Die Sonne geht hinter mehreren Strommasten unter. (Symbolfoto)
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Für die geplante 380.000-Volt-Trasse von Mecklar über Dipperz nach Bergrheinfeld werden neue Strommasten gebaut. (Symbolfoto)

Neue Strommasten in Dipperz

Fulda-Main-Leitung: Tennet stellt Namen der neuen Trasse vor

  • Volker Nies
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Der genaue Verlauf ist noch offen, aber klar ist jetzt schon: Für die geplante 380.000-Volt-Trasse von Mecklar über Dipperz nach Bergrheinfeld werden neue Strommasten gebaut. Die Trasse hat jetzt einen neuen Namen bekommen.

Kreis Fulda - P43 – unter dieser nüchternen Bezeichnung wurde das Projekt bisher geführt. Die Planer des Netzbetreibers Tennet nennen die 131 Kilometer lange Wechselstromleitung jetzt „Fulda-Main-Leitung“ – benannt nach den Flüssen. Sie soll helfen, Windstrom aus dem Norden in den Süden zu transportieren. Das Umspannwerk bei Dipperz-Wisselsrod ist ein vorgegebener Verknüpfungspunkt. Weil die Anlage in die Jahre gekommen ist, soll sie erneuert werden. Dann wird auch Platz vorgesehen für die neue Stromleitung.

Die geplante Fulda-Main-Leitung könnte sich zwischen Mecklar und Dipperz an der bestehenden Hochspannungsleitung orientieren. Zwischen Dipperz und Bergrheinfeld besteht noch keine Starkstromleitung.

Zwischen Mecklar und Dipperz besteht bereits eine Hochspannungsleitung. „Die vorhandenen Masten können wir aber nicht nutzen. Sie würden die Last zusätzlicher Leitungen nicht tragen können“, sagt Cindy Schemmel, Referentin für Bürgerbeteiligung bei Tennet. Die vorhandene Trasse ist bei der Planung aber ein Anhaltspunkt, denn Tennet will Belastungen nach Möglichkeit bündeln.

Für Fulda-Main-Leitung: Es sollen möglichst viele Erdkabel verlegt werden

Die Vorplanungen laufen bereits. Damit Tennet als Variante auch mit Erdkabeln planen kann, muss der Bund das Bundesbedarfsplangesetz ändern. Das soll nach der Sommerpause erfolgen. Die Bundesländer Hessen, Bayern und Thüringen äußerten 2019 den Wunsch, dass möglichst viele Erdkabel verlegt werden. „Aus physikalischen Gründen sind Erdkabel aber nur in Abschnitten von maximal 20 Kilometern möglich“, erklärt Schemmel. Die Kabel werden in einer Tiefe von 1,80 Meter verlegt. Zwischen den Erdkabel-Abschnitten ist eine Kabelübergangsanlage nötig, die – je nach Länge der Erdkabelabschnitte – eine Größe von einem halben bis zu drei ganzen Fußballfeldern hat.

Bürgerbeteiligung

Im Herbst 2020 will Tennet mögliche Trassen für die Fulda-Main-Leitung vorstellen. Dann wird es Informationsveranstaltungen für Bürger und Möglichkeiten der Beteiligung im Internet geben.

Tennet plant mehrere mögliche Trassen parallel. Gesucht wird jetzt in Korridoren, die zwischen Mecklar und Dipperz 25 Kilometer und südlich von Dipperz 40 Kilometer breit sind.

Die Kriterien, unter welchen Umständen – etwa einer nahen Siedlung oder einem Naturschutzgebiet – die gegenüber Strommasten teureren Erdkabel eingesetzt werden, legt die Bundesnetzagentur fest. Sie hat das letzte Wort, wo genau gebaut wird und wo Erdkabel verlegt werden.

Im Bereich der Bestandsstrecke zwischen Mecklar und Dipperz sind für die neue Leitung mehrere Möglichkeiten denkbar:Das Unternehmen Tennet kann eine ganz neue Trasse festlegen, es kann eine zweite Mastenreihe neben die bestehende Leitung stellen – und zwar in einem Abstand von 65 Metern – oder es kann die alte und die neue Leitung auf gemeinsamen, neuen Masten bündeln. Diese Bündelung auf einem Mast will Tennet aber nur im Ausnahmefall: „Aus Sicherheitsgründen sind zwei Masten immer besser als einer“, erläutert Schemmel. Vorrangig prüft Tennet, mit der neuen Leitung in der alten Trasse zu bleiben.

Kreistag des Kreises Bad Kissingen lehnt Bau der gesamten Fulda-Main-Leitung ab

Zwischen Dipperz und Bergrheinfeld gibt es noch keine Starkstromleitung. Hier muss in jedem Fall eine neue Trasse gefunden werden. Tennet prüft im gesamten Abschnitt, wo die Erdverkabelung Vorteile bietet.

Der Kreistag des Kreises Bad Kissingen hat bereits erklärt, dass er den Bau der gesamten Fulda-Main-Leitung ablehnt. Bei den Schlitzer Stadtverordneten sorgte das Thema ebenfalls für etwas Unruhe.

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