Vor der Winfriedschule wurde es am Donnerstag um kurz nach 13 Uhr unübersichtlich – wie an vielen anderen Schulen im Landkreis. Viele Eltern holten ihre Kinder mit dem Auto an der Schule ab, weil die Busse bestreikt werden. / Fotos: Volker Nies

Staus und Chaos: Busstreik versetzt Tausende Eltern in Stress

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Kreis Fulda - Mehrere Tausend Eltern im Kreis ringen jetzt jeden Tag mit einem Problem: Wie kommen ihre Kinder sicher und pünktlich zur Schule? Und: Wie kommen sie am Nachmittag wieder nach Hause? Viele Eltern haben das Gefühl, dass der unbefristete Streik der Busfahrer auf ihrem Rücken ausgetragen wird.

Der Weg von Dalherda nach Fulda sei selbst mit öffentlichen Verkehrsmitteln umständlich, jetzt ist er ohne Auto gar nicht zu meistern. „Im Mütterzentrum, wo ich arbeite, berichten viele Mütter, wie sehr es sie fordert, den Schulweg der Kinder zu organisieren“, erklärt Kathrin Girlach.

„Busstreik für Kinder Stresssituation und Unfallrisiko“

6500 Schüler bis zur zehnten Klasse kommen im Landkreis morgens mit Bus und Bahn zur Schule – normalerweise. Die Bahn wird zwar nicht bestreikt, aber oft brauchen die Kinder den Bus zum Bahnhof oder vom Bahnhof zur Schule – ein Bus, der jetzt nicht fährt.

„Zwei Drittel der Schüler sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen“, sagt Dr. Kai Witzel, Vorsitzender des Elternbeirats der Winfriedschule. „Der Busstreik bedeutet für Eltern und Kinder – gerade bei Regen und Dunkelheit – eine erhebliche Stresssituation und ein höheres Risiko für Unfälle.“ Nicht wenige Kinder kämen zu spät zur Schule: „Ob der Streik berechtigt ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Aber er bringt Chaos in die Schulen.“

Chaos – auf diesen Begriff bringt es auch Frank Peter, der mehrere Kinder aus Edelzell in einer Fahrgemeinschaft an die Freiherr-vom-Stein-Schule bringt: „Es dauert allein 45 Minuten, um das Umfeld der Schulen über die völlig überlasteten Hauptverkehrswege wieder zu verlassen.“

„Streik wird auf dem Rücken der Kinder und Eltern ausgetragen“

Um 7.15 Uhr startet Steffanie Lückert aus Hosenfeld-Hainzell, um zwei Söhne und einen Klassenkameraden aus Schletzenhausen nach Großenlüder und Fulda zu bringen – natürlich mit Stau. „Ich bin jetzt jeden Tag zwei Stunden unterwegs“, beklagt sie. „Der Streik wird auf dem Rücken der Kinder und der Menschen ausgetragen, die auf den Bus angewiesen sind.“

„Zeitaufwendig und nervig“

Auch Rhöner Eltern sind genervt. Arnulf Müller aus Poppenhausen sagt: „Nicht jeder Bus fällt aus. Aber ob ein Bus fährt oder nicht, erfährt man erst kurz vorher. Das ist für uns Eltern ärgerlich.“ Seine zwei Kinder nehmen sonst den Bus nach Fulda. Jetzt werden sie von ihren oder anderen Eltern im Ort gefahren: „Wir organisieren uns. Aber die ewige Telefoniererei ist nervig und zeitaufwendig.“

Ihn nervt auch, dass die Fahrt von Poppenhausen nach Fulda jetzt 45 Minuten dauert – doppelt so lang wie sonst – weil viele Eltern unterwegs sind. Müllers Kritik: „Die Busfahrer tragen ihren Streik auf dem Rücken der Eltern aus.“

Am Freitag geht der Busstreik im bisherigen Umfang unbefristet weiter, teilte die Gewerkschaft Verdi am Donnerstagabend mit.

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