Nicht die Toilette, sondern das Spülbecken ist der Ort mit den meisten Bakterien. / Foto: Elke Wentker/dpa

Tötet Seife wirklich Bakterien? Die zehn größten Hygiene-Mythen im Haushalt

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- Am heutigen Donnerstag ist der offizielle Tag der Hygiene – passend zu diesem Aktionstag klärt Helpling, das Vermittlungsportal für Reinigungskräfte, über Hygiene-Mythen im Haushalt auf:

1. Die Toilette ist der schmutzigste Ort im Haus: falsch

Eine viel größere Bakterienquelle ist der Spüllappen. Der Toilettensitz ist trocken und kühl, Bakterien aber bevorzugen feuchte und warme Bereiche. Die Feuchtigkeit und Rückstände von Essensresten auf einem Spüllappen fördern das Wachstum der Bakterien, sodass die Belastung bis zu 400-mal höher ist als auf einer Klobrille.

2. Schmutz taucht aus dem Nichts auf: falsch

Haben Sie sich auch schon des Öfteren gefragt, wo der ganze Staub in Ihrer Wohnung eigentlich herkommt? Den Großteil des Drecks verursachen wir selbst. Denn wer Staub einmal genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt vor allem Hautschuppen, Haare und Textilfasern. Und bei ca. 40.000 Hautzellen, die ein Mensch pro Minute verliert, wundert einen auch der ganze Staub nicht mehr. Das erklärt auch, warum es besonders dreckig ist, nachdem wir Besuch hatten: Mehr Menschen produzieren mehr Staub.

3. Rohes Hühnerfleisch sollte stets gewaschen werden: falsch

Hühnerfleisch kann zwar mit Salmonellen belastet sein – es vor der Verarbeitung zu waschen, ist allerdings kontraproduktiv. Denn durch den Wasserstrahl und herumfliegende Tröpfchen werden die Salmonellen erst recht verbreitet. Stattdessen reicht es aus, das Fleisch direkt in die Pfanne zu geben und durchzugaren, um alle Krankheitserreger zu töten.

4. Flecken lösen sich nur mit heißem Wasser: falsch

Viele Leute folgen beim Putzen dem Mantra: Je heißer, desto besser – denn nur so verschwinden Flecken und Bakterien. Ein großer Irrtum, denn die meisten Reinigungsmittel sind Kaltwasserreiniger. Beim Geschirrspülen hingegen ergibt warmes Wasser Sinn, damit es sich das Fett besser löst.

5. Seife tötet Bakterien: falsch

Sie tötet sie nicht, sondern hilft, die Bakterien von der Haut abzulösen, sodass sie vom Wasser abgespült werden können. Aus diesem Grund sind auch antibakterielle Seifen nicht nur hinfällig, sondern auch umweltschädlich. 30 Sekunden Händewaschen mit normaler Seife und richtigem Reiben entfernt mit 99,9 Prozent fast alle Keime und Bakterien.

6. Nur mit antibakteriellen Reinigern wird es richtig sauber: falsch

Da die meisten Mikroorganismen ungefährlich sind, ist antibakterieller Reiniger überflüssig. Da er das bakterielle Gleichgewicht zerstören und die Bildung von resistenten Bakterien zur Folge haben kann, ist er sogar umweltschädlich. Solange Sie nicht Natursteine wie Marmor, Holzparkett, Armaturen oder Gummidichtungen putzen wollen, ist Essigreiniger vollkommen ausreichend.

7. Handtücher kann man ohne Bedenken mehrmals nutzen: falsch

Feuchte Handtücher bieten einen idealen Lebensraum für Bakterien. Nach dem Abtrocknen bleiben Schmutz und Hautschuppen in Handtüchern zurück, die den Bakterien als Nahrung dienen. Deshalb sollten Sie auch in der Küche zwei verschiedene Tücher für Geschirr und Hände benutzen. Besonders auf Händen können sich Darm-Keime befinden, die keinesfalls auf Geschirr oder gar ins Essen gelangen sollten. Um die Ansammlung von Keimen zu vermeiden, sollten Geschirr- als auch normale Handtücher nicht länger als ein paar Tage genutzt werden.

8. In der Tiefkühltruhe sterben Bakterien: falsch

Bei -18 Grad stellen Bakterien die eigenen Lebensprozesse ein und können sich nicht mehr vermehren – sie sind aber nicht tot. Sobald das Lebensmittel auftaut, fangen Bakterien wieder an zu arbeiten. Bei Zimmertemperatur verdoppelt sich dann die Anzahl der Bakterien alle 20 Minuten.

9. Zerkratzte Teflonpfannen sind krebserregend: falsch

Zerkratzte Teflonpfannen sind erst ab 260°C schädlich. Erst dann gibt die Beschichtung namens Polytetrafluorethylen giftige Dämpfe ab. Solche Temperaturen erreicht man nur durch gezielte Überhitzung und sollten nur bei gusseisernen Pfannen angewendet werden.

10. Schneidebretter sind Bakterienschleudern: falsch

Wenn man sie intensiv reinigt, kann man Holz- als auch Plastikbretter ohne Bedenken nutzen. Holz hat wegen der Harze und den ätherischen Ölen keimtötende Eigenschaften, bestimmte Holzarten enthalten außerdem die keimtötende Gerbsäure. Außerdem trocknet Holz schnell, was Bakterien zusätzlich abtötet. Plastikbretter kann man in die Spülmaschine geben, in der Temperaturen um die 60 Grad die Bakterien abtöten.

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