Foto: Filzfabrik Fulda

Stoff für 750.000 Masken pro Woche – Filzfabrik Fulda produziert neues Filtermaterial

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Fulda - Die Filzfabrik Fulda hat ein neuartiges Filtermaterial entwickelt. Das Produkt unter dem Markennamen Lanimed kann für Mund-Nasen-Masken eingesetzt werden. Die ersten Kunden wurden bereits beliefert.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

„Lanimed ist ein vollsynthetischer Vliesstoff, auch als Filz bezeichnet, der mit ionisiertem Silber ausgestattet ist. So wirkt er antibakteriell“, erklärt Geschäftsführer Martin Schäfer. Beim Atmen werden die Silberionen aktiviert und können Keime im Luftstrom angreifen. So reduziert sich die Zahl von Keimen in den Atemwegen und den Masken.

„Schon diese Woche beginnen wir die Auslieferung des neuen Materials an erste Kunden“, berichtet Schäfer. Die Filzfabrik Fulda kann derzeit Material für die Fertigung von rund 750.000 Masken pro Woche zur Verfügung stellen, zukünftig soll die Menge auf mehr als zwei Millionen pro Woche gesteigert werden.

Keine Chemikalien, Farbstoffe und Latex

Das neue Material ist für Masken gedacht, die jedermann einsetzt. Der Stoff ist nicht für den Einsatz in Krankenhäuser zertifiziert. „Das Zertifizierungsverfahren hätten sehr viel Zeit beansprucht. Wir wollten mit unserer Neuheit möglichst schnell auf den Markt und dort für Entspannung sorgen“, erläutert der Unternehmer.

Schäfer erklärt, die Filzfabrik Fulda verzichte bei der Entwicklung und Herstellung „Made in Germany“ auf sämtliche Chemikalien, Farbstoffe sowie Latex. Das so hergestellte Material sei weich und hautfreundlich. Die zur Haut hingewandte Oberfläche sorge für ein angenehmes Tragegefühl. Die antibakteriellen Silberionen befinden sich auf der Außenseite.

Gut zu verarbeitendes Material

Alle im Vliesstoff verwendeten Rohstoffe, Polyester, Polypropylen und Polyamid, sind nach Öko Tex Standard 100, Klasse I, klassifiziert und damit für Babys und Kleinkinder geeignet. Das Material selbst ist ebenfalls nach Öko Tex Standard 100 zertifiziert. „Weitere Zertifizierungen sind derzeit im Freigabeprozess“, berichtet Schäfer.

Das strapazierfähige Material kann 3D verformt, genäht und gefaltet werden. Vliesstoff – wie auch Filz – verfügt über schnittfeste Kanten, was von Vorteil bei der Verarbeitung ist. Denn das aufwendige Einfassen oder Umnähen während des Fertigungsprozesses einer Mund-Nasen-Maske entfalle dadurch vollständig.

Lanimed reduziere die Geschwindigkeit des Aerosols im Luftstrom beim Ausatmen und bleibe dabei weiterhin atmungsfreundlich. Außerdem nehme das Material kaum Feuchtigkeit auf.

In kürzester Zeit serienreif

„Wir sind stolz darauf, dass wir mit unserem neu entwickelten Filtermaterial einen positiven Beitrag zur aktuellen Situation leisten können. Das Wichtigste ist die Gesundheit von uns allen und die Eindämmung des Coronavirus“, äußert Geschäftsführer Martin Schäfer.

Er sei stolz auf sein Team, das es geschafft habe, in kürzester Zeit die Entwicklung von Lanimed zur Serienreife zu bringen.

Firmenhintergrund

Das Traditionsunternehmen Filzfabrik Fulda, das zur FFF Group in Fulda gehört, hat schon früh die wachsende Bedeutung technischer Textilien erkannt und sich als Systemlieferant für technische Lösungen im Bereich der Vliesstoffe spezialisiert. Das 1881 gegründete Familienunternehmen bietet Entwicklung, Produktion, Veredelung und Konfektionierung von Vliesstoffen, Woll- und Nadelfilzen an.

Zu den Kunden zählen namhafte Unternehmen aus der Automobil-, Filtrations-, Akustik-, Bodenbelags- und Baubranche sowie Architekten, Maschinenbauer, die Möbelindustrie und die klassische Textilindustrie. Heute ist die Gruppe der größte Hersteller von Wollfilzen weltweit. Die Filzfabrik Fulda mit ihren Standorten in Fulda und Empfertshausen hat 250 Mitarbeiter. Die Gruppe beschäftigt insgesamt 550 Mitarbeiter.

Das könnte Sie auch interessieren