Foto: Stadt Gersfeld

Tatort Kinderspielplatz: Wie Vandalen zu Spielverderbern werden

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Kassel - Zuweilen geben Kinderspielplätze, Parks und Grünanlagen in Hessen ein trauriges Bild ab. Schuld ist: Vandalismus. Die Zerstörungswut kommt die Kommunen teuer zu stehen – auch Fulda.

In einigen Kommunen in Hessen werden Kinderspielplätze zum Ziel blinder Zerstörungswut. Kassel, Gießen und Fulda beklagten beispielsweise derartige Fälle, doch mitunter werden auch Denkmäler und Wahrzeichen beschädigt, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht.

Spielplätze seien von Vandalismus deutlich häufiger betroffen als die übrigen Grün- und Parkanlagen, berichtete ein Sprecher der Stadt Kassel. Die jährlich entstehenden Schäden belaufen sich den Angaben zufolge auf bis zu 50.000 Euro. „In den vergangenen Jahren gab es regelmäßig größere Brandschäden auf Spielplätzen, davon sind wir in diesem Jahr bisher verschont geblieben“, bilanzierte Stadtsprecher Claas Michaelis zum Ende der Sommersaison.

Vereinzelt Vandalismus-Schäden in Fulda

Die Probleme mit Vandalismus seien konstant hoch in Kassel, sagte Michaelis. Am häufigsten gebe es Schäden in Form von Farbschmierereien an Gebäuden, Parkmobiliar, Mauern oder Spielgeräten, gefolgt von Zerstörungen von Gegenständen wie etwa Bänken oder Spielgeräten.

In Fulda werden nur vereinzelte Vandalismus-Schäden festgestellt, wie Stadtsprecher Johannes Heller sagte. Ein aufsehenerregender Fall ereignete sich allerdings im Frühsommer, als eines der Wahrzeichen der Stadt, die vergoldete Lilie der Floravase im Schlossgarten, abgetrennt und entwendet wurde. „Allerdings scheint hier nach den Ermittlungen der Polizei eher ein Diebstahlsdelikt vorzuliegen als Vandalismus. Inzwischen ist die Lilie wieder aufgetaucht“, berichtete Heller.

Beschädigte Mauern im Schlossgarten

Insgesamt sei der Fuldaer Schlossgarten jedoch in den vergangenen Jahren „leider immer wieder“ Schauplatz von Vandalismus gewesen, so Heller. Auf der Liste stehen beschädigte Mauern, Figuren oder Balustraden sowie beschmierte Figuren.

Mitarbeiter des städtischen Betriebsamtes müssten auch immer wieder zu Spielplätzen ausrücken, um dort Verschmutzungen und Vandalismus-Schäden zu beseitigen. Die Übeltäter? Dazu konnte Heller keine umfassenden Angaben machen, er sagte aber: „Kinderspielplätze sind in den Abendstunden beliebte Treffpunkte für Jugendliche.“

Abgesägte Bäume in Frankfurt

In Frankfurt ist das Problem mit Zerstörungen und Beschädigungen in Parks und Freizeitanlagen laut städtischen Statistiken nicht besonders ausgeprägt. „Vandalismus-Schäden sind so gering, dass sie nicht gesondert erfasst werden. Es ist keine Zunahme gegenüber den Vorjahren zu erkennen“, erklärte eine Mitarbeiterin des Grünflächenamts.

Kurios allerdings: Es gebe immer wieder Vorfälle, bei denen Bäume abgesägt werden, wie etwa im Bezirk West im Bereich der Kullmannwiesen.

37.000 Euro Sachschaden

In Gießen sieht die Stadtverwaltung zum Ende der Sommersaison keine erhöhten Fallzahlen von Vandalismus. „Im Bereich Grünanlagen, Spielplätze und Schulen haben wir keine Verschlimmerung der Situation zu beklagen, sondern eher leichte Verbesserungen“, sagte Stadtsprecherin Claudia Boje. Dennoch schlagen die Folgen deutlich zu Buche.

In diesem Jahr 2019 seien Kosten wegen Vandalismus in Höhe von etwa 37.000 Euro entstanden. Dazu zählten auch Einbruchschäden. In den meisten Fällen gehe es um Graffitis und zerstörtes Glas von Fenstern und Türen. Meistens seien Schulen betroffen. Allerdings würden auch Denkmäler mit Graffitis beschmutzt oder anders beschädigt. / dpa

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