1. Fuldaer Zeitung
  2. Fulda

Ukraine-Krieg sorgt für Öl-Krise: Bleiben Pommes in Fulda trotzdem auf der Karte?

Erstellt: Aktualisiert:

Eine Frau hält einen Pappteller mit Currywurst und Pommes frites
Speiseöl ist durch den Ukraine-Krieg knapp und teuer geworden. Hat das Auswirkungen auf das Pommes-Angebot in Fulda? © Jörg Carstensen/dpa

„Maximal 2 Flaschen“: Solche Hinweise finden sich aktuell in vielen, fast leer gehamsterten Supermarktregalen. Und Gastronomen haben wegen hoher Kosten für Speiseöl deutschlandweit Pommes von ihrer Karte gestrichen. Ist die Öl-Krise auch in heimischen Imbissbuden schon angekommen?

Kreis Fulda - Die Ukraine ist einer der wichtigsten Exporteure für Sonnenblumenöl. Im Jahr 2020 stammten 44 Prozent der weltweiten Exportmenge aus dem Land am Schwarzen Meer. Wegen unbestellter Felder und unterbrochener Transportwege wird das Speiseöl nun knapp - und die Preise sind horrend hoch.

Supermärkte merken die Auswirkungen längst, und auch die Gastronomie spürt zunehmend einen Öl-Mangel. Die Nachricht, dass Imbissbuden in Köln, Hamburg oder Berlin Pommes und andere frittierte Speisen rigoros von ihrer Karte gestrichen haben, führte in den vergangenen Wochen deutschlandweit zu großem Aufsehen. (Lesen Sie hier: Knappheit bei Mehl und Öl: Müller aus Osthessen nennen die Gründe)

Fulda: Ukraine-Krieg sorgt für Öl-Krise - Bleiben Pommes auf der Karte?

Michael Maasz, der in der Innenstadt von Fulda in der Imbissbude „Extrawurst“ unter anderem Currywurst und Pommes verkauft, hat für die nächsten Wochen einen ausreichend großen Öl-Vorrat angelegt. Daher habe er derzeit zwar noch keine großen Probleme, berichtet er gegenüber der Fuldaer Zeitung.

Sollte sich die Situation allerdings weiter zuspitzen, dann könnte es durchaus sein, dass Produkte zumindest vorübergehend von der Menükarte genommen werden müssen. Denn Nachbestellungen seien in der Tat schwierig, sagt Maasz.

Auch auf höchstem Berg in Hessen, der Wasserkuppe, werden noch Pommes über die Verkaufstheke gereicht, zum Beispiel bei „Lotti’s Futterkiste“. Inhaber Jörg Sebald pflegt gute Kontakte zu seinen Lieferanten und sowohl für sein Restaurant in Reulbach als auch für die Außenstelle auf der Wasserkuppe ist die Ölquelle noch nicht versiegt. „Kundentreue beim Lieferanten macht sich bemerkbar“, berichtet er erleichtert.

Ähnlich sieht es bei der „Würstchenbude heiß und lecker“ an den Fuldaer Kaiserwiesen aus. Inhaber Harald Feulner erklärt, er habe rechtzeitig reagiert und ausreichende Mengen Speiseöl geordert, die er durch kleinere Mengen noch aufstocken könne. Dadurch sei er zunächst versorgt und könne bis zu vier Monate lang - ohne Neulieferung - Fritten verkaufen.

Video: Kartoffelindustrie schlägt Alarm: Bald keine Chips und Pommes mehr im Supermarkt?

Auch am Weiher in Burghaun gibt es noch keine Probleme und die Pommes garen weiterhin im Frittierfett. Sören Richter vom dortigen Biergarten und der Beachbar ist aktuell entspannt. Er bemerke zwar, dass es ein Problem gibt, erklärt er. Aber es betreffe ihn vorerst nicht: „Bei uns gibt es noch Pommes“, bestätigt er.

Und auch die Gasthöfe der Region geben aktuell Entwarnung. So berichtet beispielsweise Bernhard Schimetschka vom Rhön-Hotel Grabenhöfchen, dass zwar der Einkaufspreis für Öl merklich gestiegen sei, Lieferprobleme habe er aber noch keine.

Gute Nachrichten also für osthessische Frittenliebhaber: Zwar sind erste Anzeichen der Speiseöl-Krise und des Frittierfett-Engpasses auch in der Region zu spüren. Weil die hiesigen Gastronomen weitgehend vorgesorgt haben, bleiben Pommes, Burger & Co. aber weiterhin auf den Speisekarten der Region - vorerst. (von Sophia Auth)

Auch interessant