In den etwa 900 Regalmetern müssen noch verschiedene Gegenstände ihren Platz finden, wie Stadtarchiv-Leiter Thomas Heiler zeigt. Etwa 100 Regalmeter füllen wird das Leitmeritzer Heimatarchiv.
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In den etwa 900 Regalmetern müssen noch verschiedene Gegenstände ihren Platz finden, wie Stadtarchiv-Leiter Thomas Heiler zeigt. Etwa 100 Regalmeter füllen wird das Leitmeritzer Heimatarchiv.

Neues Zuhause auf 900 Regalmetern

Teil der Fuldaer Stadtarchiv-Bestände ist in neue Räume gezogen

  • Hanna Wiehe
    vonHanna Wiehe
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Stellen Sie sich fünf Kilometer Bücher aneinandergereit vor: So umfangreich sind die Bestände des Fuldaer Stadtarchivs. Klar, dass im Laufe der Jahre der Platz eng wird. Deshalb ist in dieser Woche ein Teil des Archivs umgezogen.

Fulda - Wer schon mehrfach in seinem Leben umgezogen ist, der hat eine Ahnung davon, wie es ist, viele Kisten zu schleppen – und sie in der neuen Wohnung so zu stellen, dass man das, was man zuerst braucht, schnell auspacken kann. So ging es nun auch dem Team um Stadtarchiv-Leiter Dr. Thomas Heiler. Doch die Bücher, Akten und Gegenstände, die jetzt in den Keller des Sparkassengebäudes in der Rabanusstraße gezogen sind, sind um ein Vielfaches umfangreicher: „Es sind etwa 800 Regalmeter“, erklärt er.

Neues Stadtarchiv mit 800 Regalmetern

Regalmeter ist die Einheit, in der Archivare denken. Das bedeutet: Jeder Meter auf einem Regal wird gerechnet. Ist es also zwei Meter lang und hat fünf Etagen, sind das zehn Regalmeter. Insgesamt sind in den neuen Räumlichkeiten in der Rabanusstraße 900 Regalmeter zu besetzen. Insgesamt verfügt das Archiv über Bestände von fünf Regal-Kilometern, die im Hauptsitz im Palais Buttler sowie in den Außenmagazinen im Stadtschloss-Keller, im Kanzlerpalais und nun in der Rabanusstraße untergebracht sind.

Förderband hilft beim Kartonschleppen

„Im Januar haben wir die beiden Räume angemietet. Dann begannen auch direkt die Planungen, welche Bestände umziehen und wie wir das koordinieren“, berichtet Archiv-Mitarbeiterin Laura Wagner. Ein Großteil dessen, was ausgelagert wurde, befand sich im Stadtschloss-Keller. „Die Treppe dort hinunter ist so steil, dass wir für die etwa 300 Umzugskartons ein Förderband benutzt haben“, schildert Wagner.

Für den Umzug der Bestände aus dem Stadtschloss-Keller war ein – inzwischen wieder abgebautes – Förderband aufgebaut worden. Nur so konnten die Kisten die steile und teils unebene Treppe hinaufgebracht werden.

Zu dem Umzug gehörten aber auch Überlegungen, was aus dem Stammsitz im Palais Buttlar ausgelagert werden kann – um in dessen Lesesaal Platz für neue Bücher zu schaffen. „Das hat dazu geführt, das nun zum Beispiel auch alte Brockhaus-Bände in den neuen Räumen gelagert werden“, sagt Thomas Heiler.

Ein Schatz lagert in der Nachbarschaft

In deren Nachbarschaft lagert ein Schatz: das Leitmeritzer Heimatarchiv, das vor einem Jahr vom Leitmeritzer Heimatkreisverband an die Stadt übergeben worden war. Auch das Archiv des Bundes der Vertriebenen von Stadt und Landkreis Fulda hat das Stadtarchiv übernommen. Dieses befindet sich zusammen mit den Sammlungen der früheren Ostdeutschen Heimatstube ebenfalls im Keller in der Rabanusstrasse. „Das ist ein wichtiger Teil der Fuldaer Nachkriegsgeschichte“, betont Heiler. Neben Büchern besteht dieses Archiv aus Sammlungen, Schenkungen und Nachlässen – da taucht neben Familienfotos auch eine Handarbeit auf.

12.000 Bände von Dr. Werner Kirchhoff

Außerdem in der Rabanusstraße Platz findet der Bestand, den der Heimatforscher und Kulturpreisträger Pfarrer Erwin Sturm dem Archiv hinterlassen hatte. Aber auch der Nachlass des langjährigen Fuldaer Kulturamtsleiters Dr. Werner Kirchhoff, der im vergangenen Jahr gestorben war, findet in der Rabanusstraße einen Platz. „Das sind etwa 12.000 Bände, eine umfangreiche Sammlung“, wie Archiv-Mitarbeiterin Wagner erläutert.

Wer in den Beständen stöbern möchte, kann das tun – muss sich wohl aber noch etwas gedulden. Denn bis der Umzug abgeschlossen und die Bestände an ihrem Platz sind, vergehen noch einige Wochen. „Unser Ziel ist es, bis Ende Juli alles fertig geräumt zu haben“, sagt Wagner.

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