Immer wieder gingen in den vergangenen Jahren in Osthessen und Unterfranken Bürger gegen Pläne für einen Trassenbau durch ihre Region auf die Straße, wie hier im Oktober 2014 in Fulda.
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Immer wieder gingen in den vergangenen Jahren in Osthessen und Unterfranken Bürger gegen Pläne für einen Trassenbau durch ihre Region auf die Straße, wie hier im Oktober 2014 in Fulda.

Verlauf durch Thüringen

Jahrelange Proteste haben Erfolg: Suedlink-Trasse führt nicht durch Osthessen

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Mehr als sechs Jahre lang hat die Nord-Süd-Starkstrom-Trasse Suedlink die Region beschäftigt. In den Kreisen Fulda, Main-Kinzig und Bad Kissingen gab es heftige Proteste. Jetzt erklärt die Bundesnetzagentur: Die Gleichstromtrasse wird nicht durch Osthessen, sondern durch Thüringen führen.

Region - Die 558 Kilometer lange Suedlink-Trasse soll Windstrom von der Nordsee in den Raum Schweinfurt bringen. Bisher hatte Tennet schon eine klare Präferenz für die Trasse durch die Thüringen erklärt. Allerdings: Tennet war verpflichtet, auch eine Alternativroute zu planen. Diese Route führte – im wesentlich parallel zur A 7 – durch Osthessen.

Die Variante durch Osthessen ist nun vom Tisch. Die Bundesnetzagentur hat entschieden, dass durch Thüringen gebaut wird. Im Bereich zwischen Gerstungen in Thüringen und Bergrheinfeld bei Schweinfurt hat sie einen Korridor festgelegt. Innerhalb der Trasse kann es kleine Abweichungen, aber klar ist: Osthessen bleibt verschont.

Suedlink-Trasse: Variante durch Osthessen in vom Tisch - Bernd Woide ist erleichtert

Der Fuldaer Landrat Bernd Woide (CDU) reagiert mit Erleichterung: „Das ist eine konsequente Entscheidung. Wir haben schon früh deutlich gemacht, dass es im Landkreis erhebliche Raumwiderstände gegeben hätte – von der Laugenpipeline bis zu Autobahnen und ICE-Strecken. Es wäre wirklich eng geworden“, sagt Woide. Die Entscheidung für den Verlauf durch Thüringen habe sich bereits abgezeichnet. „Die Entscheidung ist auch ein Stück Gerechtigkeit, denn der Landkreis Fulda wird durch eine zweite Trasse getroffen werden, die Starkstromtrasse von Mecklar über Dipperz nach Bergrheinfeld“, sagt Woide. „Zwei neue Stromtrassen durch die Region – das hätte man den Bürgern im Landkreis nur schwer vermitteln können.“

Der Landkreis Fulda hatte sich früh gegen den Suedlink-Bau engagiert. Die Kommunen Hünfeld, Petersberg, Künzell und Eichenzell im Kreis Fulda sowie Motten in Unterfranken hatten besonders viel Energie in den Kampf investiert. Der Suedlink sollte zunächst auf hohen Masten gebaut werden. Später legte die Koalition in Berlin fest, dass der Suedlink weitgehend unterirdisch verlegt werden soll.

Entscheidung ist gefallen: Suedlink-Trasse führt doch nicht durch Osthessen - So reagieren die Politiker

Auch der Bundestagsabgeordnete Michael Brand (CDU) ist zufrieden: „Die endgültige Entscheidung der Bundesnetzagentur wäre nicht gekommen ohne unseren Einsatz gegen die falschen Pläne eines zu Beginn arrogant auftretendes Unternehmens. Wir können mit dem Ergebnis unseres Kampfes, den wir seit 2014 mit Kommunen und Bürgerinitiativen in der Region und im Bundestag mit begonnen habe, wirklich zufrieden sein.“ Das Ergebnis zeige, dass man mit Mumm, langem Atem und Argumenten den Lauf der Dinge verändern könne, sagt Brand: „Die jetzt genehmigte Stromtrasse ist besser für Umwelt, Unternehmen sowie für Bürger und Kommunen. Wir dürfen auf dieses Ergebnis stolz sein.“

Auch der Hünfelder Benjamin Tschesnok (CDU) zeigt sich erleichtert: „Die Entscheidung zum Suedlink freut uns natürlich. Hier geht es nicht um das St. Florians-Prinzip, ‚zünd ein anderes Haus an und verschone meins‘. Wir haben in den zurückliegenden Jahren viele fachlich fundierte Argumente zusammengetragen, die offenbar zu diesem positiven Ergebnis für uns und für die Region beigetragen haben.“ Die Anstrengungen hätten sich gelohnt.

Tschesnok: „Es gab tatsächlich aus naturschutzfachlicher und planerischer Sicht unüberwindbare Hindernisse. Auch für das Landschaftsbild wäre das für Hünfeld sehr nachteilig gewesen. Zudem hätte es zu einer starken Überbündelung von überörtlichen Infrastrukturprojekten geführt.“ Der Hünfelder Bürgermeister nennt zwei Gasferntrassen, zwei Bahntrassen, B 84 und B 27, die A 7, die Salzlaugeleitung, die bestehende Wechselstromtrasse und die Bahnstromleitung.“

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