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Los Angeles im Super-Bowl-Fieber - und mittendrin: Ein Fuldaer Fotograf

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Von: Tino Weingarten

Football-Ekstase in Los Angeles: Dort holten am Sonntag die LA Rams den Super Bowl 56 im eigenen Stadion. Millionen Deutsche verfolgten das NFL-Endspiel im TV. Hautnah mit dabei war hingegen der Fuldaer Fotograf Jonas Wenzel.

Update von 10.39 Uhr: Die Los Angeles Rams haben im eigenen Stadion den 56. Super Bowl gewonnen und den ersten NFL-Titel der Cincinnati Bengals verhindert. Das leicht favorisierte Team setzte sich am Sonntag vor 70.048 Zuschauern im SoFi Stadium mit 23:20 durch. In den 55 Super Bowls zuvor hatten nur die Tampa Bay Buccaneers in der vergangenen Saison den Titel im eigenen Stadion gewinnen können.

Millionen Football-Fans in Deutschland haben sich das Spiel, das nach westeuropäischer Zeit um 0.30 Uhr in der Nacht auf Montag startete, im Fernsehen angeschaut. Jonas Wenzel, ein Fotograf aus Fulda, war am Wochenende in Los Angeles unterwegs, um Eindrücke einzufangen. Gegenüber unserer Zeitung sprach er von einem Ausnahmezustand (siehe Erstmeldung vom 14. Februar, 0.03 Uhr).

Super Bowl: Football-Fieber in Los Angeles - Fotograf aus Fulda mittendrin

In unserer Bildergalerie können Sie sich ein Bild davon machen, was an diesem Wochenende auf den Straßen in der Millionen-Metropole rund um das SoFi-Stadion los war.

Erstmeldung von 14. Februar, 0.03 Uhr:

Los Angeles/Fulda - Das Endspiel der National Football League (NFL) gilt mit rund 800 Millionen Zuschauern als größtes Einzelsport-Ereignis der Welt. Klar also, dass an diesem Wochenende in Los Angeles - dem Austragungsort des 56. Super Bowls - alles im Zeichen des Footballs steht.

Die Los Angeles Rams haben den Super Bowl gewonnen - und mittendrin: Ein Fotograf aus Fulda.
Die Los Angeles Rams haben den Super Bowl gewonnen - und mittendrin: Ein Fotograf aus Fulda. © Jonas Wenzel

Jonas Wenzel aus Fulda ist mittendrin statt nur dabei. Für eine französische Nachrichtenagentur fängt er am Wochenende Momente rund um den Super Bowl ein. Der Fotograf berichtet unserer Zeitung von einem Ausnahmezustand in der Millionen-Metropole.

Schon mehrere Stunden vor Kick-Off waren die Straßen rund um das Stadion voll - dabei waren die Fans der Rams logischerweise in der Überzahl. Dennoch werden beim Super-Bowl die Cincinnati Bengals offiziell als die Heimmanschaft geführt. Das Großereignis und die vollen Straßen nutzen die Menschen in Los Angeles für politische Parolen bis hin zu Kundgebungen rund um die Corona-Pandemie.

Stunden vor dem Kick-Off pilgerten tausende Fans zum SoFi-Stadium.
Stunden vor dem Kick-Off pilgerten tausende Fans zum SoFi-Stadium. © Jonas Wenzel

Andere nutzen den Super-Bowl für ein gutes Geschäft. Da die Parkplätze in der Nähe des Stadions durch Zelte für Events blockiert sind, müssen die Fans auf andere Möglichkeiten ausweichen. Da kommen die Bewohner ins Spiel, die ihre Parkplätze an ihren Häusern anbieten. „Die Anwohner verkaufen ihre Parkplätze hier teilweise für 400 Dollar“, berichtet Jonas Wenzel aus der Millionen-Metropole.

Super Bowl 56: Los Angeles Rams oder Cincinnati Bengals?

Nicht nur die Football-Fans in Amerika sind in Ekstase, in Deutschland schalten Sonntagnacht Millionen Menschen - 2021 waren es 2,11 Millionen deutsche Zuschauer - die Fernseher ein. Ab 0.30 Uhr deutscher Zeit entscheidet sich, wer den amtierenden Titelträger, die Tampa Bay Buccaneers, ablöst: Die Los Angeles Rams oder die Cincinnati Bengals?

EreignisSuper Bowl 56
TeilnehmerLos Angeles Rams und Cincinnati Bengals
Kickoff0.30 Uhr (deutscher Zeit), 15.30 Uhr (LA-Zeit)
Live-ÜbertragungProSieben und DAZN
Einschaltquote Deutschland2,11 Millionen (2021)
Einschaltquote weltweit800 Millionen Zuschauer
Letzter Super-Bowl-GewinnerTampa Bay Buccaneers

Mit dieser Super-Bowl-Konstellation haben wohl die wenigsten Football-Fans gerechnet. Was allen voran an den Bengals liegt, die vor zwei Jahren noch das schlechteste Team der NFL waren. Die Entscheidung, daraufhin Quarterback Joe Burrow zu draften, erwies sich als richtig, denn der 25-Jährige führte sein Team in den Super Bowl. Burrow wurde von der NFL unlängst für das Comeback der Saison ausgezeichnet.

Dem Gegenüber steht die Star-Power der Rams. Ein Grund dafür, dass die Mannschaft leicht favorisiert ist. Quarterback Matthew Stafford zählt dabei nicht mal zu den größten Namen im Team, schließlich kam er vor der Saison nach zwölf Jahren bei den Detroit Lions ohne die Empfehlung auch nur eines Sieges in den Playoffs. Der wichtigste Spieler ist vielmehr Verteidiger Aaron Donald.

Dazu kommen mit Von Miller, der bei seinem Super-Bowl-Sieg im Trikot der Denver Broncos zum wertvollsten Spieler der Partie ausgezeichnet wurde, und Jalen Ramsey zwei weitere Verteidiger in einer starken Abwehr. Offensiv bauen die Rams auf Cooper Kupp, den die NFL als besten Angreifer der Saison ehrte, und Odell Beckham Jr.. Geht es nach ihnen, ist die Party in LA nach Spielende noch lange nicht vorbei.

Wer die Partie vor dem Fernseher und nicht live im Stadion verfolgt, kann sich sicher sein, die günstigere Wahl getroffen zu haben. Im Schnitt wurden für die knapp über 100.000 Tickets 9000 Dollar bezahlt. Die günstigsten Karten wurden über eine Lotterie der NFL verlost. Kostenpunkt: Knapp 500 Dollar.

Doch auch ohne Ticket kommen Fans vor den TV-Geräten in den Genuss der beliebten Halftime-Show. Dieses Jahr treten die Rapper Eminem, Snoop Dogg, Kendrick Lamar, Dr. Dre und Sängerin Mary J. Blige auf.

Super-Bowl-Fieber auch in Fulda ausgebrochen

Dass der Super Bowl auch in Osthessen vielen Menschen wichtig ist, bewies erst vor kurzem ein Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule in Fulda. Da am Montag nach dem Super-Bowl eine Klausur stattfindet, bat er das TV-Team von „Ran“ und die Moderatoren um Patrick „Coach“ Esume, Christoph „Icke“ Dommisch und Jan Stecker um Hilfe.

Die Antwort des Moderatoren-Teams, das den Schulleiter darum bat, die Klausur zu verschieben, ging in den sozialen Medien viral und verleitete Schulleiter Dr. Ulf Brüdigam zu einer Stellungnahme. Zwar könne die Klausur nicht verschoben werden, aber die Einladung des Ran-Teams, für eine Football-Stunde nach Fulda zu kommen, nahm der Leiter gerne an. (mit dpa-Material)

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