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Regisseurin Friederike Jehn und Schauspieler Richy Müller während des „Tatort“-Drehs.

Fall („Du allein“) aus Stuttgart

Petersbergerin Friederike Jehn führt Regie beim „Tatort“ am Sonntag

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Der Deutschen liebste Sonntagabendbeschäftigung ist und bleibt vermutlich, den „Tatort“ zu schauen. Bei dem Fall aus Stuttgart („Du allein“), der am Sonntag zu sehen ist, hat die gebürtige Petersbergerin Friederike Jehn (43) Regie geführt – erstmals bei einem „Tatort“.

  • Die Petersbergerin Friederike Jehn hat Regie beim Stuttgarter „Tatort“ geführt.
  • Der Dreh fand bereits vor einem Jahr, also noch vor der Corona-Pandemie, statt.
  • Der „Tatort“ mit Richy Müller und Felix Klare ist die Folge zum 25. Jubiläum.

Fulda - „Es ist natürlich toll, für solch ein großes Publikum arbeiten zu dürfen“, sagt Friederike Jehn im Gespräch mit unserer Zeitung. Die 43-jährige Regisseurin, die in Fulda geboren wurde und in Petersberg aufgewachsen ist, hat 1997 am Marianum ihr Abitur gemacht und im Anschluss Theaterwissenschaften in Köln studiert.

Nach ihrer bestandenen Aufnahmeprüfung wechselte sie nach Ludwigsburg zur renommierten Filmakademie Baden-Württemberg. Dort studierte Jehn „Filmregie“ mit dem Schwerpunkt „Szenischer Film“.

Friederike Jehn hat auch bei anderen ARD-Produktionen Regie geführt

Den Einstieg ins Filmgeschäft hatte Jehn mit ihrem Debütfilm „Weitertanzen“. Kurz darauf folgte für die ARD „Der Andi ist wieder da“, unter anderem mit Tilo Prückner. Zuletzt ist die Regisseurin mit der komödiantischen Märchenproduktion „Die Galoschen des Glücks (unter anderem mit Annette Frier und Inka Friedrich) aufgefallen, die im vergangenen Weihnachtsprogramm der ARD gezeigt wurde.

Mittlerweile lebt Jehn in Berlin und ist Mutter von zwei Kindern. Und die sind derzeit wegen Corona zuhause im Homeschooling, erzählt Jehn. „Ich bin froh, dass ich akut keinen Dreh vor mir hatte“, sagt sie. „Klar fragt man sich, wie das jetzt alles in der Filmbranche weitergehen soll. Das Risiko, dass sich jemand aus dem Team infiziert und dadurch der ganze Dreh stoppen muss, ist nun mal da. Mit Abstandsregeln zu drehen, ist nicht bei jedem Film möglich. “

Dreh zum Stuttgarter Tatort (ARD) fand vor Corona-Pandemie statt

Doch der Dreh des Stuttgarter „Tatorts“ mit Richy Müller und Felix Klare (der übrigens die Folge zum 25. Jubiläum ist), fand bereits jenseits von allen Viren vor einem Jahr statt. Und keine Sorge, gespoilert soll an dieser Stelle natürlich nicht werden.

Jehn lobt die Menschlichkeit, die beim Stuttgarter „Tatort“ immer präsent sei. „Ein Kritiker schrieb mal: ,Der moralische Kompass ist immer sehr klar‘ – das finde ich passend. Die Kommissare sind sehr empathisch und zugänglich angelegt. Es steht nicht zur Debatte, zu wem man halten muss.“

Regisseurin über „Tatort“: „Das Format ist so lebendig“

Sie selbst schaut am liebsten die „Tatorte“ aus Hessen, München, Dresden und Hamburg. Wie jetzt, kein Münster? „Nö, nicht so“, sagt Jehn lachend. Und wie sieht’s mit einem „Tatort“ mit Til Schweiger aus, wenn das Regie-Angebot bestünde? „Es kommt auf den Stoff an“, sagt Jehn. „Die Schweiger-,Tatorte‘ sind ja doch sehr auf Action angelegt...“

Doch genau das findet Jehn so spannend beim „Tatort“: die große Vielfalt der Möglichkeiten. „Es kann actionreich sein oder aufgebaut wie ein Kammerspiel“, sagt die Regisseurin. Oder es gibt – wie im Fall des „Tatorts“ am Sonntag – die einfache Frage: Wer war der Täter? „Das Format ist so lebendig.“

Und ganz Deutschland wird danach wieder diskutieren, ob der Krimi gut oder schlecht war. „Als Regisseurin ist man natürlich dem Drehbuch und der Geschichte verpflichtet“, erklärt Jehn. „In diesem Fall ist es eine komplexe Geschichte und nicht experimentell. Ich wollte es so emotional wie möglich gestalten.“

Nach dem Kölner „Tatort“ („Gefangen“) vor einer Woche läuft die „Tatort“-Folge „Du allein“ am Sonntag um 20.15 Uhr in der ARD.

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