Das neuartige Coronavirus im Blut von Menschen
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Das neuartige Coronavirus

Nach umfangreichen Tests

Keine Immunität gegen Sars-CoV-2 in Fulda

  • Ann-Katrin Hahner
    vonAnn-Katrin Hahner
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In einer Gruppe von 1800 freiwilligen Teilnehmern wurden nur in sehr wenigen Fällen Antikörper gegen Sars-CoV-2 gefunden. Das zeigt eine breit angelegte Studie des Klinikums Fulda an 1500 Mitarbeitern des Klinikums und einer externen Kontrollgruppe mit 300 Teilnehmern.

  • Das Klinikum hat eine Studie durchgeführt, um zu ermitteln, wie viele Menschen das Coronavirus hatten - ohne es zu bemerken.
  • Dafür wurden Blutproben genommen und auf Antikörper gegen das Virus getestet.
  • Das Ergebnis zeigt: Nur sehr wenige Studienteilnehmer haben Antikörper. Dieses Ergebnis lässt sich auf die Region Osthessen übertragen.

Fulda - Derzeit dominieren zwei Fragen das Geschehen rund um Covid- 19-Infektionen: Wie viele Menschen sind aktuell infiziert? Und wie viele Menschen waren infiziert und sind inzwischen geheilt? Mindestens genauso spannend ist aber die Frage: Wie viele Menschen hatten das Virus – und haben es nicht bemerkt?

Wie viele Menschen sind bereits immun?

Mit dieser Frage beschäftigt sich eine aktuelle Studie des Klinikums Fulda unter der Leitung von Prof. Dr. Peter M. Kern: „Unser Ziel ist es, Aufschlüsse über die Immunitätsrate und die Schutzwirkung der Antikörper zu bekommen, das heißt: Wie schnell baut der Körper Immunität auf und wie gut schützen die aufgebauten Antikörper.“

Freiwillige aus Supermärkten

Untersucht wurden dafür Mitarbeiter mit unmittelbarem Patientenkontakt aus dem ärztlichen und pflegerischen Dienst sowie dem Transport- und Reinigungsdienst, darüber hinaus als Kontrollgruppe Mitarbeiter aus lokalen Supermärkten mit direktem Kundenkontakt, hieß es in einer Mitteilung des Klinikum Fulda. Darunter waren etwa freiwillige Mitarbeiter der Tegut-Filialen in Fulda, Petersberg oder Künzell.

Zumindest für die untersuchten Personengruppen mit einem angenommenen hohen Ansteckungsrisiko ist zum jetzigen Zeitpunkt widerlegt, dass es bereits zu einer relevanten Anzahl stiller Immunisierungen gegen das Virus gekommen sein könnte.

Weitere Untersuchungen geplant

Die Rate an positiven Immunglobulin G (IgG) -Antikörpernachweisen, die auf eine dauerhafte Immunität hinweisen können, bewegte sich um 1 Prozent und damit im Bereich der Fehlerquote des Tests. Eine detaillierte Beschreibung der Untersuchung und der Ergebnisse mit Berücksichtigung aller Untergruppen wird demnächst in der Fachliteratur veröffentlicht werden. Weitere Untersuchungen im zeitlichen Verlauf zur Entwicklung der Immunitätsrate, der Wirksamkeit und der Dauerhaftigkeit der gefundenen Antikörper sind bereits geplant.

Ergebnis lässt sich auf Osthessen übertragen

Aufgrund der hohen Anzahl an Testpersonen lässt sich das Ergebnis – zumindest in der Tendenz – auch auf die Bevölkerung in Osthessen übertragen. Die deutlichen Unterschiede der Querschnittsimmunität gegen Sars-CoV-2 in Deutschland, die aus den bisher vorliegenden Studien abzulesen ist, legen regionale Maßnahmen zur Kontrolle der Virusausbreitung nahe.

Prof. Dr. Peter M. Kern

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