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Ukraine-Konflikt: Unterstützung für Flüchtlinge - Stadt und Landkreis Fulda richten Info-Website ein

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Viele Menschen spenden, um die Menschen aus der Ukraine zu unterstützen
Viele Menschen wollen den Flüchtlingen aus der Ukraine helfen. Gebündelte Infos dazu haben die Stadt und der Landkreis Fulda jetzt auf einer Website zusammengefasst. (Symbolbild) © Rick Findler/dpa

Vor dem Krieg in der Ukraine fliehen zunehmend Menschen. Die Stadt und der Landkreis Fulda haben nun alle Informationen zur Unterstützung der Flüchtlinge auf einer Website zusammengefasst.

Update vom 11. März, 16.11 Uhr: Das Engagement zur Unterstützung von geflüchteten Menschen aus der Ukraine in Fulda und darüber hinaus ist enorm, doch die Hilfsangebote und Hilfsgesuche gehen auch mit vielen Fragen einher. Um den Informationsfluss zu erleichtern, haben Stadt und Landkreis Fulda auf ihrer gemeinsamen Website zur Integration eine Unterseite mit jeglichen Informationen zur Unterstützung für geflüchtete Menschen aus der Ukraine in Fulda zusammengefasst, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Auf www.integration-fulda.de finden Interessierte nicht nur Informationen wie und wo sie sich ehrenamtlich engagieren oder Wohnraum für Ukrainerinnen und Ukrainer zur Verfügung stellen können, sondern auch welche ersten Schritte nach der Ankunft und Aufnahme von Flüchtlingen in Fulda zu gehen sind.

Ukraine-Konflikt: Flüchtlinge unterstützen - Diese Website hat alle Infos

Ebenso sind die wichtigsten Punkte zu der Beantragung des Aufenthaltstitels, des zustehenden Lebensunterhalts und der Krankenversorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zusammengefasst. Informationen rund um Bildungsangebote und den Schulbesuch von geflüchteten Kindern sind auf der Website ebenfalls zu finden.

Landrat Bernd Woide wendet sich indes in einem Video an die Bürgerinnen und Bürger des Landkreis Fulda. Er dankt allen ausdrücklich für die übergroße Hilfsbereitschaft, mit der die Bürgerschaft die Menschen unterstützt, die hier im Landkreis Zuflucht gefunden haben. „Gerade in diesen Tagen wird uns wieder deutlich, dass Frieden, Freiheit und Demokratie keine Geschenke sind, die einem in den Schoß fallen. Es sind Werte, für die man täglich kämpfen muss“, sagt der Landrat. Das Video ist unter https://youtu.be/rh-Hy6c1PfA zu finden.

Update vom 8. März, 10.12 Uhr: Die Feuerwehr Bad Soden-Salmünster unterstützte am Wochenende die private Initiative einer Sammlung für die Ukraine und organisierte einen Transport an die ukrainische Grenze. Mit einem Mannschaftstransporter fuhr die Feuerwehr Hilfsgüter wie Medikamente, Verbandsmittel und Schlafsäcke 1300 Kilometer durch Deutschland und Polen, heißt es in einer Pressemitteilung der Feuerwehr.

Die private Initiative rund um Eva Emeling aus Bad Soden-Salmünster sammelte im Generationentreff in der Salmünsterer Altstadt Hilfsgüter für die Menschen im Kriegsland Ukraine. Bürgermeister Dominik Brasch bat die Feuerwehr, kurzfristig als Ersatz für einen geplanten Transport mit einem Mannschaftstransportwagen einzuspringen. „Dass wir in solch einer Ausnahmesituation helfen, ist gar keine Frage“, stellte Stadtbrandinspektor Jens Bannert klar.

Ukraine-Konflikt: Feuerwehr Bad Soden-Salmünster unterstützt Hilfstransport zur Grenze

„Die Polen hatten die Ausnahmesituation an diesem vergleichsweise kleinen Grenzübertritt trotz der über Tausend flüchtenden Ukrainer an diesem Samstag sehr gut organisiert“, beschreibt die Feuerwehr ihren Eindruck von der Grenzsituation. Staatliche Organisationen, Feuerwehr und Katastrophenschutz, Hilfsorganisationen, private Initiativen und Unternehmen arbeiteten Hand in Hand, damit den Geflüchteten schnell und unbürokratisch weitergeholfen werden konnten.

Zu Fuß kamen überwiegend Frauen mit ihren Kindern und „erstaunlich kleinem Gepäck“ die letzten Meter zur gesicherten EU-Außengrenze. Nach der Passkontrolle reisten sie nach Polen ein und wurden von dort meist mit Feuerwehr-Fahrzeugen ein paar Kilometer weiter zur Registrierung gebracht. Hier gab es bei Bedarf Kleidung, aber bei Minusgraden vor allem etwas Heißes zu trinken und zu Essen, Telefonkarten für die Kommunikation und die Vermittlung von Unterkünften und Weiterreisemöglichkeiten.

Feuerwehr: Überwiegend Frauen mit Kindern kamen über die Grenze

Für die Bad Soden-Salmünsterer Feuerwehr war die Mission mit der Übergabe der Hilfsgüter noch nicht beendet. Über die Vermittlungsstelle waren rasch ukrainische Mitreisende gefunden: Zwei junge Frauen, die gleich nach der ersten Kriegsnacht, geweckt von Bombeneinschlägen, aus Kiew in ihre Heimatstadt Lwiw in der Westukraine und nun Richtung Deutschland mit Ziel Nürnberg geflohen sind. Und eine Mutter mit ihrem 17-jährigen Sohn und deren Katze aus der schwer getroffenen ostukrainischen Grenzstadt Charkiw.

Mutter und Sohn mit Katze kamen bei ihrer Schwester in Bautzen unter, die zwei jungen Frauen fuhren bis zum Dresdener Hauptbahnhof mit dem Feuerwehrtransport, wo sie kurz vor 4 Uhr am Sonntagmorgen eintrafen. Gegen 9.15 Uhr am Sonntag kamen die Feuerwehr-Einsatzkräfte nach über 2600 Kilometern wieder wohlbehalten in Bad Soden-Salmünster an.

Update vom 7. März, 6.14 Uhr: „Wir benötigen einen realistischen Überblick, um die zahlreichen Hilfsangebote effizient zu koordinieren“, sagt Landrat Bernd Woide (lesen Sie auch hier: 100 Menschen in Fulda demonstrieren für Frieden - „Wir stehen hier für die Ukraine“).

Daher werden die Gastgeber, Vermieter sowie Helferinnen und Helfer gebeten, die Geflüchteten auch dahingehend zu unterstützen und sie beim Landratsamt anzumelden. Das ist ab Montag, 7. März, unbürokratisch möglich unter der Telefonnummer (0661) 115. Die Telefone sind 8 Uhr geschaltet 

Wohnungen für Ukraine-Flüchtlinge gesucht: Landkreis Fulda richtet Kontaktbüro ein

+++ 20.14 Uhr: Der Landkreis Fulda hat angesichts des Krieges in der Ukraine ein Kontaktbüro Ukraine eingerichtet, um sowohl die flüchtenden Menschen als auch die Helferinnen und Helfer in der Region zu unterstützen. Rund 300 Geflüchtete haben im Landkreis Fulda bereits Obdach gefunden. „Zwar lässt sich nicht abschätzen, wie sich die Situation konkret weiterentwickeln wird, aber es ist sicher, dass zusätzlicher Wohnraum gebraucht wird“, teilte der Landkreis mit.

Wer in der Lage ist, eine abgeschlossene Wohnung für Geflüchtete aus der Ukraine für einen längeren Zeitraum zur Verfügung zu stellen, soll dies bitte per Mail unter wohnraum@landkreis-fulda.de oder unter Telefon (0661) 6006-8083 beim Landkreis Fulda melden. Auf der Webseite findet sich auch ein Kontaktformular zur Meldung von privatem Wohnraum.

Für ausländerrechtliche Fragen oder Fragen zu Sozialleistungen und Krankenversicherung steht das Kontaktbüro Ukraine beim Landkreis Fulda ab Montag, 7. März, per Mail ukraine@landkreis-fulda.de oder unter Telefon (0661) 115 zur Verfügung.

+++ 17.34 Uhr: Der Main-Kinzig-Kreis hat erneut darum gebeten, dass sich Geflüchtete aus der Ukraine, die schon bei Freunden oder Verwandten im Kreisgebiet untergekommen sind, beim Kreis melden. Das könnten aber auch die Bürgerinnen und Bürger für sie erledigen, die ukrainische Geflüchtete erwarten und in absehbarer Zeit zu Hause aufnehmen werden oder aber von Ankünften wissen, teilte der Landkreis mit.

Eine Meldung bei der Ausländerbehörde ist formal zwar in den ersten Tagen nicht nötig. Sie ist aber sinnvoll, um Hilfen und Fragen der Unterbringung und der weiteren Unterstützung zu koordinieren. Die Menschen können sich entweder online auf der Internetseite des Kreises www.mkk.de (unter „Ukrainehilfe MKK“) selbst registrieren oder sie machen das per Mail an ukraine@mkk.de. Des weiteren können sich die Menschen beim Ukrainehilfe-Telefon unter 06051-8518000 melden.

Main-Kinzig-Kreis: Ukraine-Flüchtlinge sollen sich melden

Die ersten Geflüchteten, die sich beim Main-Kinzig-Kreis gemeldet haben – bis Freitagmorgen waren es 64, vorwiegend Frauen und Kinder –, sind hauptsächlich bei Freunden und Verwandten untergekommen. Für die nächsten Tage erwartet der Kreis mehr Menschen, die noch ohne feste Bleibe und ohne Kontakte in die Region sind.

Update vom 4. März, 14.42 Uhr: Seit mehreren Tagen wird die Fassade des Schulgebäudes des Fuldaer Marianums blau und gelb angestrahlt. Die Schule will damit ihre Solidarität mit dem ukrainischen Volk zum Ausdruck bringen, heißt es in einer Mitteilung.

Es sei die Idee von Lehrer Christian Kaiser gewesen. Er und Kollegen installierten und verkabelten Scheinwerfer und statteten diese mit den Farben der Nationalflagge der Ukraine aus. Schulleiter Steffen Flicker sagte zu der Solidaritätsbekundung: „Uns ist es ein wichtiges Anliegen, ein im besten Wortsinne sichtbares Zeichen der Solidarität mit der leidgeprüften Bevölkerung der Ukraine zu setzen.“

Ukraine-Konflikt: Marianum Fulda setzt Zeichen der Solidarität

Ein Zeichen wollten am Donnerstag auch die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future setzen. Sie versammelten sich um 17 Uhr auf dem Universitätsplatz in Fulda. Die Anhänger der Bewegung stellten sich solidarisch an die Seite der Ukrainer und demonstrierten für den weltweiten Frieden.

„Wir wollen vor allem den jungen Menschen aus der Ukraine zeigen, dass wir für sie da sind und sie unterstützen. Wir zeigen Solidarität und möchten gemeinsam mit ihnen laut werden, um uns klar gegen einen Krieg zu positionieren“, so die Versammlungsleiterin Frauke Goldbach. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 150.

150 Menschen versammelten sich am Donnerstag auf dem Universitätsplatz in Fulda, um gegen den Krieg in der Ukraine zu protestieren.
150 Menschen versammelten sich am Donnerstag auf dem Universitätsplatz in Fulda, um gegen den Krieg in der Ukraine zu protestieren. © Marie-Louise Zein

Auch am Samstag wird in der Fuldaer Innenstadt für Frieden in der Ukraine demonstriert. Los geht es um 11 Uhr am Bahnhofsvorplatz. Die Strecke verläuft von dort über die Bahnhofstraße, den Universitätsplatz und den Jesuitenplatz und weiter über den Steinweg, den Buttermarkt, die Marktstraße und Unterm Heilig Kreuz.

Am Universitätsplatz wird eine Kundgebung veranstaltet, die für etwa 13 Uhr angedacht ist. Die Veranstalter schreiben, dass FFP2-Maske getragen werden sollen.

Ukraine-Krieg: Stadt Fulda richtet Hotline ein

Die Stadt Fulda hat seit dem heutigen Freitag eine Hotline und eine E-Mail-Adresse eingerichtet, wo sich sowohl Ukraine-Flüchtlinge, die in der Stadt Fulda Hilfe suchen, als auch Menschen mit Hilfsangeboten für die in Fulda angekommenen Geflüchteten melden können. Das teilte die Stadt in einer Pressemitteilung mit. Die Kontaktaufnahme ist möglich per E-Mail an fuldahilft@fulda.de oder telefonisch Montag bis Freitag 9 Uhr bis 15 Uhr an (0661) 1023500.

Update vom 3. März, 18.04 Uhr: Mit einem großen Benefizkonzert wollen Fuldaer Musikerinnen und Musiker am Samstag, 12. März, um 19 Uhr im Fürstensaal des Stadtschlosses ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine setzen und zusammen mit dem Geiger Michael Makarov Spenden für ein Krankenhaus im Kriegsgebiet sammeln.

Makarov wurde 1978 im ukrainischen Odessa als Spross einer Musikerdynastie geboren – die Mutter war Pianistin, der Vater Opernsänger am dortigen Opernhaus – und ist seit frühster Jugend in Europa musikalisch unterwegs. Erst vor wenigen Wochen hat er gemeinsam mit dem Fuldaer Musiker Tony Osanah eine CD veröffentlicht.

Benefizkonzert für Ukraine im Stadtschloss in Fulda

Unterstützt durch seine Fuldaer Künstler-Freundinnen und Freunde will Makarov bei dem Benefizkonzert, für das kein Eintrittsgeld erhoben wird, aber bei dem Spenden erbeten sind, Geld zur humanitären Unterstützung der Ukraine sammeln. Nach gegenwärtigem Stand wird der Spendenerlös, den die Fuldaer Musikerinnen und Musiker noch gerne aufrunden möchten, an ein Krankenhaus in Odessa fließen, gab die Stadt Fulda in einer Pressemitteilung bekannt.

Für das Benefizkonzert bereits zugesagt haben: Tony Osanah, Suska Kliebisch, Kalle Z, das Duo/Trio „Chris & me“, das Duo George Wagner & Klaus Schenk und das Duo „Saite an Saite“ (Bettina Schaaf und Stefan Jehn) – die Zusagen weiterer Künstlerinnen und Künstler stehen noch aus.

Die Stadt Fulda tritt als Veranstalter auf und bedankt sich schon jetzt für die Initiative und das Engagement der Musikerinnen und Musiker – und natürlich bei allen Besucherinnen und Besuchern.

Das Konzert findet unter 3G-Bedingungen statt. Einlass nur mit Vorab-Anmeldungen unter kulturamt@fulda.de oder telefonisch unter 0661/102 1473 (nur in Ausnahmefällen).

Ukraine-Krieg: Dom-Glocken-Läuten als Zeichen der Solidarität

+++ 19.59 Uhr: Sieben Minuten lang sollen am Donnerstag, 3. März, die Glocken des Fuldaer Domes läuten - „je eine Minute für jeden Tag des Ukraine-Krieges, der vor einer Woche ausgebrochen ist“, erklärt das Bistum Fulda. Damit schließt es sich einer Solidaritätsaktion der Europäischen Vereinigung der Dombau-, Münsterbau- und Bauhüttenmeister an.

Mit diesem Läuten erkläre sich die Gemeinschaft der Bauverantwortlichen der großen Kathedral- und Domkirchen Europas laut einer Mitteilung „solidarisch mit den Menschen, die diesen Krieg aushalten und um ihr Leben bangen müssen, die den Widerstand gegen eine Übermacht organisieren müssen, die vor dem Krieg fliehen müssen, die den Mut haben, gegen die Kriegstreiber in ihrem Land zu protestieren und die in den Ländern leben, die unmittelbar von diesem Krieg betroffen sind.“

+++ 15.41 Uhr: Zur Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge sucht der Vogelsberg im Kreisgebiet Wohnungen, die für einen längeren Zeitraum angemietet werden können. „Wer eine solche Wohnung zur Verfügung stellen kann, wird gebeten, sich per Mail unter fluechtlingswesen@vogelsbergkreis.de beziehungsweise telefonisch unter der Telefon-Nummer (06641) 9772450 zu melden“, teilt der Kreis in einer Pressenotiz mit.

Ukraine-Krieg: Vogelsberg sucht Wohnungen für Flüchtlinge

Noch sei nicht klar, wie viele Menschen aus der Ukraine in die Region kämen, erklärt Landrat Manfred Görig (SPD). Es sei allerdings wichtig, mögliche Flüchtlinge sicher unterzubringen. Da die Kapazitäten in Gemeinschaftsunterkünften des Vogelsbergkreises begrenzt seien, würden zusätzlich Wohnungen benötigt.

Die Hilfsbereitschaft in Osthessen ist unterdessen groß: Der Verein der Köche Fulda startet einen großen Hilfsgüter-Transport und will der Grenze zur Ukraine kochen.

Update vom 2. März, 7.49 Uhr: Der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand (CDU) äußert sich zum Krieg in der Ukraine: „Wir verurteilen den Angriffskrieg gegen das ukrainische Volk als Kriegsverbrechen und fordern Russlands Präsident Putin auf, diesen Krieg sofort zu stoppen.“ Brand fordert die Bundesregierung auf, nun im Rahmen eines Sofortprogramms mindestens 100 Millionen Euro für die Ukrainer sowie für Polen und die Nachbarländer zur Verfügung zu stellen.

„Auch Deutschland muss seinen humanitären Einsatz für die Menschen in der Ukraine deutlich ausweiten. Kriegsverbrecher werden sich vor einem internationalen Strafgericht verantworten müssen“, so der Bundestagsabgeordnete. Er fordert die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine, sowie weitere Sanktionen gegen Russland.

Video: Laut UN sind 660.000 Menschen auf der Flucht

+++ 15.54 Uhr: Die Stadt Hanau, der Main-Kinzig-Kreis sowie alle weiteren Kommunen des Kreisgebiets laden zu einer zentralen Solidaritätskundgebung für die Ukraine am kommenden Freitag, 4. März, um 18 Uhr auf dem Marktplatz in Hanau ein. Dies teilte der Kreis in einer Pressenotiz mit.

„Uns machen die Nachrichten und Bilder aus der Ukraine betroffen. Unsere Solidarität gehört den Menschen. Unser Drang ist, neben der Vorbereitung der notwendigen Hilfe für Geflüchtete auch unseren Unwillen und unsere Ablehnung des Angriffskriegs zum Ausdruck zu bringen“, heißt es in einer Mitteilung der Verantwortlichen. Neben den Mahnwachen und Gedenkmomenten in dezentraler Form wird es nun eine zentrale Kundgebung geben, zu der alle Kommunen sowie der Kreis gemeinsam einladen. 

+++ 14.58 Uhr: Hessens Kultusminister Alexander Lorz hat wegen des Ukraine-Kriegs zu einer Schweigeminute in Schulen aufgerufen. Die Schweigeminute soll am Mittwoch um 11 Uhr stattfinden.

Update vom 1. März, 13.03 Uhr: Die Vogelsberger Kreisverbände von CDU, SPD, Grünen, FDP veranstalteten gemeinsam mit den jeweiligen Kreistagsfraktionen am Montag um 18 Uhr in Lauterbach vor dem Rathaus, eine gemeinsame Mahnwache für Frieden und Freiheit in der Ukraine. Rund 250 Teilnehmer waren gekommen.

Die Vorsitzenden der Verbände Dr. Jens Mischak (CDU), Eva Goldbach (Grüne) und André Tonigdold (FDP) erklären: „Wir wollen ein gemeinsames Zeichen setzen, dass auch die Menschen im Vogelsbergkreis mit großer Sorge und Entsetzen die militärischen Angriffe auf die unabhängige Ukraine verfolgen“.

In Lauterbach fand am Montag eine Mahnwache für Frieden und Freiheit in der Ukraine statt.
In Lauterbach fand am Montag eine Mahnwache für Frieden und Freiheit in der Ukraine statt. © Fuldamedia

Am Sonntag hatte bereits in Alsfeld eine Mahnwache für Frieden und Freiheit in der Ukraine stattgefunden.

Erstmeldung vom 1. März, 12.21 Uhr:

Fulda - Die Deutsche Marine entsendet weitere Schiffe in die Ostsee. Wie die Einsatzflottille 1 mitteilte, haben am Montagnachmittag die Minenjagdboote „Sulzbach-Rosenberg“ und „Homburg“, das Minensuchboot „Siegburg“ und der Tender „Elbe“, ein Versorgungsschiff, den Marinestützpunkt Kiel verlassen, um die Nato-Nordflanke zu verstärken.

Bereits am Montagvormittag hatten sich die Minenjagdboote „Fulda“ und „Datteln“ auf den Weg gemacht. Seit Samstag sind die Korvette „Erfurt“ aus Wilhelmshaven und das Flottendienstboot „Alster“ aus Eckernförde unterwegs. (Lesen Sie auch: Besatzung des Minenjagdbootes Fulda schickt Grüße in die Barockstadt)

Ukraine-Krieg: Minenjagdboot „Fulda“ sichert Nato-Nordflanke mit ab

Der Landkreis Fulda ist auf die Aufnahme von ukrainischen Kriegsflüchtlingen in den kommenden Wochen vorbereitet. Um das weitere Vorgehen und die Unterbringung zu planen, hat der Landkreis in der Verwaltung eine Arbeitsgruppe gebildet. Auch der Main-Kinzig-Kreis will Unterkünfte für Ukraine-Flüchtlinge schaffen.

Währenddessen hat die Point Alpha Stiftung den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine verurteilt und dessen sofortiges Ende gefordert. „Auch wir sind fassungslos, sprachlos und ohnmächtig“, erklärte der Stiftungsvorstand von Point Alpha und erklärte sich zugleich solidarisch mit allen Bürgern, die den Mut hätten, Zeichen zu setzen.

„Putin hat die Ukraine überfallen, weil dieses Land und die Mehrheit seiner Einwohner sich ihm nicht unterordnen möchten. Sie wollen frei, friedlich und demokratisch leben. Das empfindet er als Bedrohung. Dann sind auch wir eine Bedrohung, dann ist das auch eine Attacke auf uns“, erklärte der Geschäftsführende Vorstand der Stiftung, Benedikt Stock. (Lesen Sie auch: Fulda fordert Frieden: Mehr als 500 Menschen besuchen Mahnwache für Ukraine)

Ähnliches Szenario, anderer Ort: Point Alpha Stiftung fühlt sich an Kalten Krieg erinnert

Bei der Stiftung habe man das Gefühl, als seien die Uhren zurückgestellt worden. Fast genau 70 Jahre sei es her, als das SED-Regime der DDR mit dem Wohlwollen des „großen Bruders“ in Moskau eine Polizeiverordnung erlassen hat, in deren Folge die sogenannte „Grüne Grenze“ befestigt und zur Todeszone geworden sei. Danach habe sich der „Eiserne Vorhang“ über Europa gesenkt.

„Wir fühlen uns erinnert an den Kalten Krieg, als sich Ost und West unversöhnlich gegenüberstanden und sich mit Atomwaffen bedrohten. Und immer bestand die Angst, dass hier im ‚Fulda Gap‘ der dritte Weltkrieg hätte beginnen können“, erklärte Stock. „Das heutige Szenario erscheint ähnlich, nur der Ort ist ein anderer und wir haben schon einen heißen Krieg.“

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