Nicht alle Toiletten in der Innenstadt sind seit der Coronavirus-Pause wieder zugänglich.
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Nicht alle Toiletten in der Innenstadt sind seit der Coronavirus-Pause wieder zugänglich.

Die Not mit der Notdurft

Toiletten in den Fuldaer Läden machen seit Corona-Krise Ärger: Nicht alle wieder geöffnet

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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In der Fuldaer Innenstadt steigt die Zahl der Kunden nach dem Ende der Schließungen der Corona-Zeit langsam wieder an. Ein Problem bleibt: Wohin gehen die Kunden, die beim Bummel von Geschäft zu Geschäft einmal müssen?

  • Nach der Corona-Zwangspause haben viele Läden zwar geöffnet - die Toiletten aber geschlossen gehalten.
  • Leser haben unserer Zeitung erzählt, dass sie in der Innenstadt von Läden abgewiesen wurden, als sie die Toilette nutzen wollten.
  • Die Stadt Fulda teilt mit, dass die öffentlichen Toiletten wieder geöffnet sind.

Fulda - Als Mitte April die ersten Läden nach vier Wochen Corona-Pause Zwangspause weider öffneten, da blieben vielerorts die Toiletten noch geschlossen. Ihre Inbetriebnahme war möglich, aber mit hohen Auflagen verbunden. Erst Anfang Juli fielen die Hürden für den Toilettenbetrieb etwa in Kaufhäusern komplett.

„Bis dahin gab es manches enttäuschte Gesicht bei uns, denn unsere Kundentoiletten waren wegen der Hygieneauflagen lange geschlossen“, berichtet C&A-Filialleiterin Denise Kirchhof. „Erst in der vergangenen Woche haben wir die Toiletten wieder geöffnet – und sie werden jetzt sehr rege genutzt.“

Um die Toiletten in den Läden der Fuldaer Innenstadt gibt es Zoff

Bei Karstadt waren die Toiletten seit der Teilöffnung immer geöffnet, bei Galeria Kaufhof war der Besuch in der ersten Phase der Teilöffnung nur möglich, wenn man nach einem Schlüssel fragte. Jetzt gibt es gar keine Hindernisse mehr.

Dennoch: Wenn Verbraucher in der Fuldaer Innenstadt unterwegs sind, dann gibt es immer wieder Ärger darüber, dass sie von Läden abgewiesen werden, wenn sie fragen, ob sie dort eine Toilette aufsuchen können. Allein in dieser Woche beklagten zwei Leserinnen, dass sie abgewiesen worden seien.

Modehaus Schneider in Fulda: Besucher haben auf Toilette gestohlen

Aber es gibt auch die andere Seite. Das Modehaus Schneider hat entschieden, dass es seine Toiletten jetzt nur noch für die Verbraucher öffnet, die in dem Modehaus wirklich einkaufen. „Vor der Corona-Zeit hatten wir 100 bis 150 Besucher pro Tag in unseren Toiletten – obwohl es sich nicht um eine Anlage für die Öffentlichkeit handelt, sondern für unsere Kundinnen und Kunden“, erklärt Filialleiterin Cordula Bollbuck.

„Wir mussten nicht nur Personal abstellen, das die Räume reinigt, sondern Besucher haben sogar gestohlen: Seife, Toilettenpapier und selbst das Sparschwein, mit dem wir um eine Spende für die Nutzung baten“, berichtet Bollbuck. „Manche Kunden ließen beim Verlassen des Raumes das Wasser laufen – das war nicht selten.“ Deshalb schränke das Modehaus den Zugang jetzt ein.

Öffentliche Toiletten der Stadt wieder geöffnet

Geöffnet sind jetzt aber auch wieder die öffentlichen WC-Anlagen der Stadt Fulda in der Innenstadt (Heertorplatz, Kanzlerpalais, Bonifatiusplatz, Domplatz und ZOB), berichtet die Pressestelle der Stadt. Die Anlagen waren am 17. März auf Empfehlung des Gesundheitsamtes geschlossen worden – zeitgleich mit der Schließung der Geschäfte.

Ab 20. April wurden die Beschränkungen gelockert, kleine Geschäfte durften wieder öffnen. In der Folge hat die Stadt die fünf zentralen WC-Anlagen in der Kernstadt wieder zugänglich gemacht. Die Toilettenanlagen auf dem Zentralfriedhof und dem Westfriedhof sind bei Beerdigungen geöffnet.

Lesen Sie hier: Die Läden öffnen nach Coronavirus-Pause wieder. Nach den ersten 100 Tagen: So erlebt die Region die Coronavirus-Krise. Nachfrage nach E-Bikes: Die Fahrrad-Läden in der Region verzeichnen einen Boom. Und: Ein Lauterbacher schließt sich nackt aus einem Hotel aus.

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