In diesem Jahr brüteten 20 Störche in der Region. Ein Standort ist die Fulda-Aue bei Kohlhaus.
+
In diesem Jahr brüteten 20 Störche in der Region. Ein Standort ist die Fulda-Aue bei Kohlhaus.

Mehr Störche im Kreis Fulda

„Ein Gewinner des Klimawandels“: Jörg Burkard stellt Rekordzahl bei Jungstörchen fest

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
    schließen

Den Weißstörchen gefällt es in unserer Region ausnehmend gut. Die Zahl der Brutpaare und der Jungstörche steigt von Jahr zu Jahr an. Bei der jüngsten Beringungsaktion wurden 20 belegte Horste und 38 Jungstörche gezählt.

  • Störche fühlen sich zunehmend wohl in der Region Fulda.
  • Durch eine Beringungsaktion weiß man nun mehr über das Verhalten der Tiere.
  • Ein Grund für die vielen Störche ist der Klimawandel.

Kreis Fulda - Damit werden die Zahlen aus dem Vorjahr nochmals übertroffen. Vor zwölf Monaten waren es 17 Brutpaare und 29 Junge. Dabei kann sich die Zahl der Jungstörche noch erhöhen, erzählen Jörg Burkard und Reinhard Kolb, die die Beringung zusammen mit Werner Peter von der Staatlichen Vogelschutzwarte Helgoland durchführen. Zwei Störche, in Steinhaus und in Dipperz, brüten noch. Apropos Dipperz. In der Wanne-Aue wie auch in Ried und in Dirlos haben Störche zum ersten Mal die Nest-Plattformen angenommen und brüten auch.

Es gab aber auch zwei Ausfälle, erzählt Burkard. Das Paar, das auf dem Schlachthof-Schornstein gebrütet hat war ebenso erfolglos wie das Paar in Neuhof-West. Vermutlich haben sie zu früh angefangen und könnten Opfer des Frostes geworden sein.

Beringungen zeigen: Mehr Störche in der Region

Dank der Beringungsaktion, die seit 2014 von Jörg Burkard und Reinhard Kolb von der HGON (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz) durchgeführt wird, wisse man mehr über den Nachwuchs und das Verhalten der Tiere. Ende Mai fahren die Experten mit einem Hubwagen der Firma Wemo die Horste an und beringen dank einer Hebevorrichtung die Jungstörche.

Unter anderem sind Störche die Gewinner der aktuell herrschenden Trockenheit.

Weißstörche sind „Gewinner des Klimawandels“

Die Menschen verfolgen die Rückkehr Adebars mit Interesse und Sympathie. Neugierige ziehen zu den Horsten und beobachten die Weißstörche, die ganz anders als die Schwarzstörche keine Probleme mit Menschen haben. Für Jörg Burkard, den Storchenexperten im Landkreis, sind die Weißstörche „Gewinner des Klimawandels“. Vor dem Jahr 2010 habe es gar keine Brutpaare in unserer Region gegeben. Danach freundeten sie sich mit den Bedingungen in Osthessen an. Durch die milden Winter blieben einige sogar hier, zudem zögen viele nicht mehr bis nach Afrika, sondern verbringen die Winter in Frankreich oder Spanien. Dadurch verringere sich das Risiko, dass sie auf den langen Flügen umkommen.

Mehr als 30 Plattformen in den vergangenen Jahren aufgestellt

In der Region gebe es zudem breite Auengebiete, die die Weißstörche lieben und die genügend Futter für sie bieten. Auf der Speisekarte standen früher Amphibien. Heute begnügen sie sich mit Würmern und Mäusen, die es in großer Zahl gibt. Zudem, so der Fachmann, gebe es in der Region viele Horstangebote für Adebar. Mehr als 30 Plattformen hat Burkard mit Unterstützung der RhönEnergie in den vergangenen Jahren aufgestellt. Diese würden gut von den Störchen angenommen. „Die Nisthilfen waren die Voraussetzung für die Wiederansiedlung“, sagt er.

Der am längsten besetzte Storchenbrutplatz ist der Horst in Neuhof-West. Hier wird seit 2010 gebrütet. Danach sind viele weitere hinzugekommen. Aufgrund des Rekord-Nachwuchses sei es möglich, dass die Zahl der Brutpaare weiter zunimmt. Vier bis fünf weitere Brutpaare seien noch möglich, ist Burkard überzeugt.

Das könnte Sie auch interessieren