Der Skaterpark in Tann wird nicht realisiert. (Symbolfoto)
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Der Skaterpark in Tann wird nicht realisiert. (Symbolfoto)

Acht Jahre lang wurde diskutiert

Projekt ist gestrichen: Kein Skaterpark in Tann

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Seit acht Jahren wird über die Realisierung eines Skaterparks in Tann diskutiert. Jetzt steht fest: Er wird nicht gebaut. Das hat der Magistrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, wie Bürgermeister Mario Dänner (parteilos) unserer Zeitung bestätigt. 

  • Der Skaterpark in Tann wird nicht gebaut, das hat der Magistrat beschlossen.
  • 2012 wurde die Idee des Skaterparks geboren, 2015 erfolgte der Spatenstich.
  • Bei den Verhandlungen mit dem Tennisclub hätte man sich nicht einigen können, erklärte Tanns Bürgermeister Mario Dänner.

Tann - Als Gründe nennt Tanns Rathauschef Mario Dänner die gestiegenen Kosten und die Tatsache, dass kein passendes Grundstück gefunden werden konnte.

Tanns Bürgermeister Mario Dänner.

Zuletzt hoffte der Bürgermeister noch, im Tennisverein einen Partner zu finden, der ein Grundstück für die Anlage zur Verfügung stellt, damit die Jugendlichen einen Platz haben, um mit ihren Skateboards Kunststücke zu vollführen. Doch bei den Verhandlungen hätte man sich nicht einigen können, sagt Dänner. „Das ist jammerschade, vor allem für die Jugendlichen. Aber der Verein hatte andere Vorstellungen als wir“, erklärt er. Damit wird ein Projekt zu den Akten gelegt, das acht Jahre verfolgt wurde.

Kein Skaterpark in Tann: Vor acht Jahren wurde die Idee geboren

2012 ist die Idee des Skaterparks geboren worden. Jugendliche und Kommunalpolitiker fanden die Sache gut. Denn damit sollte den Tanner Jugendlichen etwas Besonderes geboten werden, ihre Freizeit zu verbringen.

Die Euphorie damals war groß. Es wurden Spendenaktionen von Kirche und Bürgermeister gestartet und ein heimischer Unternehmer, Bernhard Simon, unterstützte den Bau.

Das Projekt

Die Idee (2012): Jugendliche und Kommunalpolitiker hatten die Idee eines Skaterparks. Kirche und Bürgermeister initiierten Spendenaktionen und der Unternehmer Bernhard Simon unterstützte den Bau.  

Förderung (2016): Nachdem das Projekt aufgrund der Finanzierung vier Jahre auf Eis lag, überreicht ein Vertreter aus dem Innenministerium im Jahr 2016 einen Förderbescheid von 35 000 Euro aus dem Topf Sportland Hessen. 

Kein Grundstück (2019/20): Nach langer Grundstückssuche kam im Jahr 2019 das Areal am Tennisplatz ins Gespräch. Im Juni 2020 steht fest, dass das Grundstück nicht zur Verfügung steht. Der Magistrat legt das Projekt ad acta. 

Doch dann schlief das Projekt wieder ein, nicht zuletzt weil die Finanzierung für die klamme Stadt Tann ein Problem darstellte. Statt 25.000 Euro, wie zunächst geplant, stiegen die Kosten 2016 auf rund 50.000 Euro. Doch vor vier Jahren kam plötzlich wieder Schwung in das Projekt. Denn das Land Hessen wollte die Anlage mit einem Zuschuss von 35.000 Euro aus dem Topf Sportland Hessen fördern. Der Abteilungsleiter Sport im Hessischen Innenministerium, Jens-Uwe Münker, übergab Bürgermeister Mario Dänner Ende des Jahres 2016 einen Förderbescheid in Höhe von 35.000 Euro.

Ein Problem war der Standort für den Skaterpark in Tann

Drei Gründe zählte Münker damals für die Förderung auf: Das Ministerium sei überzeugt, dass der Wunsch für die Anlage von den Jugendlichen gekommen sei. Mit dem Zuschuss soll zudem die Jugendarbeit der evangelischen Kirche gewürdigt werden. Schließlich sei das ehrenamtliche Engagement ungewöhnlich. Unter anderem hat die Firma Simon Metall in Person des Chefs, Bernhard Simon, die Geräte für die Skateranlage kostenlos zur Verfügung gestellt, sagte er damals.

Doch das nächste Problem war der Standort. Die Errichtung der Anlage in der Ulsteraue wäre für eine Befestigung zu teuer gekommen. Die Schätzungen beliefen sich auf rund 85.000 Euro. „Das liegt über dem, was wir geplant hatten“, sagte Dänner damals. Mit einem Alternativgrundstück sollten die Kosten für den Bau verringert werden, weil die Fläche dann kleiner würde und der Untergrund berechenbarer sei als in der feuchten Aue.

Mit bereits eingenommenen Geldern für Skaterpark sollen nun andere Projekte verfolgt werden

Damit kam im vergangenen Jahr das Areal am Tennisplatz ins Gespräch. Und wieder war die Hoffnung groß, das Projekt doch noch zu einem guten Ende zu bringen. Doch es sollte alles anders kommen.

Geblieben sind viele Planungen, einige vorgefertigte Metallteile für die Skater und die Spenden. Mit den eingenommenen Geldern durch Grillaktionen für die Finanzierung der Anlage sollen jetzt andere Projekte verfolgt werden, sagt Dänner.

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