Zahlreiche Tanzlehrer im Schlossgarten Fulda.
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Die Tanzlehrer freuen sich, nun endlich wieder unterrichten zu dürfen.

Schritt für Schritt nach vorne

Tanzschulen in Fulda ziehen in Corona-Zeiten an einem Strang

  • vonAnn-Katrin Jehn
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Die Corona-Lockerungen haben in vielen Bereichen für Aufatmen gesorgt, auch bei den Tanzschulen in der Region. Diese haben sich in der Krise zusammengeschlossen. Nun stehen die Tanzlehrer vor neuen Herausforderungen.

Fulda - Die Coronakrise hat auch die Tanzschulen getroffen. In den vergangenen Wochen lief der Unterricht per Videokonferenz, die Tanzsäle blieben geschlossen. „Nun dürfen wir endlich wieder öffnen“, freut sich Liane Klein, Inhaberin des Holodeck Dance Centers in Fulda. Sie hatte mit Philipp Conradi von der Tanzschule Philipp Conradi die Initiative ergriffen und sich mit den Tanzlehrern in Fulda vernetzt. Ein Novum in der Region, schließlich herrschte vor der Krise ein wahrer Konkurrenzkampf. „Wir haben durch die Pandemie gemerkt, dass wir zusammen stark sind“, erklärt Klein. „Und hoffen, dass wir alle auch in Zukunft davon profitieren“, fügt Conradi an. 

Seit Wochen tauschen sich die Tanzschulen über die Probleme aus. Diese reichen von Kurzarbeit über Soforthilfe bis hin zu Abstandsregelungen und Desinfektionsmitteln. Vernetzt haben sich das Holodeck (Liane Klein), die Tanzschule Philipp Conradi, La Danse (Jan-Andreas Hönscher), Studio 82 (Anna Feuerstein), 2dancesalsa (Detlef Josten), die Schule für Bewegungskunst (Janina Brandmüller), Tanzblick (Dorothée Bretz), Saras Dance Academy (Sara von Kühlmann), die Tanzschule Angermann (Wolfgang Siebert), die Mobile Tanzschule Bartlau (Lydia und Boas Bartlau) sowie der selbstständige Salsalehrer Peter Jabs.

Gala-Absage am Tag der Generalprobe

Mit den Lockerungen kommt für sie alle nun der Schritt zur Wiedereröffnung. Die Regelungen hatten viele von ihnen hart getroffen, so beispielsweise Jan-Andreas Hönscher von der Ballettschule La Danse: „Wir steckten in den letzten Vorbereitungen für unsere große Ballett-Gala im Schlosstheater am 14. März. Dann kam der Schock, wir durften die Vorstellung nicht durchführen und mussten sie am Tag der Generalprobe absagen.“ 

„Mindestabstand beim Tanzen eine Herausforderung“

Bereits ab dem 9. Mai wäre es theoretisch möglich gewesen, wieder zu unterrichten. Allerdings standen dem noch viele Hürden im Weg. So sollten zum Beispiel nicht einmal Paare, die in einem Haushalt leben, miteinander tanzen dürfen. Diese Regelung wurde am Montag aufgehoben, so dass viele Kurse nun stattfinden können. Das Gros der Tanzschulen öffnet also nun am Montag, die Blicke sind nach vorne gerichtet. Desinfektionsmittel steht bereit, Plexiglasscheiben am Empfang sind montiert und die Gruppen über die Regeln informiert. „Die 1,5 Meter Mindestabstand sind beim Tanzen eine Herausforderung“, sagt Conradi. Zu jedem Kurs dürfen sich nur die jeweiligen Schüler in den Räumlichkeiten aufhalten. Für Neueinsteiger, die eine Schnupperstunde absolvieren wollen, gilt deshalb, sich telefonisch anzumelden. Das Holodeck will außerdem in größere Hallen ausweichen und, wenn möglich, im Freien trainieren. „Die kommende Woche wird ein Testlauf, wir werden immer wieder nachjustieren müssen“, sind sich Klein und Conradi sicher.

Dankbar über Mitglieder-Unterstützung

Froh sind die Tanzlehrer darüber, dass sie so treue Mitglieder haben. „In den letzten Wochen haben mich sehr viele motivierende Mitteilungen von Tänzern und Eltern erreicht. Es tut unheimlich gut zu erfahren, wie positiv die Tanz- und Bewegungskurse den Alltag der Schüler bereichern“, berichtet Anna Feuerstein vom Studio 82. Die meisten Mitglieder hätten trotz Kursausfällen ihre Beiträge weiterhin gezahlt, berichten die Tanzlehrer. „Nur deshalb gibt es uns noch“, sagt Liane Klein, die wie viele andere Inhaber ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken musste. „Kurzarbeit und Soforthilfe alleine hätten nicht gereicht“, bestätigt auch Conradi. Umso wichtiger sei es, dass es nun wieder losgeht. Schließlich sei Tanzen gut für die körperliche Fitness, für mentalen Ausgleich, für die Konzentrationsfähigkeit und stärke soziale Kompetenzen.

Mit dem Neustart hoffen die Tanzschulen-Betreiber auf einen Aufschwung. Fulda sei schließlich eine Tänzerhochburg und habe sich bereits in ganz Deutschland einen Namen gemacht. „Fulda hat eine Tanztradition, das zeigt sich in der Anzahl der verschiedenen Tanzschulen“, sagen Lydia und Boas Bartlau von der Mobilen Tanzschule Bartlau. Nun kann diese wieder gelebt werden.

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