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trend-messe kann unter Auflagen stattfinden: Besucher werden registriert

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FULDA - Die trend-messe, die nächsten Donnerstag starten soll, kann stattfinden. Die Veranstalter müssen aber Auflagen erfüllen. Dazu gehört die Registrierung jedes Besuchers. Darauf haben sich Vertreter des Landkreises, der Messegesellschaft Kinold und der Kreishandwerkerschaft am Donnerstagabend geeinigt.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

„Die Auflagen können wir erfüllen. Damit wird die Messe zu einer Veranstaltung, bei der nicht mehr Risiko herrscht als beim Besuch eines Supermarkts“, sagt Messeveranstalter Peter Kinold.

Der Landkreis spricht nicht von Auflagen, sondern Empfehlungen. Konkret hat das Kreisgesundheitsamt erhöhte Maßnahmen zur Desinfektion empfohlen – das bedeutet etwa ausreichende Handdesinfektionsspender und eine regelmäßige Desinfektion der Sanitäranlagen. Zudem muss der Veranstalter aktiv auf die Husten- und Nies-Etikette (also in den Ellenbogen niesen), die Händehygiene sowie das Unterlassen des Händeschüttelns hinweisen. Für gute Belüftung muss er auch sorgen.

Alle Besucher werden registriert

Darüber hinaus werden zur Sicherheit der Besucher sowie zu ihrer eventuell notwendigen Rückverfolgung durch die Behörden alle Personen vor dem Betreten der Messe registriert: Sie müssen ihre Personalien und Kontaktdaten angeben. Sie werden auch aufgefordert, Angaben zu machen, ob sie sich in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben und ob sie akute Atemprobleme aufweisen. In diesen Fällen wird ihnen der Zutritt zur Messe verwehrt.

„Nicht unnötig das öffentliche Leben beeinträchtigen“

„Angesichts der aktuellen Corona-Situation haben wir eine Risikobewertung nach den Richtlinien des Robert-Koch-Institutes vorgenommen“, erläutert Frederik Schmitt (CDU), Vize-Landrat und Gesundheitsdezernent, und ergänzt: „Uns ist es wichtig, nicht unnötig das öffentliche Leben zu beeinträchtigen, aber in jedem Fall die Risiken zu minimieren.“ Er erachte die Empfehlungen an die Messeveranstalter als „unerlässlich im Hinblick auf unsere Fürsorgepflicht für die Bürgerinnen und Bürger“, sagt Schmitt.

Aufwendig, aber leistbar

Kinold kündigt an, die Empfehlungen des Landkreises würden bei der Messe ohne Wenn und Aber befolgt werden. „Wir werden zusätzliche Mitarbeiter einsetzen und an die ankommenden Besucher Fragebögen verteilen. Das ist aufwendig, aber leistbar.“

Bei vielen Ausstellern herrschte am Donnerstag Unsicherheit. Größter Aussteller bei der Messe mit 1500 Quadratmeter Ausstellungsfläche in einer kompletten Halle ist das Unternehmen Grillfürst. Geschäftsführer Joachim Weber sieht die Einigung von Donnerstagabend kritisch. „Ich bin nicht überzeugt. Schon bisher bin ich von einem starken Rückgang der Besucherzahlen ausgegangen. Die Registrierung wird weitere Interessenten abschrecken.“ Er erwarte einen Umsatzrückgang von 75 Prozent. Dann sei es aber kaum noch rentabel und den Mitarbeitern zuzumuten, an der Messe teilzunehmen.

Bei Grillfürst wollen sich heute Führungskräfte zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu beraten. „Dass weder der Landkreis noch die Messegesellschaft die trend-messe absagen, ist unverantwortlich gegenüber den Firmen, die jetzt vor die schwierige Frage gestellt werden, ob sie teilnehmen sollen oder nicht – und dann auch die finanziellen Folgen zu tragen haben“, sagt Weber.

Geistermesse gefürchtet

Bei der Raiffeisen in Eichenzell, ebenfalls ein großer Aussteller, hat die Hälfte der acht geplanten Untermieter abgesagt. „Wir fürchten, dass es eine Geistermesse geben wird“, sagt Niederlassungsleiter Alexander Kraft. Silvia Füller, Sprecherin von FC Nüdling, äußert, die Firma sei hin- und hergerissen: Einerseits habe man viele Interessenten auf die Messe eingeladen, andererseits mache eine Teilnahme wenig Sinn, wenn kaum Besucher kämen. FC Nüdling will die weitere Entwicklung abwarten. Das erklären auch andere Aussteller. Das AWO-Altenzentrum Fulda hat seine Teilnahme wegen des Coronavirus abgesagt, sagt eine Sprecherin der AWO-Nordhessen unserer Zeitung.

Der Landkreis hatte nach Informationen unserer Zeitung schon seit Tagen überlegt, wie er mit der Messe umgehen soll. Vor einem Jahr, zur siebten trend-messe, kamen 35 000 Besucher.

Keine Schulklassen

An der trend-messe 2020 sollen keine kompletten Schulklassen teilnehmen. Das berichtet Messeorganisator Peter Kinold unserer Zeitung. „Mit ihren Eltern oder in kleinen Gruppen sind uns die Schüler sehr herzlich willkommen. Der Besuch durch ganze Klassenverbände erschienen uns aber als ein zu großes Risiko“, sagt Kinold. In den vergangenen Jahren hatte die Kreishandwerkerschaft jeweils am Donnerstag und Freitag eine Vielzahl von Schulklassen auf die Messe eingeladen, um ihnen in „lebenden Werkstätten“ zu zeigen, wie die Arbeit in verschiedenen Handwerksberufen aussieht. Kinold berichtet, es werde darüber nachgedacht, zu einem späteren Zeitpunkt in anderer Form für eine Ausbildung im Handwerk zu werben.

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