Foto: Herz-Jesu-Krankenhaus

Stationsleiterin im Herz-Jesu-Krankenhaus spricht von „noch nie dagewesener Herausforderung“

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Kaum jemand ist derzeit von der Pandemie so betroffen wie die Pflegekräfte in den Krankenhäusern. So berichtet Susanne Leister, stellvertretende Leiterin der Station Louise im Herz-Jesu-Krankenhaus, von einer „noch nie dagewesene Herausforderung“ des Arbeitsalltags.

Da auf der Station derzeit ausschließlich Patienten mit Verdacht auf Covid-19 oder bereits bestätigte Fälle behandelt werden, mussten die Arbeitsabläufe komplett umorganisiert werden. „Die Patientenzahl kann plötzlich drastisch steigen, dementsprechend planen wir von Tag zu Tag“, sagt die 32-Jährige.

Auch der Besucherstopp sei zu spüren. „Die Flure sind viel leerer und Angehörige melden sich verständlicherweise telefonisch viel häufiger mit allerlei Fragen, auf die wir natürlich sensibel und beruhigend eingehen“, sagt sie.

„Verspüren viel Dankbarkeit! „Angst bei der Ausführung der Tätigkeit habe ich nicht, da wir mit vielen anderen Erregern auch schon zuvor zu tun hatten. Außerdem kommen die Patienten auf Station unter Isolationsbedingungen und nach höchsten Hygieneanforderungen und wir tragen Schutzkleidung. Wir sind für die Patienten der einzig menschliche Kontakt und dafür verspüren wir viel Dankbarkeit.“

In der Krise kann sie aber auch positive Aspekte sehen. „Beispielsweise, dass der Wert des Pflegeberufes wieder in der Gesellschaft steigt, nur hätte ich mir das viel früher gewünscht.“

Positive Aspekte der Krise

Außerdem sei das gesamte Krankenhauspersonal noch näher zusammengerückt. „Jeder einzelne macht sich Gedanken, wie es weitergeht, aber gemeinsam durch die gegenseitige Unterstützung werden wir das schaffen“, ist sie sicher.

In dieser „Helden der Krise“-Rubrik stellen wir Menschen aus der Region vor, die sich in der Krise besonders engagieren. Vorschläge können an die Adresse themenseiten@fuldaerzeitung.de gesendet werden.

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