Das Baugebiet Weiße Stadt in Haimbach
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Die Telekom hat ihr Grundstück in Haimbach verkauft.

Vorkaufsrecht soll nun geprüft werden

Telekom verkauft Areal in Haimbach - Stadt Fulda unterliegt Bieter-Wettbewerb

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Es bewegt sich was in Haimbach: Die Telekom hat in dieser Woche ihr Grundstück nahe der Merkurstraße verkauft – allerdings nicht an die Stadt Fulda, sondern an einen privaten Investor, der für die 3,7 Hektar große Fläche mehr geboten hat. Dennoch zeigt sich Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) erleichtert.

Haimbach - Möglicherweise war es tatsächlich der Unmut-Ausbruch des Oberbürgermeisters aus Fulda im Sommer dieses Jahres, der die Telekom dazu bewegt hat, tätig zu werden. Heiko Wingenfeld hatte den Stadtverordneten damals eine Resolution vorgelegt, die einstimmig verabschiedet wurde und die Telekom unmissverständlich zum Handeln nach längerem Stillstand aufgefordert hatte.

Nur wenig später stand das Grundstück in dem Fuldaer Stadtteil Haimbach tatsächlich zum Verkauf: Laut einer Immobilienseite im Internet für 5,6 Millionen Euro. Nun ist klar: „Wir haben diese Woche den Kaufvertrag mit dem Meistbietenden geschlossen“, berichtet Telekom-Pressesprecher George-Stephen McKinney auf Anfrage. Doch der Meistbietende war nicht die Stadt Fulda: „Wir haben mitgeboten, es aber nicht auf Platz 1 geschafft“, erklärt Oberbürgermeister Wingenfeld.

Areal der Telekom in Haimbach wurde an privaten Investor verkauft - Stadt will Vorkaufsrecht prüfen lassen

Die Stadt Fulda hätte die Fläche in Haimbach nur allzu gerne selbst erworben: Denn ihr gehören in dem insgesamt rund 13 Hektar großen Baugebiet bereits mehrere Teilflächen, darunter das ehemalige Areal der DHL – sie hätte dann alle Grundstücke selbst an Bauwillige vermarkten können.

Man wolle nun prüfen lassen, ob die Stadt ein Vorkaufsrecht hat, erklären Oberbürgermeister Wingenfeld und Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) unserer Zeitung. „Sollte dieses greifen, müssen wir aber überlegen, ob wir davon Gebrauch machen“, sagt Wingenfeld. Denn die Stadt müsste nun denselben Kaufpreis zahlen wie der Käufer. Mit diesem sollen bald Gespräche geführt werden.

„Bessere Situation als vor einem Jahr“ - Fläche der Telekom in Haimbach wurde verkauft

„Die Situation, die wir jetzt haben, ist deutlich besser als vor einem Jahr“, betonen Wingenfeld und Schreiner. Jahrelang sei die Haltung der Telekom „sehr zögerlich“ gewesen, wie Wingenfeld es formuliert. Schon 2016 hatten Telekom und Stadt einen städtebaulichen Wettbewerb ausgelobt, für den ein Siegerentwurf gekürt worden war. Seitdem tat sich aber nicht viel in Haimbach.

Nun kann die Stadt, auch wenn sie die Telekom-Fläche in Haimbach nicht bekommt, immerhin mit den Erschließungsarbeiten des Baugebiets beginnen. Die Telekom hat der Stadt die dafür notwendigen Flächen übertragen. Die Erschließung sei bisher nicht möglich gewesen, wie der Oberbürgermeister erklärt. Das sei auch der Hauptgrund gewesen, warum die Stadtpolitik so verärgert gewesen sei. Im kommenden Jahr soll die Erschließung nun beginnen.

350 Wohneinheiten sollen im gesamten Baugebiet in Haimbach entstehen

Im gesamten Baugebiet in Haimbach sollen rund 350 Wohneinheiten entstehen. Geplant ist eine gemischte Wohnbebauung mit Reihenhäusern, aber auch Mietwohnungen. Es sei ein attraktives Wohngebiet, sind sich Wingenfeld und Schreiner einig: mit einer tollen Lage und viel Grün zwischen Schulzenberg und Euro-Hügel. Bauinteressenten müssen allerdings mit strengen Vorgaben rechnen: Der Entwurf des Frankfurter Büros Scheffler + Partner sieht kubische Baukörper, Flachdächer, helle Fassaden und eine einheitliche Optik vor.

Für die Stadtentwicklung Fuldas sei das größte Baugebiet der vergangenen Jahre ganz zentral, betont der Oberbürgermeister. „Es hat zwar alles länger gedauert, als ich es mir gewünscht hätte. Aber wir haben nun trotzdem ein gutes Ergebnis.“

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