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Krankenhäuser versorgen ukrainische Patienten: Kriegsverletzte im Klinikum Fulda

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Von: Volker Nies

Die Bundesregierung hat der Ukraine die Behandlung von Militärangehörigen angeboten. In einigen deutschen Krankenhäusern wurden bereits Kriegsverletzte versorgt.
Die Bundesregierung hat der Ukraine die Behandlung von Militärangehörigen angeboten. In einigen deutschen Krankenhäusern wurden bereits Kriegsverletzte versorgt. © Sebastian Gollnow/dpa

Der Krieg in der Ukraine hat nun auch Folgen für die Krankenhäuser in Osthessen: Das Klinikum Fulda und das Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda haben bereits mehrere Patienten aus der Ukraine behandelt, zwei davon mit schweren Verletzungen.

Fulda - Direkt nach Beginn des russischen Angriffs hat die Bundesregierung die Versorgung von Kriegsverletzten und anderen Patienten aus der Ukraine in Deutschland angeboten. Die Koordination für die Kriegsverletzten erfolgt bundesweit durch das Gemeinsame Lagezentrum (GMLZ) in Berlin, das dazu die Strukturen des Corona-bewährten „Kleeblattsystems“ nutzt.

In Hessen erfolgt die Koordination über den „Landesplanungsstab Stationäre Versorgung“, der schon die Aktivitäten zur Corona-Pandemie zu bewältigen hatte. „Bisher wurde die Kleeblatt-Struktur noch nicht aktiviert“, berichtet das Hessische Sozialministerium der Fuldaer Zeitung. Alle anderen Personen, die eine stationären Versorgung brauchen, wenden sich direkt an die örtliche Krankenhäuser. (Lesen Sie auch: Flüchtlinge aus der Ukraine: Wie man in der Region Fulda am besten helfen kann)

Ukraine-Konflikt: Deutsche Krankenhäuser versorgen Kriegsverletzte

Das Klinikum Fulda hat - Stand Donnerstagabend - zwölf Patienten aus der Ukraine stationär aufgenommen und behandelt. Zwei dieser Patienten waren kriegsverletzt, berichtet Sprecherin Barbara Froese. Ob es sich dabei um Zivilisten oder Soldaten handelt, und welche Verletzungen genau behandelt wurden, dazu möchte sich das Klinikum nicht äußern. Die Bundesregierung hat der Ukraine allerdings ausdrücklich die Behandlung von Militärangehörigen angeboten. (Bleiben Sie mit dem Fuldaer News-Ticker zum Ukraine-Krieg auf dem Laufenden.)

Für die Versorgung von Kriegsverletzten sei das Klinikum gut aufgestellt, erläutert Sprecherin Froese: „Als das Krankenhaus der Maximalversorgung und überregionales Traumazentrum verfügt das Klinikum über zahlreiche Kliniken und Zentren, die auch Kriegsverletzte gut versorgen können.“ Die weiteren zehn Patienten aus der Ukraine, die nicht kriegsverletzt waren, wurden aus unterschiedlichen Gründen behandelt, sagt Froese: „Das reicht von akuten Magen-Darm-Infekten bis hin zu Verschlechterung bestehender chronischen Erkrankungen.“

Video: Wer zahlt für die Aufnahme der Ukraine-Flüchtlinge?

Im Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda wurde ein Patient aus der Ukraine stationär aufgenommen, zehn Ukrainer wurden ambulant versorgt, berichtet Sprecherin Viktoria Schmitt am Donnerstag.

„Wir stellen uns auch auf die Aufnahme und medizinische Versorgung weiterer Patienten aus der Ukraine ein. Hierbei wird es sich um erkrankte, verletzte Patienten, schwangere Frauen handeln oder Patienten, die nach ihrer Flucht medizinische Hilfe oder Medikamente oder eine Weiterbehandlung aufgrund bestehender Krankheit bedürfen“, sagt Sprecherin Schmitt. Ebenso sei das Herz-Jesu-Krankenhaus generell für die Behandlung akuter Unfallverletzungen gewappnet.

Helios-Klinik in Hünfeld ist auf ukrainische Patienten vorbereitet

Das Helios St. Elisabeth Krankenhaus in Hünfeld hat bislang noch keine ukrainischen Patienten aufgenommen, ist aber vorbereitet. Zur Übernahme von Patienten, die bereits in der Ukraine oder anderen Staaten stationär behandelt wurden, gibt es ein konzernweit koordinierendes Vorgehen, berichtet Sprecherin Gudrun Käsmann. In Hünfeld hilft ein klinikinterner Dolmetscher-Pool unter den Mitarbeitern, der Patienten aus der Ukraine hilft. Auch schriftliche Informationen wurden bereits ins Ukrainische übersetzt.

Finanziert werden die medizinischen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz vom Bund – auch wenn die Ukrainer, die nach Deutschland kommen, keine Asylbewerber sind.

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