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„Kaskade“ an Hotel „Gersfelder Hof“ verkauft - Zukunft ohne Wasser

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Von: Ann-Katrin Hahner, Hartmut Zimmermann

Statt Badefreuden soll der bis zu sieben Meter hohe Raum des einstigen Wellnessbads künftig für Tagungen und Feiern dienen.
Statt Badefreuden soll der bis zu sieben Meter hohe Raum des einstigen Wellnessbads künftig für Tagungen und Feiern dienen. © Hartmut Zimmermann

2015 musste die Stadt Gersfeld das ehemalige Wellnessbad „Kaskade“ aus finanziellen Gründen schließen. Nun hat das Bad aber eine neue Zukunftsperspektive, diese beinhaltet allerdings kein Wasser.

Update vom 28. April, 12.37 Uhr: Die Zukunft des ehemaligen Wellnessbades „Kaskade“ hat die Gersfelder in den letzten Jahren umgetrieben. Wie das Hotel und gleichsame Käufer „Gersfelder Hof“ und die Vertreter der Stadt Gersfeld am Mittwoch in einer Pressekonferenz mitteilten, wird das frühere Bad zukünftig aber nicht mehr zum Schwimmen genutzt werden.

Vielmehr sehen die Hotelbetreiber Perspektiven im Tagungsbetrieb. Man plane, die einstige Schwimmhalle umzubauen und unter der Marke „Forum Gersfelder Hof“ für den Tagungsbetrieb zu nutzen. Gerade in Folge der Corona-Pandemie habe es sich gezeigt, dass es sinnvoll sei, auch Raumangebote für die Zusammenkunft größerer Gruppen mit Wahrung einer gewissen Distanz machen zu können, erläutert Reinhold Weber von der Hotel-Betreibergesellschaft.

Rhön: Eine Zukunft ohne Wasser - „Kaskade“ in Gersfeld wird umgebaut

Parallel streben die Betreiber an, den Raum ganz im Stil klassischer Gasthaus-Festsäle für Familientreffen, Weihnachts- oder Firmenfeiern zu nutzen. Einen Zeitplan oder konkrete Ziele für den Umbau konnten die Beteiligten bei dem Pressegespräch noch nicht nennen.

Bürgermeister Steffen Korell berichtet beim Pressegespräch von einer Vielzahl von Anläufen, eine neue Nutzung für das Bad zu finden. „Wir haben mit dem Biosphärenreservat gesprochen, es als Infozentrum – mit eingebauter Moorlandschaft im Schwimmbecken“ zu nutzen.“ Auch mit Gastronomen – nicht nur vom Gersfelder Hof –, Unternehmen aus der Wellness- und Fitnessbranche habe es Kontakte gegeben – „und sogar Chinesen haben sich das Objekt angesehen“, erinnert sich der Bürgermeister.

All diese Anläufe verliefen bis zum Verkauf auf das Hotel im Sande.

Rhön: Stadt Gersfeld verkauft früheres Wellnessbad „Kaskade“

Lesen Sie hier die Erstmeldung vom 27. April, 13.50 Uhr: Gersfeld - Wie Gersfelds Bürgermeister, Dr. Steffen Korell (CDU), in einer Pressemitteilung bekanntgab, habe sich nach mehrjährigen Verhandlungen eine Lösung für das frühere Wellnessbad im Kreis Fulda gefunden. Vor Kurzem hatte Korell verkündet, dass in Gersfeld ein Neubaugebiet bewilligt worden sei.

Das ehemalige Wellnessbad „Kaskade“ ist an das Hotel „Gersfelder Hof“ verkauft worden.
Das ehemalige Wellnessbad „Kaskade“ ist an das Hotel „Gersfelder Hof“ verkauft worden. © Jessica Vey

„Die Stadt Gersfeld hat das Grundstück mit aufstehendem Gebäude, der „Kaskade“, die durch einen Verbindungsgang dem Hotel „Gersfelder Hof“ direkt angeschlossen ist und ein weiteres Grundstück, auf dem die Parkplätze der „Kaskade“ angelegt sind, an die Betreibergesellschaft des Hotels „Gersfelder Hof“ verkauft“, teilt Korell mit.

Alternativnutzungen über mehrere Jahre geprüft

Geplant sei, den Hotelbetrieb und insbesondere das Tagungsangebot des Hotels auf die Gebäude der „Kaskade“ auszuweiten. Das Hotel werde das Gebäude, das Inventar sowie die dazugehörigen Grundstücke in Kürze übernehmen.

Das ehemalige Wellnessbad „Kaskade“, zu dem neben der Schwimmhalle auch eine Saunalandschaft sowie ein Wellness- und Therapiebereich zählen, wurde in den ersten Jahren nach seiner Eröffnung im Jahre 1998 durch den „Gersfelder Hof“, später dann durch die Stadt betrieben. Die Stadt musste das hoch defizitäre Bad jedoch mit der Saison 2015 aus finanziellen Gründen schließen.

„Da eine Wiederaufnahme des Badebetriebes mit fortlaufender Zeit immer unwahrscheinlich wurde, wurden Alternativnutzungen geprüft und mit diversen Investoren Verhandlungen geführt. Vorrangiger und favorisierter Partner der Stadt war und ist dabei aber das Hotel „Gersfelder Hof“, mit dem nun, zu unserer Freude und Erleichterung, eine Einigung erzielt werden konnte“, schreibt Korell in der Mitteilung. (akh)

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