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29 Tote an einem Tag: Davide Confalonieri berichtet von dramatischer Situation in seinem Heimatort

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Piacenza - Der in Nürnberg lebende Davide Confalonieri (30) stammt aus Piacenza, einer 100.000 Einwohner zählenden Stadt nah am Epizentrum der Epidemie in Italien. Täglich hat er Kontakt zu seiner Familie – und berichtet für unsere Leser über die Lage in seiner Heimat.

Italien hat mittlerweile mehr als 40.000 Infizierte, mehr als 3400 Tote seit Anfang der Epidemie. Die Quarantäne macht es schwer, jeder muss sich umstellen, und mehr als 8000 Personen werden jeden Tag bestraft, weil sie grundlos spazieren gehen wollen. Die Leute unterschätzen den Ernst der Situation mitunter völlig.

Besuch von Beerdigungen verboten

Die Kapazität der Krankenhäuser wird auf das Maximum erweitert, Zelte werden jetzt aufgebaut, und in Triage-Zelten wird selektiert, für wen es noch einen Platz im Krankenhaus gibt. Die Armee baut gerade neue Zelte und wird zum Schutz der Bevölkerung eingesetzt, aber nicht als Soldaten, sondern als Totengräber.

In Italien ist schon seit längerem der Besuch von Hochzeiten und Beerdigungen untersagt, und die Bestattungsunternehmen kommen nicht dazu, die enorme Anzahl an Beerdigungen zu bewältigen. Deswegen braucht man die Armee, um Hunderte Tote pro Tag vom Krankenhaus oder Zuhause zum Friedhof zu bringen. Italien ist damit noch nicht geholfen.

Auch in Deutschland?

Zwar wird viel getestet, etwa 13.000 Personen pro Tag, aber es ist nicht genug. Die Masken, die geliefert werden, sind qualitativ kaum mehr als Toilettenpapier, bis zu 20 Prozent der Ärzte sind mittlerweile selbst krank, es werden Studenten rekrutiert oder Ärzte vom Ruhestand zurückgerufen.

Und all das könnte auch auf uns hier in Deutschland zukommen, wenn wir nicht verstehen, wie ernst die Lage ist. / dk

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