen würde. Zu potenziellen Routen, wo die Gleise langführen könnten, kann der Landkreis deswegen noch nichts sagen: „Das soll Bestandteil der Machbarkeitsstudie sein“, erläutert Sprecherin Pfister.

In Fulda kommen die Ideen grundsätzlich gut an. Lisa Laibach aus der Pressestelle des Landkreises Fulda erklärt, es habe zu diesem Thema bereits erste Kontakte „auf Arbeitsebene“ zwischen den beiden Landkreisen gegeben. Landrat Bernd Woide (CDU) wolle demnächst diesbezüglich mit seinem fränkischen Amtskollegen Bold sprechen. Laibach betont: „Alles, was auch den Bahnknoten Fulda stützt, findet die Zustimmung des Landkreises Fulda.“

Schwierigkeiten aufgrund der Topographie der Rhön

Das sieht auch der Hauptgeschäftsführer der Fuldaer IHK, Stefan Schunck, so: „Zusätzliche Verbindungen stärken den ICE-Standort Fulda.“ Auch der ländliche Raum würde von weiteren Haltestellen in den Dörfern profitieren. Allerdings stellt er sich eine Umsetzung der Pläne aufgrund der Topographie der Rhön schwierig vor. „Deswegen ist die Machbarkeitsstudie als Masterplan nötig. Und wenn der Freistaat Bayern einen solchen Masterplan finanzieren möchte, haben wir nichts dagegen einzuwenden“, sagt Schunck.

Der Landkreis Bad Kissingen will nun zeitnah nach einem Ingenieurbüro suchen, das die Machbarkeitsstudie erstellen kann. Die Zeit drängt: Bis zur Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplanes 2021 muss das Konzept stehen. „Das wird sportlich“, gibt die Kissinger Sprecherin Pfister zu. „Aber wir werden das Thema angehen.“

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