Foto: Sebastian Kircher

Streit um Fuldaer Weinberg nun vor Gericht

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Der Streit um den Weinberg in Fulda ist nun ein Fall für die Gerichte: Der Weinhistorische Konvent würde gern am Frauenberg weitermachen, was die Eigentümer allerdings ablehnen. Jetzt bietet der Verein an, das Areal zu kaufen.

Der Weinkonvent baut seit 1991 Wein am Fuße des Frauenbergs an. Das Grundstück gehörte damals den Franziskanern und wurde 2007 an das Ehepaar Franz Erhard und Susanne Walther verkauft. Dabei wurde festgelegt, dass der Weinkonvent noch zehn Jahre lang den Weinberg pachten darf.

„Wir bestehen darauf, dass das Pachtverhältnis beendet ist“

Der Vertrag ist mittlerweile ausgelaufen – und seither befinden sich Verein und Eigentümer in Gesprächen, wie es weitergehen kann. „Dabei konnte keine Einigung erzielt werden“, sagte Richterin Sonja Kraus am Donnerstag vor dem Landgericht Fulda. Dort liegt der Fall nämlich nun, weil der Verein gegen die Walthers geklagt hat. Am Vormittag fand eine Güteverhandlung statt. „Das ist der Punkt, an dem die Parteien noch einmal aufeinander zugehen und eine gütliche Einigung erzielen“, erinnerte Richterin Kraus zu Beginn.

Rechtsanwalt Dr. Tarek Bary, Vertreter von Susanne Walther, machte allerdings deutlich: „Wir bestehen darauf, dass das Pachtverhältnis beendet ist.“ Seine Mandantin erkenne an, dass der Verein mit der Arbeit am Weinberg „einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag“ leiste, sie wolle jedoch nicht, dass dort weiter Veranstaltungen stattfinden.

Verein würde tief in die Tasche greifen

Der Weinkonvent, vertreten durch die Rechtsanwälte Bettina Hermann und Dr. Markus Risse, argumentiert: Mit den Franziskaner sei damals eine dauerhafte Pacht vereinbart worden. Es liege kein Kündigungsgrund vor. Man wolle den Weinberg für die Öffentlichkeit erhalten. „Wir sind stellvertretend für die Bürger Fuldas hier, die ein Interesse am Fortbestehen des Weinbergs haben“, sagte Rechtsanwältin Hermann. Zugleich betonte sie: „Wir haben ein starkes Interesse an einer gütlichen Einigung.“ Die Juristen machten deshalb ein Angebot: „Der Verein möchte das Grundstück kaufen. Gerne auch zu einem völlig überzogenen Preis. Dann würde Klarheit herrschen.“

Wollen die Walthers verkaufen?

Das war auch eine Idee, mit der Richterin Kraus leben könnte: „Das klingt für mich vernünftig. Das wäre eine saubere Lösung.“ Rechtsanwalt Dr. Bary trat jedoch auf die Bremse: Ein solches Angebot sei bislang nicht auf dem Tisch gewesen. Er müsse erst mit seiner Mandantin, die selbst nicht persönlich vor Gericht erschienen war, klären, ob das überhaupt eine Alternative sei. Innerhalb der nächsten zwei Wochen wolle Bary das ausloten. Die Anwälte des Vereins kündigten bereits an: Sollte ein Verkauf abgelehnt werden, wolle man weiter prozessieren.

Weinkonvent darf Weinberg weiterhin betreten

Richterin Kraus gab jedoch zu bedenken: „Es wurde ein Vertrag geschlossen, der eindeutig ist.“ Nämlich dass die Pacht nach zehn Jahren auslaufe. Die Chancen auf einen juristischen Erfolg sind da wohl eher gering. Doch es gibt auch gute Nachrichten für den Verein: Bary erklärte, dem Weinkonvent werde weiterhin Zutritt in den Weinberg gewährt, um die Rebstöcke zu pflegen. Und auch das Eigentum des Vereins, die Pergola und die Hütte auf der Fläche, dürften solange auf dem Gelände bleiben, bis der Konvent einen neuen Standort dafür gefunden hat. / kir

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